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Verdi kündigt Arbeitsniederlegung an

Im Raum Bruchsal streiken an diesem Mittwoch die Busfahrer

Ja, wo fahren sie denn? Wer im Raum Bruchsal mit dem Bus unterwegs ist, könnte an diesem Mittwoch umsonst warten. Bei einem großen Busunternehmen wird gestreikt. Das hat Auswirkungen auf einige Linien.

Pendler aufgepasst: An diesem Mittwoch werden einige Buslinien im Raum Bruchsal bestreikt. Wer mit dem Bus unterwegs ist, sollte sich über Alternativen informieren. Foto: Martin Heintzen

Wer regelmäßig im Raum Bruchsal mit dem Bus unterwegs ist, der könnte an diesem Mittwoch an der Haltestelle umsonst warten. Die Gewerkschaft Verdi hat weitere Warnstreiks angekündigt, die den ganzen Tag dauern sollen. Vor allem Schüler könnten betroffen sein.

Ihre Arbeit niederlegen wollen rund 40 Angestellte des großen baden-württembergischen Busunternehmens Friedrich Müller Omnibusbetrieb. Die Tochter der Deutschen Bahn mit Sitz in Schwäbisch-Hall hat drei Standorte in Bruchsal, Waghäusel und Linkenheim-Hochstetten.

„Wir werden alle drei Standorte bestreiken“, erklärt Andreas Schackert von Verdi gegenüber den BNN. Er ist für das Thema Verkehr zuständig. „Dort werden am Mittwoch keine Busse rausfahren. Die Linien werden nicht bedient“, so das erklärte Ziel der Gewerkschaft.

Welche Linien vom Busfahrer-Streik betroffen sind

Doch welche Linien sind konkret vom Streik betroffen? Vieles wird erst an diesem Mittwoch klar sein: Die Linien 198 und 195 werden wohl komplett lahmgelegt sein. Auf folgenden Linien ist mit Ausfällen zu rechnen: 124, 125, 126, 127, 128, 130, 192 und 193. Die Linie 194 soll regulär verkehren. KVV und Bahn raten, sich auf alle Fälle vorab online zu informieren.

„Die Streiks finden zeitgleich zu unserer Urabstimmung statt“, erklärt der Gewerkschaftsmann weiter. Alle betroffenen Kollegen aus dem Raum Bruchsal werden zu einer Kundgebung ab 6.30 Uhr am Bahnhof in Waghäusel erwartet. „Es geht uns vor allem um bessere Arbeitsbedingungen“, erklärt Schackert. Bereits seit einigen Wochen haben im ganzen Land immer wieder Busfahrer ihrer Arbeit niedergelegt.

Hunderte Busfahrer haben bereits gestreikt - auch in Ettlingen und Karlsruhe

„Nachdem die Arbeitgeber in der Manteltarifrunde für die Beschäftigten im privaten Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg vor einer Woche in der vierten Verhandlungsrunde die Verhandlungen abgebrochen hatten, hatte am Dienstag die Urabstimmung in den Streikbetrieben begonnen, teilweise begleitet von Warnstreiks“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.

So legten am Donnerstag rund 400 Beschäftigte die Arbeit nieder. Am Dienstag sollte in Reutlingen und Tübingen sowie in Heidenheim und Ettlingen gestreikt werden. Auswirkungen hatte das Ganze bis nach Karlsruhe.

Worum geht es beim Busfahrer-Streik?

Hanna Binder, die Verhandlungsführerin von Verdi sagt: „Die Fahrerinnen und Fahrer in den Streikbetrieben stehen zu hundert Prozent hinter den Forderungen. Die Beteiligung an den Warnstreiks ist groß, die Enttäuschung über ihre Arbeitgeber auch. Wir sind jederzeit bereit, weiter zu verhandeln. Die Arbeitgeber müssen einfach an den Verhandlungstisch zurückkehren.“ Sondierungsgespräche sollen am 12. Juli stattfinden

Mehr ÖPNV braucht auch gute Arbeitsbedingungen.
Andreas Schackert, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei Verdi

Es geht uns um die Standzeiten, erklärt Schackert gegenüber den BNN. Es könne nicht sein, dass die Busfahrer zehn, zwölf, gar 14 Stunden da sein müssen, bekommen aber nur neun Stunden bezahlt. Die langen Pausen dazwischen werden nicht bezahlt. „Das Fahrplanrisiko darf nicht von den Beschäftigten getragen werden“, findet er.

Sein Appell richtet sich dabei nicht nur an die privaten Unternehmer, sondern auch an die Verkehrsverbünde, sprich an die öffentliche Hand. Sie vergeben die Aufträge an die Subunternehmer. „Mehr ÖPNV braucht aber auch gute Arbeitsbedingungen“, fordert Schackert.

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