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Unternehmen setzen auf Corona-Tests

Selbsttests in Philippsburg, Prämien in Kraichtal: So kämpfen Firmen gegen das Coronavirus

Um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, ist das Testen ein wesentlicher Aspekt. Firmen in der Region haben bereits seit einiger Zeit damit begonnen, damit sie ihren Geschäftsbetrieb nicht gefährden. 

Corona-Test am Eingang: Beim internationalen Unternehmen Gawronski kommt niemand ohne negativen Schnelltest rein. Foto: Martin Stock

„Dieses Testen dient dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie genauso dem Schutz unseres Unternehmens“, sagt Seweryn Gawronski, Inhaber und Geschäftsführer der Gawronski GmbH in Philippsburg.

Das Unternehmen ist im Bereich der Fördertechnik, überwiegend für die Reifenindustrie, und als Lieferant für Gussteile international im Einsatz. Gawronski beschäftigt rund 200 Mitarbeiter an den Standorten Neuhausen, Philippsburg und Srem in Polen.

Die Pandemie könnte schnell gravierende Auswirkungen auf das Unternehmen haben, weshalb Firmenchef Seweryn Gawronski auf Selbsttests setzt. Zweimal in der Woche waren die Beschäftigten verpflichtet, einen negativen Befund vorzulegen. Dadurch konnte kürzlich tatsächlich ein Corona-Fall erkannt werden. Seitdem lässt Gawronski täglich testen.

Positiv getesteter Mitarbeiter wurde direkt nach Hause geschickt

„Den Mitarbeiter und seinen Automitfahrer haben wir sofort wieder nach Hause geschickt in Quarantäne und damit eine Ausbreitung in der Firma verhindert“, sagt der Geschäftsführer. „Mehrere Tage zeigte der Mitarbeiter keine Corona-Symptome. Ohne Testung hätte er das Virus unbemerkt in der Firma streuen können.“

Aus diesem Grund trägt die Firma auch die Kosten für die Tests. „Es ist in unserem eigenen Interesse, wenn wir Corona aus der Firma fernhalten“, sagt Gawronski. „Eine vorübergehende Stilllegung des Betriebs käme uns viel teurer. Ohne Test kommt keine Person an ihren Arbeitsplatz.“

Den Kampf gegen Corona verliert man auf den ersten Metern.
Stefan Martus, Bürgermeister von Philippsburg

Der Bürgermeister von Philippsburg, Stefan Martus, den Gawronski umgehend informierte, lobte das umsichtige und konsequente Vorgehen des Unternehmers. „Den Kampf gegen Corona verliert man auf den ersten Metern“, sagt Martus. „Ich bin froh, dass auch andere Firmen diese Teststrategie übernommen haben.“

Freiwillige Corona-Tests und Prämie für Mitarbeiter in Gochsheim

Das gleiche Ziel, das Virus aus den Produktionshallen und Büros herauszuhalten, verfolgt Andreas Kempf, Geschäftsführer der Kempfgroup in Kraichtal-Gochsheim. Er setzt auf freiwillige Tests bei einer zertifizierten Teststelle und motiviert seine Belegschaft durch eine Prämie.

„Es wäre wahrscheinlich günstiger und einfacher, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Selbsttests zur Verfügung zu stellen“, sagt Kempf, „doch besteht hier stets die Gefahr, dass manche ihre Ergebnisse beschönigen, weil sie wegen eines positiven Ergebnisses um ihre Freiheit bangen.“ Für die Prämie muss man jeweils eine Negativbescheinigung vorlegen.

Der größte Teil der Belegschaft mache mit beim Testen – doch es gebe immer auch einige wenige Verweigerer, sagt Kempf. Als Motivation für sein Handeln gibt Kempf an, dass die Kempfgroup ihren Teil beitragen will zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Da die Nachrichten aus Berlin sehr widersprüchlich sind, haben wir uns entschlossen, selbst zu handeln“, sagt Kempf.

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