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Freibadsaison

Schwimmbadbetrieb in der Region Bruchsal ist ein Drauflegegeschäft

Probleme mit Corona, Niederschlägen, Niedrigtemperaturen und Schnaken: Die Freibäder in der Region Bruchsal klagen über Besucherschwund und gestiegene Kosten. Einige Badegäste machen dennoch das Beste daraus.

Freibad Philippsburg: Badegäste zeigen sich sehr zufrieden mit dem Angebot und den Öffnungszeiten. Einige kritisieren, dass es wegenCorona nur mit Jahreskarten Zutritt gibt. Das dämpft die Besucherzahlen Foto: Werner Schmidhuber

Eine solche Problemanhäufung ist bislang noch nie in einer Freibadsaison zustande gekommen: Zunächst führte die Corona-Pandemie zu erheblichen Einschränkungen und zu finanziellen Verlusten, dann ging es weiter mit Niederschlägen, Niedrigtemperaturen und Hochwasser. Schließlich sorgte auch noch die Schnakenplage für weiteres Ungemach.

Ein Teil der Schwimmbadbesucher zeigt sich zufrieden, ein anderer Teil unzufrieden mit den jeweils unterschiedlichen Handhabungen, wer ins Freibad darf, wann und wie lange.

Mal gibt es Tageskarten, mal nur Jahreskarten, mal Zeitfenster für den Aufenthalt, mal keine – jede Kommune handhabt das anders.

„Hardcore-Schwimmer“ halten die Fahne hoch

Aber überall halten „Hardcore-Schwimmer“ die Fahne hoch und stürzen sich bei jedem Wetter ins Nass.

„Das Schwimmbad ist eigentlich eine gute Alternative für diejenigen, die 2021 nicht in den Urlaub fahren“, meint der Waghäuseler Schwimmbad-Dauergast Roland Liebl. Aber die Wenigsten möchten fröstelnd bei Nieselwetter ins Becken hüpfen.

Die Zwischenbilanz der Betreiber, etwa in den abgefragten Städten Philippsburg, Waghäusel und Östringen, fällt dementsprechend auch wenig erfreulich ein. Man versuche, das Beste daraus zu machen, heißt es in den drei Kommunen, weitaus schlimmer wäre ein weiterer Lockdown. Die Besucherzahlen fallen überall rückläufig aus.

Freibad Waghäusel: Einige Besucher sind erfreut, dass Freibadpraktisch für sich allein zu haben. Foto: Werner Schmidhuber

Von einer ernüchternden Zwischenbilanz und von einem „echten Drauflegegeschäft in einem bislang ungewohnten Ausmaß“ spricht der Östringer Schwimmmeister Tom Ringer.

Eintrittszahlen liegen am Boden

„Die Eintrittszahlen liegen danieder, regelrecht am Boden“, klagt Ringer. Vor Corona hätten sich täglich bis zu 2.500 Besucher an schönen Tagen eingefunden, jetzt werde nur ein kleiner Prozentteil erreicht, sagt er.

Warum? Nach seiner Ansicht haben viele Leute auch die Anmelde-Formalitäten satt, um an ein Ticket für das Freibad zu kommen. In Östringen endet die Saison am 12. September.

Deutlich weniger Badegäste als in den Vor-Corona-Jahren werden ebenfalls in Philippsburg registriert. Das Freibad im Grünen, dessen Anfänge bis 1953 zurückreichen, wird von der Stadt auf der Homepage so beworben: „Unser Bad ist eine der wenigen Einrichtungen in der Umgebung, wo Sie in einem natürlichen See nach Herzenslust schwimmen können.“

Freibad Odenheim: Schwimmmeister Tom Ringer verzeichnet ein deutliches Minus bei den Besucherzahlen. Foto: pr

Bis September hat der Ernst-Freyer-Badespaß werktags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags schon ab 9 Uhr, informiert Mitarbeiterin Tanja Karasek.

Bei einer Befragungen vor Ort zeigten sich die Badegäste „im Großen und Ganzen zufrieden“, vereinzelte Kritik kommt auf, weil nur Jahreskarten zu bekommen sind. „Die Öffnungszeiten und die Angebote des Kiosks müssen besser werden“, fordern zwei Jugendliche.

Vor Corona war‘s viel voller.
Lutz Schöffel, Badegast in Waghäusel

„Begeistert“, wie sie selbst sagen, äußern sich die befragten Dauergäste über den Waghäuseler Schwimmbadbetrieb. Auf die vielfältigen Möglichkeiten weist Lutz Schöffel hin, der fast jeden Tag das Rheintalbad aufsucht.

„Vor Corona war‘s viel voller. Nunmehr wurden die Besucherzahlen begrenzt.“

In der Tat: Seit Mitte Juli werden vormittags und nachmittags jeweils 1.000 Tickets ausgegeben. Viel Lob verteilt der Ex-Stadtrat für die gepflegte Anlage, die umweltfreundliche Solarthermie auf dem Dach und die neuen großen Sonnenschirme.

Nur Gutes berichtet auch das Quartett am Tisch der Cafeteria: Beate Neugebauer, Veronika Böhme, Klaus Mathias und Roland Rück. „Wir gehören zum festen Inventar“, bekennen sie schmunzelnd.

„Wenn mehr Platz ist, hat das auch seien Vorteile“, halten die vier fest. Sie wissen auch, dass die Alterspanne der Badegäste vom Kleinkind bis 85 Jahren reiche.

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