Skip to main content

Krise in der Regionalliga

Fußballerinnen des Karlsruher SC kämpfen gegen den Abstieg

Eigentlich wollten die Fußballerinnen des Karlsruher SC oben mitspielen. Die Realität ist jedoch Abstiegskampf in der Regionalliga.

Fußballtrainer Anil Yildiz sitzt auf einer Bank
Anil Yildiz arbeitete früher im Frauen-Nachwuchs des VfL Wolfsburg. Seit dem 1. Dezember trainiert er die Fußballerinnen des Karlsruher SC. Foto: Yildiz

„Oben mitspielen“, wollte Romina Konrad vor Beginn der neuen Saison. Die Cheftrainerin der Fußballerinnen des Karlsruher SC war zuversichtlich, mit ihrer jungen Mannschaft (Altersdurchschnitt 21,5 Jahre) eine gute Rolle in der Regionalliga Süd spielen zu können. Doch die Bilanz nach der Hinrunde und der ersten Rückrundenpartie ist ernüchternd.

Drei Siege, drei Unentschieden und sechs Niederlagen stehen nach zwölf Spieltagen zu Buche. Das bedeutet mit zwölf Punkten Rang neun in der Tabelle, nur einen Platz und drei Punkte von den Abstiegsrängen entfernt. Aus dem „Oben-mitspielen-wollen“ ist Abstiegskampf geworden.

Diesen zu bestehen, wird keine leichte Aufgabe, aber sowohl Konrad als auch der neue Cheftrainer Anil Yildiz sind zuversichtlich, diese Aufgabe zu meistern. Der 36-jährige Yildiz, der aus Nagold kommt, ist lizenzierter Fußballtrainer und hat Erfahrung im Frauenfußball. Zwei Jahre lang trainierte er den damaligen Zweitligisten VfL Sindelfingen und war auch zwei Jahre erfolgreich im Frauen-Nachwuchs beim VfL Wolfsburg tätig. Am 1. Dezember hat er offiziell die Nachfolge von Lukas Freiburger angetreten, der kürzlich freigestellt wurde.

Experiment mit Doppelspitze geht schief

Freiburger, der zu Saisonbeginn als gleichberechtigter Cheftrainer neben Konrad die Mannschaft hauptverantwortlich betreute, weil Konrad aufgrund ihrer weiteren Verpflichtungen im Verband selbst „etwas kürzer treten wollte“, schaffte es nicht, Konstanz in die Mannschaft zu bringen. Das Experiment mit der Doppelspitze ging schief. Das Team kam nicht in Tritt, auch wenn es zwischendurch positive Ausreißer nach oben gab, wie den überraschenden 3:0-Auswärtssieg in Calden.

Ein Tiefpunkt dagegen war die 1:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger Dortelweil und als auch die Partie in Hof mit 2:3 verloren ging, rutschte die Mannschaft auf einen Abstiegsplatz. Freiburger wurde darufhin freigestellt. „Nach der Niederlage in Hof mussten wir etwas tun, denn so konnte es nicht weitergehen“, meinte Abteilungsleiterin Sandra Ernst dazu.

Konrad übernahm kurzfristig wieder die alleinige Verantwortung. Ihre Mannschaft tat sich aber weiter schwer und hatte überdies den verletzungsbedingten Ausfall einer Reihe von Leistungsträgerinnen zu verkraften. So musste die 31-jährige Übungsleiterin in den letzten vier Spielen vor der Winterpause, in denen es einen Sieg, eine Niederlage und zwei Unentschieden gab, sowohl auf ihre mit sechs Treffern beste Torschützin Melissa Zweigner-Genzer (Syndesmosebandriss) ebenso verzichten, wie auch auf Runa Kreutzer (Bänderriss), Chantal Kirtzakis (Schulterverletzung) und Marie Buchleiter (Bänderriss).

Bis zum Start nach der Winterpause am 3. März 2024 hofft der neue Cheftrainer Yildiz, dem Konrad weiterhin als Co-Trainerin zur Seite stehen wird, darauf, dass alle wieder fit sind. „Ich bin davon überzeugt, dass wir dann in der Rückrunde auch wieder erfolgreich sein werden. Die Mannschaft hat die Qualität und das spielerische Vermögen, den Klassenverbleib zu schaffen“, so Yildiz, der die Spielerinnen am 22. Januar 2024 zum ersten Training unter seiner Leitung erwartet.

nach oben Zurück zum Seitenanfang