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„Wilde Weiden“

Bei Oberhausen-Rheinhausen könnten bald Wasserbüffel das Bild bestimmen

In einen Naturschutzgebiet bei Oberhausen-Rheinhausen wollen „wilde Weiden“ entstehen, auf denen Wasserbüffel grasen. Wie das aussehen könnte.

Blick auf das betroffene Naturschutzgebiet Wagbachniederung, das zur Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen gehört
Blick auf das betroffene Naturschutzgebiet Wagbachniederung, das zur Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen gehört Foto: Werner Schmidhuber

Werden bald bis zu 15 Wasserbüffel auf der Gemarkung Oberhausen-Rheinhausen weiden und als neue Attraktion dienen? Auf einem Teil des Naturschutzgebiets Wagbachniederung soll eine „wilde Weide“ entstehen, auf der die imposanten Tiere, jedes etwa eine Tonne schwer, grasen können.

Biologin Verena Stricker vom Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe stellte in der Gemeinderatssitzung am Montagabend die Machbarkeitsstudie „Wilde Weiden“ für das RP-Projekt vor. Im ganzen Land habe man nach geeigneten Flächen gesucht, schließlich sei man in Oberhausen-Rheinhausen fündig geworden.

Von 180 möglichen Flächen kamen sechs in die engere Auswahl, darunter auch die Philippburger Rheinschanzinsel mit einem Umfang von 200 Hektar und das Gelände des ehemaligen Kirrlacher Munitionsdepots mit 45 Hektar.

Gebiet bei Oberhausen-Rheinhausen bietet ideale Voraussetzungen

Die 224 Hektar große Wagbachniederung biete optimale Bedingungen, so Stricker. Denn es handelt sich um eine alte Rheinschleife mit offenen Wasserflächen, Flachwasserzonen, Schlammbänken, Schilfflächen, Feuchtwiesen, Hecken und Büschen. Vorgesehen für die Weide ist eine Fläche von 42 Hektar.

Unter dem Begriff „Wilde Weiden“ firmiert das neue Konzept des Naturschutzes: Robuste Weidetiere gestalten auf großen Flächen ganzjährig in geringer Dichte die Landschaft, ähnlich wie es wilde Huftiere in der Naturlandschaft taten. Durch Verbiss und Tritt entstehen abwechslungsreiche Mosaike aus Weiderasen, Hochstaudenfluren, offenen Böden, Gebüschen und Wäldern. Diese bieten vieln Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Naturnahe Beweidung – ergänzend zur klassischen Biotoppflege, zur ökologischen Landwirtschaft und zum Prozessschutz bisheriger Prägung – sei eine kosteneffektive Säule zum Erhalt des europäischen Naturerbes, hieß es in der Sitzungsvorlage.

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So gering wie möglich soll der menschliche Einfluss ausfallen. Um das Weidegebiet herum wird ein Zaun gezogen. „Wir können uns gut vorstellen, dort Wasserbüffel anzusiedeln“, betonte Stricker. Denn diese Tiere eignen sich am besten dafür. Das Projekt soll die Artenvielfalt und naturnahe Wildnisentwicklung der Landschaft durch minimales Pflegemanagement fördern. Eine Wasserbüffelhaltung diene auch der Fleischproduktion.

Potientielle Tierhalter sollen gehört werden

Alle vier Fraktionssprecher – Hajo Böser (CDU), Margit Zieger (FÖDL), Thorsten Koch (FW) und Florian Häfele (SPD) – plädierten für das Vorhaben. Auf Anfrage von Böser ließ Stricker wissen, dass bei einer Realisierung der wilden Weiden auch Ökopunkte generiert werden können. Als nächsten Schritt wollen RP und die Gemeinde alle interessierten, potenziellen Landwirte zu einem Austausch einladen.

Welche Tiere noch dort leben könnten, wollte Werner Most (CDU) wissen. In Betracht kämen auch Rinder und Pferde, sagte Stricker. Doch das Feuchtgebiet eigne sich am ehesten für Wasserbüffel. Norbert Horn (SPD) erhielt die Auskunft, dass das Gelände für 15 Wasserbüffel reiche.

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