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Der erste Spargel ist da

Frisch geerntet in Waghäusel: Seit Sonntag kommt wieder Spargel auf den Teller

Bereits Anfang März wird bei Landwirt Großhans der erste Spargel gestochen. Dabei funktioniert die Abwärme aus dem Bauernhof-Blockheizkraftwerk wie eine Fußbodenheizung. „Was hier fließt, ist die reine Abwärme der vorhandenen Biogasanlage“, sagt Großhans.

Premiere: Steffen Großhans und seine Frau Anja stechen gemeinsam mit Töchterchen Luisa auf dem Meerwarth-Gelände bei Oberhausen den ersten Spargel des Jahres. Foto: Werner Schmidhuber

Es dürften die ersten tagesfrisch gestochenen Spargel in Baden-Württemberg sein, die am Sonntagmittag bei der Familie Großhans auf dem Teller lagen.

Das „Grenzgebiet“ zwischen Oberhausen und Kirrlach, wo der Bauernhof der Meerwarths liegt, ist als die Anbaufläche bekannt, auf der die allerersten Spargel sprießen.

Wenn das „weiße Gold“ aus dem Boden guckt, sei der Winter endgültig vorbei, sagt man in der Region.

Menschen fragen täglich nach Saisonstart

„Wir können es kaum erwarten, bis wir endlich unseren begehrten Spargel genießen dürfen.“ Diesen Satz hat Spargelanbauer Steffen Großhans, der 1,2 Hektar bodenbeheizte Spargel bewirtschaftet, in jüngster Zeit oft zu hören bekommen.

Ich könnte mich vier Monate lang nur davon ernähren.
Ebru Baz, Unternehmerin aus Waghäusel

Es gebe Menschen, die fast täglich nach dem Saisonstart fragen. Zu den bekennenden Spargelfans gehört die Waghäuseler Unternehmerin Ebru Baz: „Ich könnte mich vier Monate lang – bis zum letztmöglichen Zeitpunkt am 24. Juni – nur davon ernähren.“

Bereits im Februar zeigten sich die ersten Spargelköpfchen

Schon in den vergangenen Februartagen lugten die ersten weißen Köpfchen vorsichtig aus dem Sand, seit dem 7. März wird geerntet. Ab Mitte der Woche stehen die Erntehelfer aus Rumänien mit ihren scharfen Spargelmessern an den 18 etwa 400 Meter langen Riefen und stechen etliche Kilo des „Asparagus Officinalis“, so der botanische Name.

Auf einem Teil des Geländes von Carola und Dieter Meerwarth hat Landwirt Steffen Großhans vom gleichnamigen „Spargelhof und Bauernladen Großhans“ als Pächter ein Spargelfeld angelegt, das von unten her erwärmt wird und damit wie eine Fußbodenheizung funktioniert.

„Was hier fließt, ist die reine Abwärme der vorhandenen Biogasanlage“, betont Großhans. Insgesamt handelt es sich um eine Warmwasser-Leitungsstrecke unter den Dämmen von elf Kilometern.

Ungenutzte Wärme wird sinnvoll eingesetzt

Ungenutzte Wärme wird also wirtschaftlich sinnvoll für den Spargelanbau eingesetzt. Aus diesem Grund gibt es den begehrten Spargel jetzt schon und nicht, wie andernorts, erst ab Mitte April.

Die in der Erde steckende Energie kommt von der 2007 erbauten und 2012 erweiterten Biogasanlage des 1985 aufgekauften und modernisierten „Forlenhofs“. Dort gibt es momentan 250 Milchkühe. Jedes Tier produziert etwa 65 Liter Gülle täglich, die so einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

Ein Kilo Spargel der ersten Sorte kostet derzeit 25 Euro

Derzeit zahlt der Spargel-Liebhaber für ein Kilo erster Sorte - dem großen Aufwand entsprechend – 25 Euro. Abnehmer sind im Coronajahr nicht mehr die Gastronomen, sondern betuchte Spargel-Fans. Insgesamt erntet der Betrieb erfahrungsgemäß rund 150 Tonnen pro Jahr. Ab dem kommenden Wochenende wird bei ihm verkauft.

Der erste Spargel-Anbau im nordbadischen Raum erfolgte wohl im Jahr 1668. Damals holte sich Kurfürst Carl Ludwig die weißen Stangen in den Gemüsegarten seines Jagdschlosses in Schwetzingen.

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