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Herbst hält Einzug

Trends auf dem Wochenmarkt in Bruchsal: Kürbisse machen Geschäft rund

Kürbisse liegen im Trend, die die man so wunderschön in Fratzen verwandeln kann, aber auch die kleineren, die so viel besser schmecken. Auf dem Bruchsaler Wochenmarkt ist der Herbst eingekehrt.

Angelika Hintermayer (links) deckt sich am Marktstand der Neibsheimer Familie Gerweck mit Zwetschgen ein. Nadine Gerweck bedient sie. Foto: Martin Heintzen

Noch ist Halloween fern, aber am Stand von Familie Schührer auf dem Bruchsaler Wochenmarkt warten viele gelbe und orangefarbene Kürbisköpfe bereits darauf, in gruselig-witzige Fratzen verwandelt zu werden. „Früher hat man sie an Säue verfüttert“, erinnert sich Sabrina Schührer an Zeiten, bevor sie zum beliebten Deko-Schmuck für zweibeinige Abnehmer wurden.

Ja, man kann sie auch essen. „Aber sie machen keine Freude – zu viele Kerne“, erklärt die Expertin. Anders verhält es sich bei Sorten wie Baby Muskat, Spaghetti-Kürbis und natürlich dem besonders beliebten Hokkaido. „Er ist der einfachste.“ Gut nachgefragt ist er auch an diesem sonnigen, herbstlich-frischen Samstagmorgen.

„Die Früchte gehen nun vom Sommer in den Herbst rein“, sagt Schührer und zeigt auf Kisten voller Äpfel. „Äpfel und Birnen verkaufen wir heute viel.“ Allerdings sei die Ernte beim gesamten Kernobst witterungsbedingt nicht so üppig ausgefallen wie sonst. „Im Frühjahr war es die Feuchtigkeit, dann der fiese Frost und nach der Blütezeit Regen.“

Kürbisse soweit das Auge reicht, gibt es am Stand der Familie Schührer auf dem Bruchsaler Markt. Sabrina Schührer ist seit gut 20 Jahren mit an Bord. Foto: Martin Heintzen

Kunden kehren zum Eintopf zurück

Beim Gemüse liegen Rüben und Kraut im Trend. Auch der Rosenkohl starte jetzt, sagt Schührer. „Die Leute essen wieder Eintöpfe.“ Seit über 20 Jahren arbeitet Sabrina Schührer mit ihren Brüdern am Marktstand von Vater Bruno.

Die Helmsheimer Familie hat einen treuen Kundenstamm. Einer von ihnen ist Michael Schneider aus Untergrombach. „Hier sprechen sie meine Sprache“, erklärt der 60-Jährige. Er ist vom Fach, hat einst selbst viele Jahre Obst und Gemüse auf dem Markt in Karlsruhe verkauft.

An diesem Vormittag sucht er am „Lieblingsstand“ der Familie mit Tochter Laura die Zutaten für eine Gewürzpaste zusammen. Lauch brauchen sie, Zwiebeln, Sellerieblätter und vieles mehr.

Ganz wichtig ist eine besondere Pilzsorte: „Shiitakes geben viel Geschmack“, erklärt der Vater und betont: „Ich kaufe immer ein, was Saison hat.“ Sein Blick fällt auf eine Lage mit Pfifferlingen: Am Wochenende dürfte bei Schneiders wohl ein Pilzgericht auf den Tisch kommen, mit Nudeln und Feldsalat.

Ich kaufe immer ein, was Saison hat.
Michael Schneider, Kunde aus Untergrombach

Was die Saison an Früchten und Gemüse bereit hält, davon hat T. Becker schon manches in ihrer Einkaufstasche verstaut. Rote Beete, Karotten, Zwiebeln.

„Spitzkohl will ich noch kaufen, Brot und Granatäpfel“, berichtet die Kundin aus Bad Schönborn, die ihren Vornamen nicht nennen will und für ihre Kolleginnen an diesem Tag etwas besonderes zubereiten möchte: Schichtsalat aus gekochtem Gemüse. „Alles ganz fein gerieben und oben drauf kommt Granatapfel.“

Am Marktstand von Familie Gerweck aus Neibsheim steht Angelika Hintermayer aus Forst für Obst und Gemüse an. Hokkaido und Feldsalat sollen es außerdem sein. „Hokkaido passt immer – als Gemüse, als Suppe und man kann ihn auch im Backofen zubereiten.“ Diesmal wird es eine Suppe werden. Zwetschgen für den Kuchen zum Nachmittagskaffee braucht sie auch noch.

Keine Zeit mehr für Lieferservice

Das gut zehnköpfige Team um Nadine Gerweck hat alle Hände voll zu tun. In der Hochphase der Pandemie hat man wie andere Händler des Wochenmarkts vielen Kunden die Waren ins Hause gebracht. Dafür sei nun keine Zeit mehr. „Wir sind ein Familienbetrieb und beliefern nun auch wieder die Gastronomie “, erklärt die Marktbetreiberin.

Sie stellt fest: „Vielen Kunden ist es wichtig, jetzt wieder raus zu können.“ Ihre Kollegin Jessica Wolf hat schon eifrig Zwetschgen und Trauben verkauft sowie Früchte, die man eher der warmen Jahreszeit zuordnet – deutsche Erdbeeren und Heidelbeeren.

Obst in flüssiger Form verkauft Ulrike Hable am Stand von Ulrich Feldmann aus Gondelsheim. „Neuer Süßer, frisch gepresst“, steht dort zu lesen. Eine Kundin zeigt fragend auf einen Kanister: „Das ist noch Traubensaft, aber der reißt dann ganz schnell“, erklärt die Fachfrau.

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