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Verlust für die Kommunalpolitik

Bestürzung in Bruchsal: Obergrombacher Ortsvorsteher Jens Skibbe ist tot

Der Schock ist groß: Die Nachricht, dass der 47-jährige Obergrombacher Ortsvorsteher Jens Skibbe gestorben ist, erfüllt viele Bruchsaler mit Trauer und Bestürzung.

Trauer um Jens Skibbe: Der Obergrombacher Ortsvorsteher starb in der Nacht zum Montag. Foto: Martin Heintzen

In Bruchsal trauert man um den beliebten Obergrombacher Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat Jens Skibbe. Nicht nur im kleinen Stadtteil, sondern in der ganzen Stadt sind viele schockiert, können kaum glauben, dass Skibbe nicht mehr lebt. Auch in seiner CDU äußern sich die ersten schockiert über den plötzlichen Tod.

„Wir verlieren mit Jens Skibbe einen ganz wertvollen Menschen“, erklärt Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick in einer ersten Reaktion sichtlich bewegt. Bis zuletzt habe man sehr intensiv zusammengearbeitet. „Das ist ein großer Verlust für Obergrombach, für die Ortsgemeinschaft, für die ganze Stadt.“

Rechtsanwalt Skibbe war Stimmenkönig im Gemeinderat Bruchsal

Der 47-jährige Rechtsanwalt war der Stimmenkönig im Bruchsaler Gemeinderat, er war seit über zehn Jahren Ortsvorsteher in Obergrombach, war Mitglied im Gemeinderat und saß für seine CDU auch im Kreistag. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Kistenberger ringt um Worte. „Wir sind fassungslos.“ Skibbe galt als Hoffnungsträger der CDU, holte zwei Mal im Gemeinderat die meisten Stimmen und trat 2009 auch als Oberbürgermeisterkandidat in Bruchsal an.

„Das ist ein riesiger Verlust, nicht nur für die CDU“, so Kistenberger. Skibbe war volksnah, engagiert, „auf seinem Gebiet unersetzlich für uns.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende beschreibt ihn als menschlich und kollegial, „er war sich für keine Arbeit zu schade.“

Ortsvorsteher, Kreisrat und von der Bild-Zeitung geadelter Sänger

Skibbe war aber nicht nur für sein politisches Engagement bekannt und bei vielen beliebt. Er war auch ein sehr guter Tenor-Sänger, sang beim MGV Obergrombach, trat bei vielen Veranstaltungen als Solist auf und unterhielt seine Stadtratskollegen bei der Weihnachtsfeier mit seinem Gesang. Bei einem Wettbewerb der Bildzeitung, bei dem der deutsche Paul Potts gesucht wurde, sang er sich vor einigen Jahren auf Platz 1.

Noch am Samstag saß die CDU-Fraktion zu Haushaltsberatungen beisammen, die Stimmung schien gelöst. Am Montagmorgen dann die schockierende Nachricht. In der Nacht zum Montag hatte sich Skibbe das Leben genommen.

Der Rechtsanwalt hatte 1993 Abitur am Bruchsaler St. Paulusheim gemacht und war schon ein Jahr später in die Kommunalpolitik eingestiegen. Sein Jurastudium führte ihn nach Heidelberg. Seit dem Jahr 2004 war er Ortsvorsteher in Obergrombach, seit 2009 auch im Gemeinderat und im Kreistag.

Hilfe und Unterstützung

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Sollten Sie selbst Probleme haben oder über Suizid nachdenken, gibt es Seelsorgestellen, die jederzeit eine anonyme Beratung anbieten. Die kostenlosen Rufnummern lauten (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222. Regional gibt es die Notfallseelsorge im Enzkreis und der Stadt Pforzheim als gemeinsamer Dienst der Kirchen. Diese arbeitet eng zusammen mit Kriseninterventionsdiensten von DRK Pforzheim Enzkreis und Malteser Kämpfelbach mit der Feuerwehr und anderen Einheiten.

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