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Leserfrage

Radverkehr soll künftig abseits der Kreisstraße zwischen Östringen und Zeutern geführt werden

BNN-Leser Roland Essert aus Östringen fragt, warum auf der K3586 inzwischen wieder ein Mittelstreifen markiert wurde und was mit den dortigen Radschutzstreifen sei. Was dahintersteckt, beantwortet das Landratsamt.

Autos und Fahrräder zusammen auf der Kreisstraße zwischen Östingen und Zeutern, das soll bald der Vergangenheit angehören. Nach der Testphase wurde entschieden, den Radverkehr nicht über die K3586, sondern über bestehende Wirtschaftswege zu führen.
Autos und Fahrräder zusammen auf der Kreisstraße zwischen Östingen und Zeutern, das soll bald der Vergangenheit angehören. Nach der Testphase wurde entschieden, den Radverkehr nicht über die K3586, sondern über bestehende Wirtschaftswege zu führen. Foto: Petra Steinmann-Plücker

Roland Essert ist irritiert. Der BNN-Leser aus Östringen und passionierte Radfahrer hat festgestellt, dass auf der Verbindungsstraße K3586 zwischen Östringen und Zeutern mittlerweile wieder ein Mittelstreifen aufgebracht wurde. Vor Jahren gab es dort beidseitig Radschutzstreifen. Die fand er gut, genau wie seine Radgruppe, mit der er oft unterwegs ist. „Mit den Schutzstreifen haben wir uns sicherer gefühlt“, erklärt Roland Essert.

Mit den Schutzstreifen haben wir uns sicherer gefühlt
Roland Essert
BNN-Leser und passionierter Radfahrer

Doch jetzt mit der frischen Mittelmarkierung seien die Schutzstreifen offensichtlich vom Tisch, vermutet er. Auch fragt er sich, warum innerorts auf der K3586 in Östringen Radschutzstreifen am Ortseingang von Zeutern kommend, erst gut 100 Meter nach dem Ortsschild, aber unmittelbar nach der Einmündung zum Bauhof und zur Zopfkapelle beginnen.

Teststrecke für Schutzstreifen im Außerortsbereich

Als Kreisstraße fällt die K3586 in die Zuständigkeit des Landratsamtes Karlsruhe. Auf Anfrage dieser Redaktion antwortete Janina Keller-Raviol von der Pressestelle des Landratsamtes, dass der „fragliche Streckenabschnitt (…) Teil eines Modellprojektes des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg zu Radschutzstreifen im Außerortsbereich“ gewesen sei.

Im Mai 2020 informierte die Gemeinde Ubstadt-Weiher dazu, dass sich die Landkreisverwaltung in Kooperation mit den Gemeinden Ubstadt-Weiher und Östringen neben anderen auch für diese vier Kilometer lange Strecke entschieden habe. Sie wurde damals für die Dauer von drei Jahren als Teststrecke gekennzeichnet.

Nach Ablauf der Testphase gibt das Landratsamt nun weiter an, dass „außerörtliche Schutzstreifen (…) grundsätzlich nicht in der bundesweit geltenden Straßenverkehrs-Ordnung vorgesehen“ seien und deshalb „eine Abweichung nur im Ausnahmefall (…) möglich werden“ könne.

Radverkehr soll über bestehende Wirtschaftswege führen

Sie kämen „in der Regel nur als temporäre Lösung in Betracht, wenn eine bauliche Lösung für die Radverkehrsführung nicht zeitnah realisierbar ist“. Und weil vor allem dann darauf zu verzichten sei, „wenn hinsichtlich der Sicherheit und der Attraktivität geeignete alternative Wege zur Verfügung stehen“, hätten sich Landratsamt und Gemeinden auf eine andere Lösung geeinigt: Der Radverkehr zwischen Östringen und Zeutern soll „abseits der Kreisstraße über bestehende Wirtschaftswege geführt werden (…). Um die Nutzung für Radfahrer attraktiv zu gestalten, sind die Wirtschaftswege in einigen Teilabschnitten durch die Gemeinden zu sanieren. Darüber hinaus prüft das Landratsamt, ob die Wegführung (…) durch den Bau eines ergänzenden Abschnittes im Bereich ‚Östringer Erlenwald‘ noch optimiert werden kann“. Dann würde der Radverkehr erst nach dem „Ortseingang von Östringen wieder auf die Kreisstraße geführt werden“.

Da jedoch der innerörtliche Teilabschnitt der K3586 schon jetzt für Radfahrer nutzbar ist, sei die dort „mögliche Markierung des Schutzstreifens bis zum Kreisverkehr wieder aufgebracht“ worden. Und eben nur ab da, wo der parallel zur K3586 verlaufende Radweg mit seiner eventuellen Optimierung auf die Kreisstraße mündet.

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