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Projektvorstellung im Gemeinderat

Durch Kronau nach Rotterdam: Bahntrasse könnte parallel zur A5 gebaut werden

Der Güterverkehr soll verstärkt auf der Schiene erfolgen. Das wird auch Auswirkungen auf die Region zwischen Karlsruhe und Mannheim haben. Als Planspiel verläuft eine neue Schienentrasse über die Gemarkung von Kronau, parallel zur Autobahn.

Entlang/neben der Autobahn (A5) ist ein möglicher Standort für die Güterbahntrasse Mannheim-Karlsruhe Foto: Arved Oestringer

Nichts Geringeres als die Bahnverbindung Genua-Rotterdam beschäftigte den Gemeinderat Kronau in seiner jüngsten Sitzung. Für den Ausbau dieser Bahnverbindung müsste ein Trassenabschnitt auf Kronauer Gemarkung gebaut werden.

Die Zusammenhänge erläuterte Gerd Hager, Vorsitzender des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, bei dem die Fäden für die Planung des Verkehrsprojekts in der Region zusammenlaufen. Das Vorhaben beschäftigt indes viele Verwaltungen zwischen den Hafenstädten in Italien und den Niederlanden.

Der Grundstein für die Verbindung sei in der Vergangenheit gelegt worden, erläuterte Hager. Die für den Güterverkehr enorm wichtige Bahnverbindung führe über die Schweiz nach Karlsruhe, von dort aus nach Mannheim und dann weiter quer durch Deutschland und die Niederlande.

Mehr Schienenkapazität für Güterverkehr soll entstehen

Dass Deutschland und die Schweiz schon länger mehr Güter auf die Schiene bringen wollen, sei bekannt, so Hager. In der Schweiz wurde bereits der Gotthardtunnel ausgebaut, Deutschland hinke noch hinterher. An diesem Punkt komme nun die Region zwischen Mannheim und Karlsruhe ins Spiel. In der Region mangele es stark an Schienenkapazitäten für den Güterverkehr, so Hager.

Daher werde es in den kommenden Jahren in diesem Bereich zusätzliche Verbindungen geben. „Es handelt sich um eines der größten Infrastrukturprojekte in den nächsten zehn Jahren“, sagte Hager mit Verweis auf den Bundesverkehrswegeplan, der dafür Investitionen in Höhe von über einer Milliarde Euro vorsieht.

Bürgermeister Frank Burkard (CDU) hatte Hager in den Kronauer Gemeinderat eingeladen, um zusammen mit dem Gemeinderat mehr über die Planung des Projektes zu erfahren, das den etwas sperrigen Titel „Dialogforum Karlsruhe-Mannheim“ trägt. Besonders wichtig war es ihm, die Räte und die Bürger rechtzeitig zu informieren.

„Da sich das Projekt noch in einem relativ frühen Stadium befindet, lassen sich jetzt noch Änderungen und Vorschläge im Streckenverlauf vornehmen“, erklärte Hager und stellte die Grobplanung für einige Streckenvarianten im Korridor zwischen Karlsruhe und Mannheim vor.

Bürgermeister Frank Burkard: Kein Wald für die Strecke roden

Die Planungsvarianten umfassen demnach entweder die Erweiterung der Bestandsstrecken oder einen vollständigen Neubau entlang der A5. In den nächsten Schritten werd man die Zahl der möglichen Streckenvarianten einschränken, so Hager. Burkard wies darauf hin, dass der Wald entlang der A5 schon stark geschrumpft sei. „Auch die lange diskutierte Windanlage ist noch nicht endgültig vom Tisch“, sagte er. Burkard will daher vermeiden, dass noch mehr Wald abgeholzt wird.

Thomas Weber (SPD) betonte, dass es wichtig sei, in der Zukunft mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Das Verfahren sei bis jetzt „ganz ordentlich“ verlaufen, dennoch wolle man die Entwicklung weiterhin eng begleiten, um bei einer ungünstigen Streckenplanung gegebenenfalls zu handeln.

Auch kritische Reaktionen im Kronauer Gemeinderat

Kritik an der Bahn kam von Webers Fraktionskollegen Rolf Acker. Er begrüßte die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, ärgerte sich jedoch darüber, dass man jahrelang in das Autobahnnetz investiert habe und die Bahn nach 30 Jahren „ankomme“ und plötzlich eine Strecke vor Ort bauen will.

Widerspruch gab es dabei vom Ratskollegen und Eisenbahner Niko Vurnik (CDU). Dieser teilte mit, dass die Bahn nicht am verspäteten Verfahren schuld sei, sondern dass die Planung in diesem Fall durch den Bund verzögert worden sei. Aus der Sicht eines Eisenbahners sei die Strecke entlang der A5 aufgrund der Geradlinigkeit jedoch prädestiniert, meinte er. Als Rat verstand er aber auch die Bedenken des Bürgermeisters.

Die Freien Wähler äußerten sich zu diesem Tagesordnungspunkt nicht.

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