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Aktion auf dem Wochenmarkt

Obstgeschenk soll das Impfen in Bruchsal versüßen

Mit Bratwurst und Obst sollten die Menschen in Bruchsal zum Impfen gebracht werden. Motiviert waren die Teilnehmer am Samstag auch ohne die Gutscheine. Es gab aber auch kritische Stimmen.

Ärmel hoch: Marzena Gröpler (rechts) gab die Einwilligung zur Impfung ihrer 13-jährigen Tochter Angelika Kleczkowska (beiges Shirt), daneben auf dem Stuhl Lina Mandalka im schwarzen Shirt, bei der Anmeldung mit ärztlichem Aufklärungsgespräch, hinten im Impfbus Lennart Segreff, der den Impfstoff spritzte. Foto: Claudia Pospieszczyk

In Kooperation mit dem Landratsamt Karlsruhe initiierte die Stadt Bruchsal am Samstag auf dem Wochenmarkt ein Impfangebot mit Johnson & Johnson oder BioNTech unter dem Motto „#ÄrmelHoch – Impfen hilft“, begleitet von acht Helfern des Mobilen Impfteams des Heidelsheimer Kreisimpfzentrums und des Impfbusses des Deutschen Roten Kreuzes.

Von der Stadt Bruchsal unterstützten Andrea Pollok-Völker und Jessica Kreischer die Aktion. Ein Passant versuchte dabei, Impfwilligen die Teilnahme auszureden.

„Nach einer Dreiviertelstunde haben sich bereits 20 Menschen zur Impfung angemeldet. Das ist sehr gut. Im Schnitt liegen wir bei unseren Aktionen bei 60 bis 70 Personen“, sagte Pollok-Völker. Die Impflinge bekamen neben dem Impfstoff auch einen Gutschein für eine Bratwurst oder Obst an den jeweiligen Wochenmarktständen. Das stieß nicht bei jedem Besucher des Wochenmarktes auf Verständnis.

Hausarzttermin nur mit langer Wartezeit

„Ich bin selbst noch ungeimpft und verstehe nicht, wieso man die Menschen nun mit Gutscheinen lockt“, kritisierte ein Bruchsaler, der anonym bleiben möchte, die Aktion.

Eine Untergrombacherin meinte dahingegen: „Ob sich die Menschen nun durch einen Gutschein zur Impfung motivieren lassen oder sich heute spontan entscheiden, ist doch egal. Ich bin selbst geimpft und finde es ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die Pandemie“.

Lennart Segreff (links) impfte die 13-jährige Angelika Kleczkowska nach Einwilligung ihrer Mutter. Das Mädchen möchte damit bei Reisen nach Polen der Quarantäne entgehen. Foto: Claudia Pospieszczyk

Der Tenor unter den Impfwilligen war einhellig: „Wir sind nicht wegen einer Bratwurst oder wegen Obst hier“. Die Beweggründe waren anderer Natur. „Die 3G-Regel hat meine Entscheidung begünstigt, aber ein Telefonat mit einer guten Freundin den Ausschlag gegeben. Ich bin spontan hier“, sagte Torsten Werner. Maria Treusch freute sich, dass sie ihre zweite Impfung bekam: „Beim Hausarzt hätte ein Termin länger gedauert“.

Eric Norbert Falbe nahm das Impfangebot auf Empfehlung seines Hausarztes wahr. Für Lina Mandalka war der Solidaritätsgedanke ausschlaggebend. Die 13-jährige Angelika Kleczkowska ließ sich nach Zustimmung ihrer Mutter Marzena Gröpler impfen: „Wenn ich nach Polen fahre, entfallen dann Themen wie Quarantäne“.

Laut Lisa Gruber vom DRK-Kreisverband Karlsruhe versuchte ein Mann, Impfwilligen eine Impfung auszureden. Ansonsten sei die Aktion sehr gut angenommen worden.

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