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Am ehemaligen Atomkraftwerk

Abbau der radioaktiven Abfälle in Philippsburg kann beginnen

Am Philippsburger Atomkraftwerk kann der Rückbau radioaktiver Abfälle beginnen. Das Umweltministerium hat die Zustimmung gegeben. Jetzt kann das Reststoffbearbeitungszentrum seinen Betrieb aufnehmen.

Der Betrieb kann starten. Das Umweltministerium hat die Zustimmung gegeben für den Start des Reststoffbearbeitungszentrums Philippsburg. Foto: Markus Tebbert/EnBW

Das Reststoffbearbeitungszentrum am Philippsburger Atomkraftwerk kann seinen Betrieb aufnehmen. Wie bereits berichtet, hat das Umweltministerium dazu kürzlich die Zustimmung gegeben. Dort kann der Betreiber der beiden abgeschalteten Blöcke das Material aus dem Rückbau verarbeiten.

Volumen radioaktiver Abfälle soll reduziert werden

Das Reststoffbearbeitungszentrum sei ein wichtiger Baustein in der Logistik- und Entsorgungskette. „Wir freuen uns deshalb sehr, mit dem RBZ ein weiteres Element unserer umfassenden Rückbaustrategie an den Start gebracht zu haben“, so Jörg Michels, Chef der EnBW-Kernkraftsparte.

Ziel des Rückbaus sei es, das Volumen radioaktiver Abfälle möglichst zu reduzieren. Die nach der Bearbeitung verbleibenden radioaktiven Abfälle fallen in die Kategorie schwach- bis mittelaktiv.

Dieser Müll ist nicht ohne.
Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete

Durch die Bearbeitung erhöhe sich laut EnBW zugleich der Anteil der Wertstoffe, die wieder dem Stoffkreislauf zugeführt werden können. Je höher dieser Anteil, desto besser für die EnBW.

Bislang gibt es noch keine Deponie für den Bauschutt

Denn für den wenn auch nur gering belasteten Bauschutt gibt es bislang keine Deponie. „Dieser Müll ist nicht ohne: Darin kann vereinzelt Radioaktivität sein, und die Bevölkerung ist beunruhigt“, erklärte dazu vor Kurzem erneut die Karlsruher Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl (Grüne).

Die EnBW erwartet, auf diese Weise bis zu 98 Prozent der Reststoffe später auf Deponien zu entsorgen. Ein Prozent sollen die schwach- bis mittelradioaktiven Abfälle betragen, die künftig im Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter landen.

Zwischenzeitlich sollen sie im eigens dafür gebauten Standort-Abfalllager in Philippsburg untergebracht werden.

Bis zu 98 Prozent der Reststoffe sollen später auf Deponien entsorgt werden

Solange das vom Staat für schwach- bis mittelaktive Abfälle vorgesehene Endlager Schacht Konrad noch nicht in Betrieb genommen ist, müsse eine geeignete, sichere Zwischenlagerung erfolgen, so die EnBW. Hierfür hatte man in direkter Nachbarschaft des RBZ ein Standort-Abfalllager (SAL) errichtet und bereits im April in Betrieb genommen.

Weiterhin werden hoch- bis mittelradioaktive Abfälle in eigener Halle gelagert

Das neue Zentrum enthält unter anderem Einrichtungen zur Zerlegung von Reststoffen, eine Messanlage für das Freigabeverfahren sowie Einrichtungen zur Konditionierung von Abfällen für das Endlager Schacht Konrad. Unabhängig davon werden auch weiterhin hoch- und mittelradioaktive Abfälle in einer eigenen Halle gelagert.

Diese soll sicherheitstechnisch verstärkt werden. Dort werden noch bis mindestens 2049 über 100 Castorenbehälter stehen. Wird es irgendwann eine zentrale Endlagerstätte für die Abfälle geben, sollen sie von Philippsburg dorthin abtransportiert werden.

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