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Ermittlungen laufen

Rechtsextremer bedroht Germersheimer Richterin: Anspielung auf Lübcke-Mord

"Man sieht sich auf der Terrasse." Kurz nachdem ein Regierungspräsident auf seiner Terrasse von einem Rechtsextremen erschossen worden ist, kann dieser Satz eine besonders subtile Form der Bedrohung sein. Die Koblenzer Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Marco Kurz, den Gründer des rechtsgerichteten „Frauenbündnis Kandel“.

Gegen den Initiator der fremdenfeindlichen Kandel-Demonstrationen ermittelt jetzt der Generalstaatsanwalt von Rheinland-Pfalz. Der Mann soll einer Richterin den Tod angedroht haben. Foto: dpa

"Man sieht sich auf der Terrasse." Kurz nachdem ein Regierungspräsident auf seiner Terrasse von einem Rechtsextremen erschossen worden ist , kann dieser eigentlich ganz harmlose Satz eine besonders subtile Form der Bedrohung sein. Der Staatsanwalt jedenfalls ist davon überzeugt . Die Koblenzer Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Marco Kurz, den Gründer des rechtsgerichteten „Frauenbündnis Kandel“.

Er soll einer Germersheimer Richterin mit Mord gedroht haben. Kurz organisiert seit Jahren fremdenfeindliche Demonstrationen in der Pfalz . Inzwischen hat er sich vom Frauenbündnis losgesagt, aber bereits zahlreiche weitere Demonstrationen angemeldet.

Urteil über linken Demonstranten als Auslöser

Am Rosenmontag durchsuchte die Polizei die Wohnung des Mannes. Er soll im September vergangenen Jahres in einer E-Mail eine Richterin des Amtsgerichts Germersheim bedroht haben. „Vielleicht sieht man sich zum netten Plausch auf einer Terrasse“, so habe Kurz in einer Nachricht geschrieben, in der er ein Urteil der Richterin zugunsten eines Demonstranten aus der linken Szene heftig kritisiert.

Der rheinland-pfälzische Generalstaatsanwalt geht davon aus, dass Kurz mit der Erwähnung einer Terrasse auf die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke anspielte. Lübcke war im Juni vergangenen Jahres auf der Terrasse seines Hauses bei Kassel von einem Rechtsextremisten erschossen worden.

Staatsanwalt sieht Bedrohung der Richterin

In dem Hinweis sieht die Staatsanwaltschaft eine deutliche Bedrohung der Richterin. Bei der Durchsuchung soll neben dem Mobiltelefon des Verdächtigten auch ein Laptop-Computer und ein Datenstick sichergestellt worden sein. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigt, man habe Beweismittel sichergestellt, die noch ausgewertet werden müssten.

Er stellt die Tötung der Adressatin in Aussicht
Generalstaatsanwaltschaft Koblenz

In ihrer Begründung der Polizeiaktion schreibt die Generalstaatsanwaltschaft: „Durch diesen Ausspruch nahm der Beschuldigte wissentlich und willentlich in der Annahme, dass auch die Adressatin dies ohne weiteres erkennt, Bezug zu dem Tötungsdelikt zum Nachteil von Herrn Walter Lübcke und stellte hierdurch die Tötung der Adressatin in Aussicht.“

In den Tagen kurz nach der Drohmail an die Richterin hatte Kurz in den Sozialen Medien übrigens das Foto eines Leichenwagens gepostet. Das Fahrzeug hatte die Aufschrift „Merkel, Dich holen wir kostenlos.“

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