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Bade-Saison mit Corona-Einschränkungen

Schwimmen mit Vorschriften: Im Bruchsaler „SaSch” sind die meisten Besucher zufrieden

Sommerzeit ist Badezeit. Auch in Corona-Zeiten zieht es viele Besucher ins Freibad, besonders an heißen Tagen. Doch trüben die Hygienemaßnahmen vor Ort den Badespaß? Besucher und Bademeister des „SaSch”-Schwimmbads Bruchsal erzählen.

In vollem Einsatz: Bademeister Jan Füssel muss darauf achten, dass die Besucher im Schwimmbad Sasch in Bruchsal die Corona-Regeln einhalten. Foto: Eva-Maria Schauer

Von Eva-Maria Schauer

Der Freibadsommer ist im vollen Gange. Bei sonnigen 29 Grad zieht es am Mittwochnachmittag hunderte Besucher ins Bruchsaler „SaSch”-Schwimmbad. Doch in diesem Jahr sieht es dort etwas anders aus: Am Eingang finden sich ein Desinfektionsspender und Abstandsmarkierungen auf dem Boden, aufgestellte Schilder weisen auf Hygieneregeln im Freibad hin und es gilt Maskenpflicht.

Draußen kann man diese zwar wieder abnehmen, doch die Vorschriften reichen weiter: Flatterband-Absperrungen am Beckenrand machen deutlich, wo man nicht ins Wasser darf und Pfeile am Boden zeigen, in welche Richtung man gehen soll.

Die Besucheranzahl im „SaSch” wurde im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verringert: Tagsüber dürfen bis zu 800 Personen hinein, ab 18 Uhr nochmal 100 Gäste mit einer Abendkarte.

Es ist wunderbar, dass es dieses Jahr nicht so überfüllt ist.
Mihael Vidacic

Schwimmbadbesucher Mihael Vidacic freut sich über den geringen Trubel: „Es ist wunderbar, dass es dieses Jahr nicht so überfüllt ist. Man kann alles gut nutzen und frei schwimmen.“ Die neue Regelung soll gewährleisten, dass jeder Abstand hält und genügend Platz auf der Wiese und im Wasser finden kann.

„Davor hatten wir an guten Sonntagen etwa 6.500 Besucher“, schildert Jan Füssel, der seit 16 Jahren zur Freibad-Aufsicht gehört. Diese kontrolliert, ob die Maßnahmen von allen Gästen eingehalten werden.

Größtenteils ist Füssel mit dem Verhalten der Besucher zufrieden: „Außer ein paar Ausreißern, halten sich die meisten Gäste an die Vorschriften. Manchmal vergessen Kinder vor lauter Freude und Spaß die Abstandsregelungen, doch dann erinnert man sie daran und es funktioniert wieder.“

Maßnahmen führen nur bei wenigen Besuchern zu Unverständnis

Auch Freibadgast Sascha Schmitt fühlt sich wohl im Schwimmbad: „Die Atmosphäre hier ist super, weil die Bademeister freundlich und hilfsbereit sind. Der Kiosk hat offen, die Umkleiden sind betretbar und ich kann die Duschen am Beckenrand benutzen.“ Jedoch bleiben die Duschen bei den Toiletten erst einmal geschlossen, weil dort kein ausreichender Abstand garantiert werden kann.

„Wir dürften nur zwei Duschen freigeben und bei der Besuchermenge wäre das zu wenig und somit nicht verantwortbar“, erklärt Füssel. „Außerdem ist es in den Duschräumen relativ eng und wir können nicht ausreichend durchlüften.“

Bei manchen Gästen treffe das auf Unverständnis, doch für Besucherin Doris Bentzinger ist diese Maßnahme kein großes Problem: „Es dient zur Sicherheit, weshalb ich es nicht schlimm finde, mich daheim zu duschen.“ Obwohl sie lange damit gerungen hat, trotz Corona ins Schwimmbad zu gehen, ist sie nun sehr zufrieden: „Die Abstände werden eingehalten und ich werde auf jeden Fall wiederkommen. Auch die Wassertemperatur ist sehr angenehm.“

Umkleiden und Spinde wurden im Freibad ebenfalls reduziert, damit dort regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden kann. Außerdem gibt es nun ein Online-Ticketsystem, um die Personendaten im Falle einer Infektion im Schwimmbad nachvollziehen zu können. Für Vidacic verlief die Buchung reibungslos ab: „Man wählt auf der Homepage das Ticket für das Freibad aus und bezahlt per Kreditkarte oder Lastschrift. Das geht schnell und dauert keine fünf Minuten.“

Schmitt konnte sich sehr spontan eine Karte sichern: „Heute habe ich vergessen, zuhause eine Karte zu kaufen und habe das noch direkt vor der Schwimmbadtür gemacht, was überhaupt kein Problem war.“

Durch die zwei verschiedenen Einlasszeiten tagsüber und abends muss man nicht so lange warten, bis man ins Wasser kann.
Jens Pabtzka

Durch den digitalen Ticketkauf sollen Menschenversammlungen am Eingangsbereich und lange Schlangen vermieden werden. „Durch die zwei verschiedenen Einlasszeiten tagsüber und abends muss man nicht so lange warten, bis man ins Wasser kann. Das ist sehr angenehm gestaltet“, findet Besucher Jens Pabtzka.

Schwimmeister Füssel zufolge seien die meisten Freibadgäste Eltern mit kleinen Kindern, weil die Jugendlichen wohl eher an überfüllte Baggerseen gehen würden. „Es ist trotzdem schön, den Familien hier die Möglichkeit geben zu können, sich bei ausreichendem Platz zu erholen und dem Alltag dadurch ein bisschen entfliehen zu können – trotz Flatterband und Abstandsdurchsagen.“

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