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Längere Öffnungszeiten

Lange Schlangen auf dem Wertstoffhof gehören in Heidelsheim der Vergangenheit an

Die Bilder aus dem Frühjahr 2020, als die Wertstoffhöfe regelrecht gestürmt wurden, sollen sich nicht wiederholen. Jetzt sehen sich die Abfallwirtschaftsbetriebe gut vorbereitet.

v.l. Anke Blitzen (Mitarbeiterin auf dem Wertstoffhof Heidelsheim), Uwe Bartl (Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises), Thomas Koch (Leiter der Kreismülldeponie und der Wertstoffhöfe). Das Foto ist vor dem Container für Zeitungen und Zeitschriften aufgenommen worden, diese werden dann umweltfreundlich recycelt und das Papier wird für neue Drucke verwendet, darunter auch die BNN. Foto: Arved Oestringer

„Nach dem ersten Lockdown, an dem wir geschlossen hatten, war der Andrang enorm“, sagt Thomas Koch, Leiter der Kreismülldeponie und der Wertstoffhöfe im Landkreis Karlsruhe. Dies führte Ende März 2020 zu massiven Schlangen.

Doch jetzt ist man darauf gut vorbereitet, teilt Uwe Bartl, der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Karlsruhe mit. Vor Ort im Wertstoffhof Heidelsheim ist zu sehen, wie die private Müllentsorgung durch die Bürger aktuell funktioniert.

Kontrollen an der Einfahrt

Direkt bei der Einfahrt in den Wertstoffhof wacht eine Kontrolleurin darüber, ob der Abstand an der jeweiligen Entsorgungsstation eingehalten werden kann. Dort darf immer nur eine Person tätig werden. Außerdem ist das Betreten der Anlage nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung erlaubt, was ebenfalls kontrolliert wird.

Unabhängig von der Pandemie: Die richtige Mülltrennung sei besonders für die spätere Weiterverwertung wichtig, „das kommt auch der Umwelt zugute“, sagt Bartl. Aus dem Biomüll werde später Biogas, aus dem Papier und der Kartonage recyceltes Papier. Selbstverständlich werde auch das weiter kontrolliert.

Die Menschen aus der Umgebung nutzen das Angebot des Heidelsheimer Wertstoffhofes sehr gerne. Einige kommen regelmäßig, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Abfall. Einer von ihnen ist der Heidelsheimer Jean-Paul Leucht. Für ihn, der in der Nähe wohnt, sei der Wertstoffhof ideal, um die Abfälle des täglichen Bedarfs zeitnah zu entsorgen. Vor einer Corona-Infektion habe er bei der Müllentsorgung keine Angst, da dort selbst bei großem Andrang immer genügend Abstand eingehalten werde.

Deutlich mehr Müll durch Online-Bestellungen

Auf die Frage, wie sich die Pandemie auf die privat angelieferten Müllmengen ausgewirkt hat, antwortet Bartl: „Es ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.“ So habe sich die Gesamtmüllmenge im vergangenen Jahr um 25 Prozent erhöht. Besonders der Anstieg bei den Kartonageabfällen falle auf. Diese seien um 50 Prozent gestiegen. Auch sei 27 Prozent mehr Bauschutt abgegeben worden. „Die Menschen bestellen mehr und arbeiten verstärkt im Haus und im Garten, erklärt der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes.

Die Bruchsalerin Lisa Christofzik kennt das Verpackungsproblem. Seit die Geschäfte geschlossen sind, hat sie ebenfalls mehr im Internet bestellt. „Einige Bestellungen sind unnötigerweise mehrfach verpackt“, sagt sie.

Hinzu kommt, dass man jetzt im Lockdown mehr Zeit zum Entrümpeln hat als sonst. „Jetzt habe ich auch Zeit, die Ecken zu entrümpeln, die man sonst nicht so sieht“, sagt Christofzik. Natascha Hartmann aus Heidelsheim freut sich, dass neben Papier und Bauschutt auch Gartenabfälle angenommen werden. „Besonders in der Pandemie bietet sich das Arbeiten im Freien an“, sagt sie und bestätigt damit die Aussage des Experten.

Öffnungszeiten verlängert

Aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres haben die Abfallwirtschaftsbetriebe ihre Schlüsse gezogen: „Wir haben unsere Öffnungszeiten aufgrund der aktuellen Situation deutlich erweitert, das macht sich jetzt positiv bemerkbar. Der Andrang kann sich so deutlich besser verteilen“, sagt Bartl. Und es scheint zu stimmen: „Wir fühlen uns hier nicht gefährdet, alles ist bestens organisiert“, bestätigten alle Anlieferer.

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