Skip to main content

Schwere Vorwürfe vor Gericht

Wollte Mann aus Östringen mit Gewehrgranaten eine Bombe bauen?

Waffen, eine Bombenattrappe und Pläne zum Bombenbau wurden bei dem 20-Jährigen entdeckt. Vor Gericht äußert er sich nun, was er damit vor hatte.

Vor Gericht gab der 20-Jährige den Waffenkauf zu, sagte aber, er habe mit den Granaten eine Lampe basteln wollen. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Wegen des Vorwurfs, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben, stand ein 20-Jähriger aus Östringen vor dem Jugendschöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Steffen Bauerschmidt am Karlsruher Amtsgericht. Die Hauptverhandlung wird am 23. Juni fortgesetzt, wobei Anfang Juli das Urteil zu erwarten sein wird.

Staatsanwältin Jasmin Curte warf dem Angeklagten den Kauf von fünf Gewehrgranaten sowie das Herunterladen von Plänen zum Bau von Bomben aus dem Internet vor. Aufgedeckt wurde das im März 2019 bei der Zwangsräumung einer Wohnung in der Östringer Stadtmitte.

Dort lebte der Jugendliche mit seiner Mutter und Schwester, während der Vater bereits Jahre zuvor gestorben ist. Bei der Zwangsräumung fand der Obergerichtsvollzieher des Bruchsaler Amtsgerichts im Zimmer des Jugendlichen mehrere Waffen sowie eine mit einem Handy verbundene Bombenattrappe vor.

Angeklagter: Nachbau einer Bombe war dumme Idee

Der Östringer, zum damaligen Zeitpunkt noch Auszubildender für das Elektrohandwerk, gab zu, dass er die nicht mehr scharfen Granaten bei einer Hamburger Firma gekauft habe. Nach eigenen Worten wollte er sich daraus eine Lampe basteln und bezeichnete den Nachbau einer Bombe selbst als dumme Idee.

Entsprechende Pläne hatte sich der Jugendliche aus dem Netz heruntergeladen. Er entpuppte sich auch als Liebhaber sogenannter Gewalt-Videospiele und beschrieb sich als Militaria-Sammler. Entsprechend wurden in seinem Zimmer zwei Schreckschusspistolen, Teile von Maschinengewehren, ein Kampfmesser, entschärfte Handgranaten sowie Tragegurte für Munitionsmagazine und Waffen gefunden.

Die als Zeugen geladenen Polizeibeamten der örtlichen Dienststelle, des Landeskriminalamtes sowie des Staatsschutzes bestätigten allerdings, dass von den gefundenen Gegenständen keine Gefahr ausgegangen sei. Den rechtmäßigen Erwerb der entmilitarisierten Übungsgranaten konnte der Angeklagte aufgrund der vorgelegten Rechnung nachweisen.

Bekannt wurde in der Verhandlung, dass die Hamburger Firma bereits mehr als Tausend dieser entschärften Granaten verkauft habe. Bei der Untersuchung der Waffenteile wurden allerdings noch geringe Restteile des Treibsatzes gefunden.

Gewaltverherrlichende Fotos und Pläne für den Bombenbau auf dem Rechner

Die Überprüfung der Datenträger des Angeklagten durch einen Kriminaloberkommissar des Staatsschutzes ergab insgesamt sechs heruntergeladene Pläne für den Bau von Bomben sowie zahlreiche Fotos und auch rechtspopulistische Hinweise. Zudem waren zahlreiche gewaltverherrlichende Fotos abgespeichert.

Weil ein wichtiger Zeuge aus Urlaubsgründen bei der Hauptverhandlung nicht anwesend sein konnte, hatte Richter Bauerschmidt eine Fortsetzung der Hauptverhandlung vorgeschlagen. Dem stimmten Staatsanwältin Jasmin Curte und Rechtsanwalt Claus Schwerter zu, wobei der Strafverteidiger noch weitere Zeugen vorladen möchte. Die Urteilsverkündung ist Anfang Juli vorgesehen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang