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Schnelles Internet braucht Zeit

Östringen-Tiefenbach ist online-mäßig abgehängt

Viele Arbeitnehmer sind seit mehreren Monaten im Homeoffice, daneben müssen oft auch die Kinder von zu Hause aus via Homeschooling unterrichtet werden. Das beansprucht die Datenleitungen in extremer Weise. In Tiefenbach fehlen vielerorts neue leistungsstarke Datenleitungen - das ist ärgerlich und führt immer wieder zu Problemen.

Warten auf den Anschluss: Pannen und Pech verfolgen Sabrina und Jan Burkhardt bei der Umstellung auf Highspeed-Internet. Foto: Monika Eisele

Wie wichtig ein leistungsfähiges Internet ist, zeigt sich spätestens, seit viele Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten und zeitgleich Kinder und Jugendliche online unterrichtet werden, das Mittagessen mit Hilfe digitaler Kochhilfen zubereitet und die Freizeit mit Computerspielen oder Streamingdiensten gestaltet wird.

So manches alte Kupferkabel ist dem damit verbundenen Ansturm der Datenmengen nicht gewachsen. So war es auch im Östringer Stadtteil Tiefenbach – oder sollte es gewesen sein.

Bereits seit dem vergangenen Sommer sind dort bislang in der Westlichen und Östlichen Hauptstraße, in der Hamberger Straße sowie teilweise in der Straße Am Klosterberg Glasfaserleitungen verlegt. Im Juli gab Landrat Christoph Schnaudigel das Startsignal für das Highspeed-Netz.

Die Burkhardts sind seit September ohne WLAN

Sabrina und Jan Burkhardt wohnen Am Klosterberg und sind seit vergangenen September ohne WLAN. „Bei uns lief wohl so ziemlich alles schief, was schief laufen konnte“, erzählen die beiden. Erst hatte der Netzbauer NetzeBW den Klosterberg fast vergessen, dann waren die Kabel falsch verbunden. „Also musste die Straße wieder aufgerissen und die Anschlüsse gerichtet werden. Kann passieren, hat aber wieder etliche Wochen gekostet“, sagt Jan Burkhardt.

Den alten Anbieter hatten die Burkhardts auf September gekündigt, weil der Vertrag dann eh ausgelaufen wäre und eigentlich der Vertrag mit Inexio schon geschlossen war. Dann stellte sich heraus, dass im Vertrag nicht der Glasfaseranschluss, sondern ein anderes Produkt hinterlegt war: „Auch das kann passieren, aber für uns war das ein erneuter Zeitverlust. Ein neuer Vertrag musste geschlossen und erstmal bearbeitet werden. Das hat natürlich auch wieder einige Zeit gebraucht.“

Behelfslösungen funktionieren auf Dauer nicht

Beide arbeiten des Öfteren von Zuhause aus. Dafür müssen sie sich extra einen Hotspot einrichten, damit überhaupt etwas funktioniert. „Manchmal gehe ich zu meinen Eltern und arbeite dort oder wir dürfen, mit dessen Erlaubnis natürlich, die Leitung des Nachbarn mitnutzen. Das sind aber alles nur Behelfslösungen“, sagen Sabrina und Jan Burkhardt.

Mehrfache Anrufe bei der Verwaltung und dem Anbieter Inexio aus Saarlouis im Saarland haben ihnen bisher nur Vertröstungen eingebracht. Dabei sollte nach Aussagen der Inexio-Mitarbeiter alles ganz schnell und problemlos gehen.

Anbieter Inexio räumt Fehler ein und gelobt Besserung

Inexio hat den Vorgang inzwischen überprüft und räumt ein, dass Fehler passiert sind. „Das Ganze tut uns wirklich sehr leid und sollte so nicht laufen“, bedauert ein Unternehmenssprecher. Der Anschluss der Burkhardts wurde mit einem Prioritäten-Sternchen versehen und wird nun beschleunigt bearbeitet.

Die noch benötigte Hardware sollte bereits in den nächsten Tagen bei ihnen ankommen. „Der Termin für die Freischaltung wird am kommenden Freitag, 15. Januar, sein“, freut sich der Unternehmenssprecher mitteilen zu können. Alle anderen, noch nicht aktivierten Anschlüsse werden nach und nach folgen.

„Das Netz in Östringen-Tiefenbach ist seit Oktober in Betrieb. Die noch ausstehenden Anschlüsse werden geschaltet, sobald die Altverträge der Haushalte auslaufen“, teilt das Unternehmen mit. Per E-Mail wurden die Burkhardts bereits über ihren Termin informiert und freuen sich riesig, dass die Provisorien bald ein Ende haben.

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