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Ernst-Blickle-Preis der SEW-Stiftung

Weltweit bekannter Robotik-Forscher im Bruchsaler Schloss ausgezeichnet

Roboter sind allgegenwärtig. Die SEW-Stiftung in Bruchsal würdigt mit einem Preisgeld von 100.000 Euro einen Forscher der Robotik, der entscheidend zur Entwicklung beigetragen hat.

Ernst-Blickle-Preis: Jürgen Blickle (links) würdigt mit Laudator Johann W. Kolar Preisträger Roland Siegwart (Mitte) im Fürstensaal des Bruchsaler Schlosses. Foto: Martin Heintzen

Bei der SEW sind Roboter bei der Entwicklung von Antriebs- und Automatisierungslösungen nicht mehr wegzudenken. Von der Verpackungsindustrie über die Autoproduktion bis hin zur Lebensmittel-verarbeitenden Industrie helfen sie beim Stapeln, Transportieren oder Verpacken – gleichbleibend und mit hoher Präzision.

Mit dem Ernst-Blickle-Preis 2021 würdigte die SEW-Eurodrive-Stiftung am Freitag einen der weltweit wichtigsten Forscher in Sachen Robotik: Roland Siegwart, Professor am Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich, bekam den Preis für seine Beiträge zur Entwicklung und Steuerung von Robotersystemen.

Außerdem habe er sich darum verdient gemacht, die Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte zu verwandeln. Zahlreiche Start-ups gehen auf seine Initiative zurück.

100.000 Euro Preisgeld gehen an wissenschaftlichen Nachwuchs

Der so Geehrte widmete den mit 100.000 Euro dotierten Preis seinem wissenschaftlichen Nachwuchs. „Sie sind es, die unsere Visionen in die Welt hinaustragen“, bedankte sich Siegwart nach der Preisverleihung im Fürstensaal des Bruchsaler Schlosses. Daneben wurde der Studienpreis der Stiftung an 21 Absolventen für ihre Diplom- und Masterarbeiten vergeben. Anwesend waren zahlreiche frühere Preisträger und Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden.

Zuvor hatte Siegwarts Kollege Johann Kolar, ebenfalls von der ETH Zürich, dessen Verdienste gewürdigt. Nämlich hochkomplexe Roboter zu entwickeln, die über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügen, eigenständig ihre Route finden und selbständig Tätigkeiten ausführen können. Sie sollen vor allen in Situationen und Umgebungen zum Einsatz kommen, die für den Menschen gefährlich oder unzumutbar sind.

Roboter sollen Menschen entlasten und nicht ersetzen

Erst kürzlich habe er in den USA mit seinem Team „Cerberus“ und einem internationalen Konsortium von Wissenschaftlern bei einem der anspruchsvollsten Roboterwettbewerbe der Welt den Sieg errungen. Dabei ging es darum, neue Ansätze zur schnellen Kartierung, Navigation und Suche in unterirdischen Umgebungen zu fördern.

Siegwart habe immer Grenzen ausgelotet und sei über die Grenzen hinaus ins Unmögliche vorgestoßen, lobte Kolar. Den Roboter habe er dabei vor allem als komplexes Werkzeug gesehen, um den Menschen zu entlasten und nicht ihn zu ersetzen. Weltweit sei er deshalb zu einem der am meisten zitierten Wissenschaftler im Bereich der Robotik geworden. Über die „Herausforderungen der Energiewende“ hielt im Anschluss Roland Scharf, Maschinenbau-Professor an der Leibniz Universität Hannover, den Festvortrag.

Bruchsaler Stiftung würdigt Wissenschaftselite von morgen

Die SEW-Eurodrive Stiftung wurde 1989 von Edeltraut Blickle gegründet. Und zwar zum Gedenken an ihren Ehemann und Firmengründer Ernst Blickle. Er hatte das Unternehmen vor über 90 Jahren in Bruchsal gegründet. Mittlerweile hat der Weltmarktführer auf dem Gebiet der Antriebstechnik 19.000 Mitarbeiter.

Seit 1991 werden alle zwei Jahre international herausragende Ergebnisse und Persönlichkeiten in Wissenschaft und Wirtschaft geehrt. Im sechsköpfigen Stiftungsvorstand sind unter anderem Jürgen Blickle, der geschäftsführende Gesellschaft der SEW-Eurodrive Gruppe, und Sigmar Wittig, der frühere Rektor der Universität Karlsruhe. Mit Studienpreisen will die Stiftung die Wissenschaftselite von morgen fördern. Studienpreise mit jeweils 2.500 Euro werden für herausragende Arbeiten im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften verliehen.

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