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Landwirt mit Laptop: Bio-Bauer in Oberhausen-Rheinhausen nutzt autonome Kartoffel-Legemaschine

Im Märzen der Bauer ... die Kartoffellegemaschine anwirft. Wir begleiten einen Kartoffelbauern Oberhausen-Rheinhausen bei seinen Arbeiten auf dem Feld. Er nutzt modernste Maschinen, die via GPS eigenständig in der Spur bleiben.

Moderne Technik: Gunnar und Nicole Kliesow erklären die Kartoffel-Legemaschine, die in enormer Präzision allein über den Acker fährt. Foto: Werner Schmidhuber

Mit leichter Abweichung hält sich Landwirt Gunnar Kliesow an die Erkenntnis: „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand. Er pflüget den Boden, er egget und sät und rührt seine Hände frühmorgens und spät.“

So wie es das 150 Jahre alte romantisch verklärte Lied vom fleißigen Bauernvolk beschreibt, ist es inzwischen im ganzen Land. Doch die Zeiten haben sich geändert. Statt vornehmlich die Hände zu rühren, werden schwere Maschinen eingesetzt.

So geht’s auch beim Bio-Großlandwirt Gunnar Kliesow in Oberhausen zu, dessen Errungenschaft, eine Kartoffel-Legemaschine, große Aufmerksamkeit weckt. Spaziergänger bleiben stehen und schauen zu, bewundern das Wunderwerk der Technik.

Fahrzeug ist ohne Fahrer unterwegs

Wie zu erfahren ist, verfügt das Fahrzeug über GPS und fährt daher von selbst, ohne auch nur einen Zentimeter von der Spur abzuweichen. Ganz langsam bewegt sich der Traktor über den Acker. Im Schlepptau hat er eine Kartoffellegemaschine.

Drei Mitarbeiter seines Biohofes stehen oder sitzen auf dem Gefährt und kontrollieren, ob die Erdäpfel fachgerecht im Boden landen.

Auf dem Acker wird eine Furche gezogen und in diese die sogenannte Mutterknolle gelegt. Überall ist der gleiche Abstand garantiert. Anschließend wird über der Kartoffel ein Damm geformt. Somit ist alles zugedeckt. Der Pflanzabstand und die Pflanztiefe sind einstellbar. Auf das Feld mit den durchziehenden Dämmen kommt schließlich ein Vlies.

Vlies soll Schädlinge fernhalten

Der Einsatz von Vlies schützt vor extremen Witterungseinflüssen wie Wind, Schlagregen und Hagel, aber auch vor Wildfraß und Schädlingen.

Zudem bietet Vlies guten Frostschutz: Der bei Frost entstehende Taubelag bildet einen Eispanzer auf dem Vlies, der das Austreten der Bodenwärme verhindert. „Von daher ist die Plane sehr wichtig“, erläutert Nicole Kliesow, die mit ihrem Mann am Rand des Kartoffelfeldes die perfektionierte Kartoffelversenkung überwacht.

„Die Bedingungen sind derzeit gut, alles ist abgetrocknet“, bemerkt Gunnar Kliesow zufrieden. Bei ihm kommen sieben Sorten in den Boden, darunter Annabell, hinter der die meisten Käufer her sind. Dabei handelt es sich um eine frühreife, festkochende Kartoffelsorte mit langovalen Knollen.

Bauer Kliesow bewirtschaftet insgesamt 200 Hektar. Elf Hektar sind Kartoffeln, die, wenn es soweit ist, rund 20 Tonnen ergeben. In sechs Hektar Land stecken Frühkartoffeln. Den Rest machen weitere Speisekartoffeln aus, die im eigenen Hofladen angeboten werden.

Ein anderer Teil der Erntemenge geht an den weiteren Naturkosthandel. Auf elf Hektar werden Möhren angebaut. Sechs Hektar Fläche machen auf dem Hof der Kliesows Zwiebeln aus. In der Hauptsache erzeugt der Landwirtschaftsbetrieb aber Getreide und Soja. Das Wiesengelände dient für die Fütterung.

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