Skip to main content

Bleibt der Markt bestehen?

Nach dem Ende von Real herrscht Unsicherheit in der Heidelsheimer Filiale

Die Supermarkt-Kette Real ist zerschlagen. Doch was bedeutet das für die einzelnen Filialen, etwa die in Bruchsal-Heidelsheim? Die Unsicherheit wächst von Tag zu Tag, auch in der Belegschaft. Für Heidelsheim ist der Markt wichtig, sein Einzugsgebiet ist groß. Wird es eine reale Zukunft für Mitarbeiter und Kunden geben?

DUNKLE WOLKEN ÜBER DEM HEIDELSHEIMER REAL: Der Großmarkt hat ein großes Einzugsgebiet, das bis nach Kraichtal reicht. Ob das dem Markt das Überleben rettet? Derzeit offen. Experten äußern sich vorsichtig optimistisch. Foto: Heintzen

Die Unsicherheit geht nun schon bald ein Jahr: Bleibt der Real-Markt in Heidelsheim bestehen? Was passiert mit den Arbeitsplätzen? Welche Handelskette könnte den großen Einkaufsmarkt an der Bundesstraße 35 übernehmen? „Was mit den Mitarbeitern passiert, erfahren die doch als allerletztes.“ So äußert sich jemand aus dem Umfeld des Marktes gegenüber der Rundschau. In der Belegschaft in Heidelsheim – zuletzt waren das gut 100 Personen – herrscht jedenfalls zunehmend Frust. Die Filialleitung darf gegenüber der Presse nichts sagen und verweist auf die Metro-Pressestelle. Dort hält man sich ebenfalls bedeckt.

Gewerkschaften fürchten großen Verlust von Arbeitsplätzen

Monatelange Verhandlungen des Handelskonzerns Metro über seine angeschlagene Supermarktkette Real sind dieser Tage zu einem Ende gekommen. Real ist verkauft und wird zerschlagen. Die Unsicherheit in den knapp 300 Märkten vor Ort, auch in Heidelsheim, bleibt aber bestehen.

Der Finanzinvestor SCP habe sich mit der Metro AG auf eine 100-prozentige Übernahme von Real geeinigt, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Unternehmen in dieser Woche. Demnach soll ein Großteil der Real-Standorte „langfristig weiterbetrieben werden, entweder unter der Marke Real oder durch andere Einzelhändler“. Die Gewerkschaften fürchten dennoch den Verlust tausender Arbeitsplätze in ganz Deutschland.

Heidelsheimer Ortsvorsteher hofft auf eine Zukunft

Für Uwe Freidinger, den Heidelsheimer Ortsvorsteher, ist das lange Ringen und die mangelnde Informationspolitik ebenfalls frustrierend. „Man hofft natürlich, dass man einen Investor findet, der hier weitermacht.“ Der Markt sei nicht nur für Heidelsheim wichtig. Das Einzugsgebiet reiche bis nach Kraichtal, so Freidinger.

„Egal ob man eine Glühbirne, einen Fahrradschlauch oder eine Zeitschrift braucht, dafür geht man eben zum Real“, bringt es ein Kunde aus Helmsheim auf den Punkt. Nach Einschätzung der Bruchsaler Wirtschaftsförderin Birgit Welge steht der Markt gesund da, profitiert vom großen Einzugsgebiet seiner Kunden.

Pressestelle hält sich bedeckt

Bei der Metro-Pressestelle will man die Frage nach der Zukunft des Heidelsheimer Marktes nicht beantworten. Man befinde sich im finalen Stadium des Verhandlungsprozesses. „Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir informieren“, erklärt eine Sprecherin.

Experten zufolge sind jetzt vor allem kartellrechtliche Fragen zu klären. Erst nach ihrer Prüfung wird klar sein, welche anderen Handelsunternehmen wie Globus, Edeka oder Kaufland einzelne oder mehrere Real-Filialen übernehmen dürfen, welche Filialen am Ende auch geschlossen werden müssen. Auf einen Zeitplan für die weiteren Entscheidungen wollte sich die Metro-Sprecherin nicht festlegen.

Gelände gehört einem Fonds

Neben der Zukunft des Heidelsheimer Marktes stellt sich auch die Frage nach den Plänen für den leerstehenden Praktiker-Markt nebenan. Nach einem kurzen Intermezzo als Flüchtlingsunterkunft herrscht dort seit Jahren Leere. Das Gelände, Real, Praktiker und die Parkplätze gehört einem Fonds, der wiederum viele einzelne Eigentümer hat. Bisher gibt es von dort keine öffentlichen Äußerung zur Zukunft der Anlage.

nach oben Zurück zum Seitenanfang