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Am 14. März 2021 wird neues Landesparlament gewählt

Landtagswahl: Nur bei der AfD ist noch offen, wer in Bruchsal antritt

Nur bei einer Partei ist noch unklar, wer im Wahlkreis Bruchsal bei der Landtagswahl ins politische Rennen geht. Die AfD hat nach Querelen den zweiten Nominierungsversuch noch vor sich. Bei den anderen Parteien ist klar, wer antritt. Es gibt neue und bekannte Köpfe darunter.

Der Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart. Derzeit sind aus dem Wahlkreis Bruchsal dort ein CDU- und ein AfD-Abgeordneter vertreten. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Am 14. März 2021 wird der nächste Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Jeder Bürger hat dann eine Stimme. Wie die Parteien beim Bürger bis zum Frühjahr für sich werben können, ist derzeit unklar. Fest steht nur bei fast allen großen politischen Kräften, wer im Wahlkreis Bruchsal ins Rennen geht. Mit einer Ausnahme: Bei der AfD hat ein gerichtlich ausgetragener Streit um den korrekten Kreisvorstand eine Versammlung bislang verhindert.

CDU-Abgeordneter will Direktmandat verteidigen

Früh dran mit ihrer Nominierung war die CDU. Bereits Mitte März, also ein Jahr vor der Entscheidung, stand Ulli Hockenberger erneut als Kandidat fest. Der 63-Jährige will sein Direktmandat verteidigen.

Hockenberger, Ulli, CDU Foto: CDU

Vor fünf Jahren lag er mit vergleichsweise schwachem CDU-Ergebnis vorn. Aber rund 30 Prozent reichten 2016 dem damaligen Bruchsaler Bürgermeister zum erstmaligen Einzug ins Parlament von Baden-Württemberg. Der Wahlkreis Bruchsal ist traditionell in schwarzer Hand.

Den üblichen zweiten Platz im Wahlkreis musste die SPD vor fünf Jahren an die Grünen abgeben. Deren Kandidatin Gabriele Aumann holte 24,2 Prozent. Die Bruchsalerin wäre gern 2021 wieder angetreten, doch unter vier grünen Bewerberinnen machte Waghäusels Stadträtin Nicole Heger das Rennen.

Nicole Heger will die Partei Bündnis 90/Die Grünen aus dem Wahlkreis Bruchsal ab 2021 im Landtag von Baden-Württemberg vertreten. Foto: Andy May

Die 50-Jährige ist Qualitätsmanagerin. Im Nachbarwahlkreis Bretten, zu dem die Stadt Kraichtal gehört, errangen die Grünen 2016 den ersten Platz. Andrea Schwarz zog in den Landtag ein und will das Mandat verteidigen.

AfD-Abgeordneter Balzer muss mit Gegenkandidatur rechnen

Seit der vorigen Wahl hat die AfD einen Abgeordneten in der Region. Das Ergebnis von 19,7 Prozent bescherte Rainer Balzer aus Bad Schönborn den Sitz im Landtag. Der 61-jährige Ingenieur will zumindest wieder nominiert werden. Was nicht so leicht ist. Aus formalen und inhaltlichen Gründen.

Rainer Balzer (AfD) Foto: BNN

Die AfD musste die für 16. Oktober geplante Versammlung absagen. Streit um eine korrekte Vorstandswahl führte zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Deshalb durfte der nicht legitimierte Kreisvorstand nicht zur Nominierung einladen. Einen neuen Termin hat die Partei inzwischen: Am 20. November im Bruchsaler Bürgerzentrum, der hat aktuell auch noch Bestand.

Zum zweiten Anlauf lädt der Landesverband ein, was satzungsgemäß sei. Das versichert AfD-Kreissprecher Balzer. Der Abgeordnete, der sich dem bürgerlich-konservativen Teil der Partei zugehörig fühlt, dürfte mit einer Gegenkandidatur konfrontiert werden. Wie zu hören ist, könnte Gabriele von Massow antreten. Auf eine Anfrage dazu reagierte sie nicht. Die Bruchsaler Stadträtin und Fraktionsvorsitzende von Afd/UBiB hat sich noch nicht offiziell dazu geäußert und auch nicht dazu, ob sie tatsächlich für den stark rechten, völkischen Teil der Partei steht.

Dass ein Richtungsstreit in der regionalen AfD im Gange ist, zeigte sich bei der Nominierung für den Wahlkreis Bretten. Dort bewarben sich sowohl Balzer als auch von Massow als Ersatzkandidaten für den nominierten Andreas Laitenberger. Und von Massow gewann knapp. Ein Streit zwischen ihr und Balzer steht wohl auch hinter dem Fall über einen Interneteintrag, in dessen Folge es um die Aufhebung der Immunität von Balzer geht.

SPD fiel 2016 auf Platz vier im Wahlkreis Bruchsal

Die SPD landete bei der Wahl 2016 auf dem vierten Rang im Raum Bruchsal. Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp musste sich als Kandidat mit nur noch 11,9 Prozent zufriedengeben. Das Ergebnis seiner Partei, die damals sogar im Land mitregiert hatte, wurde etwa halbiert. Diesmal geht mit Alexandra Nohl eine Bruchsalerin an den Start. Die 45-jährige Stadträtin wurden von den Parteimitgliedern bei einer Briefwahl mit 75 Prozent dazu bestimmt. Nohl ist Konrektorin in Heidelsheim.

Alexandra Nohl: Für den Wahlkreis Bruchsal zieht die 45-Jährige in den Wahlkampf um einen Platz im baden-württembergischen Landtag. Neben ihren Ämtern im Gemeinde- und Ortschaftsrat ist Nohl Konrektorin einer Schule. Foto: Rake Hora

Ebenfalls im baden-württembergischen Landtag vertreten ist derzeit die FDP, jedoch ohne einen Abgeordneten aus dem Raum Bruchsal. Die 8,1 Prozent von 2016 reichten dem Mediziner und Stadtrat Jürgen Wacker nicht für ein Zweitmandat. Die Liberalen setzen im Frühjahr auf Timo Imhof aus Bruchsal. Der 45-Jährige arbeitet als Fachoberlehrer an einer Gemeinschaftsschule.

Foto 9743: NOMINIERUNG DER FDP für den Wahl-kreis Bruchsal-Schwetzingen: (v.l.) Holger Höfs, FDP-Bundestagskandidat Chris Brocke, Timo Imhof und Heiko Zahn. Foto: Klumpp Foto: Kurt Klumpp

Im deutschen Bundestag und in mehreren Landesparlamenten sitzen Vetreter der Partei „Die Linke“. Für den Landtag von Baden-Württemberg reichte das Wählervotum zuletzt nicht. Kandidat für den Wahlkreis Bruchsal war Heinz-Peter Schwertges. Der Gärtnermeister aus Ubstadt-Weiher tritt erneut an.



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