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Grundsteinlegung auf dem Kraftwerksgelände

Umweltminister gibt Startsignal für den Konverter-Bau in Philippsburg

Die TransnetBW baut auf dem Kraftwerksgelände in Philippsburg ein Umspannwerk für Strom aus dem Norden Deutschlands. Bauende soll 2024 sein, die Gesamtkosten gibt der Betreiber mit 500 Millionen Euro an.

Zukunftsweisend: Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller sprach bei der Grundsteinlegung für den Konverter in Philippsburg von einer Zeitenwende. Foto: Martin Heintzen

Der Neuanfang ist gemacht. Auf dem Gelände des Philippsburger Kernkraftwerks hat Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller den Grundstein zu einem Konverter gelegt, der Gleichstrom aus Windenergie aus dem Norden in den für Haushalte notwendigen Wechselstrom wandelt.

„An keinem anderen Ort bildet sich die Energiewende so gut ab wie in Philippsburg“, betonte der Grünen-Minister bei der Feierstunde auf dem Areal, auf dem im Mai dieses Jahres die Kühltürme in Schutt und Asche gelegt wurden: „Die Kernenergie hat Platz gemacht für erneuerbare Energien.“

Aus den Worten von Werner Götz, Geschäftsführer der verantwortliche TransnetBW, klang Stolz über das Vorhaben. „Hier wird die Energiewende real“, sagte er.

Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, sprach sich derweil für weiteren Netzausbau aus: „Er ist elementar für die Energiewende. Der Konverter in Philippsburg zeigt, dass der Netzausbau in großen Schritten vorankommt.“

Bei den Worten von Umweltminister Untersteller nickte Philippsburgs Bürgermeister Stefan Martus zustimmend. Er nannte seine Stadt „einen Leuchtturm und ein Vorbild für die Bundesrepublik“.

Umspannwerk wird aus 20 Meter hohen Hallen bestehen

Die TransnetBW, eine Tochter des Energieversorgers EnBW, baut bis 2024 für rund 500 Millionen Euro ein Umspannwerk von beachtlichen Dimensionen. Auf vier Hektar werden 20 Meter hohe Hallen entstehen. Umliegende sechs Hektar werden begrünt. Der Betreiber will nach eigenen Angaben „die Architektur so gestalten, dass sich die Anlage optimal in das Landschaftsbild einfügt“.

Ortschef Martus erinnerte in seiner Ansprache an frühere Widerstände in der Bevölkerung gegen das riesige Werk. „Die Standortfrage wurde heiß diskutiert“, erklärte er.

Ersten Planungen zufolge hätte der Konverter in der Gemarkung Landstraßenäcker zwischen Philippsburg und Wiesental errichtet werden sollen. Wegen befürchteter Lärmbelastung und Umweltschäden unweit der Wohnhäuser machte vor fünf Jahren eine Bürgerinitiative mobil, sammelte 9.500 Unterschriften und organisierte eine Demonstration mit 2.500 Teilnehmern.

Bei der Grundsteinlegung auf dem KKW-Areal sagte der damalige Sprecher der mittlerweile aufgelösten Initiative, Werner Most: „Ohne die Unterstützung der Bevölkerung hätten wir diesen Erfolg nicht gehabt.“

Der Strom Konverter der TransnetBW macht auch Lärm

Ganz geräuschlos wird der Betrieb - rund drei Kilometer Luftlinie von Philippsburgs Ortsteil Rheinsheim, der Kernstadt und Oberhausen entfernt - aber nicht laufen.

„Wie herkömmliche Wechselstrom-Umspannanlagen erzeugt auch der Konverter Geräusche durch Transformatoren, Spulen oder Kühlaggregaten“, heißt es bei der EnBW-Tochter TransnetBW. Das Unternehmen versichert, dass es „effektiv Geräusche dämmen und abschirmen“ will.

Das Umspannwerk bei den Rheinauen soll ab 2024 den südlichen Endpunkt einer Leitung bilden, die erneuerbaren Strom mit möglichst wenig Verlust aus dem Norden der Republik in den Südwesten bringen soll. Für den Transport wird deswegen Wechsel- zunächst in Gleichstrom umgewandelt. Laut Rainer Theobald von Siemens Energy bleiben nur zwei Prozent Leistung auf der Strecke.

„In Zukunft können nicht nur große Mengen an erneuerbarer Energie über lange Distanzen verlustarm und mit hoher Verfügbarkeit übertragen werden“, so Theobald weiter. Die Verbindung leiste auch einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und Sicherheit der Netze.

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