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Freie Trauung versus Standesamt

Überraschungshochzeit von Bruchsaler Influencer Yves Unser sorgt für Verwirrung im Standesamt

Über die Überraschungshochzeit der beiden Bruchsaler, die Unterschiede von standesamtlichen und freien Trauungen und warum letztere stark zunehmen.

Yves und Vanessa haben an ihrem zweiten Jahrestag in Mühlacker geheiratet. Foto: Björn Kommerell

Nachdem auf BNN.de ein Artikel über die Überraschungs-Hochzeit von Influencer und TV-Sternchen Yves Unser und seiner Partnerin Vanessa Unser im Schloss Mühlhausen erschienen ist, hat sich die Bruchsaler Standesamtsleiterin Susanne Kaiser bei der Redaktion gemeldet. Denn: Möglicherweise gibt es da noch ein kleines Problem...

„Als ich den Beitrag gelesen habe, habe ich gleich geschaut, ob die Ehe bei uns angemeldet wurde“, sagt Kaiser, die dazu keine Einträge gefunden hat. „Wenn man an einem anderen Ort als Bruchsal als Bruchsaler heiraten möchte, meldet man das normalerweise bei uns an“, erklärt die Standesamtsleiterin. Dazu kämen beide Partner oder ein Partner mit Vollmacht im Standesamt vorbei. Da es hier um eine Überraschungs-Hochzeit ging, war dies aber nicht ohne weiteres möglich.

Darauf angesprochen sagt der Bräutigam Yves Unser, dass er dem Standesamt eine E-Mail geschrieben, aber bisher keine Antwort erhalten hätte. „Außerdem ging das nicht anders als eine freie Trauung, die eine Überraschung sein sollte“, sagt Unser. Zudem sei ohnehin eine zweite Hochzeit in Österreich geplant, die dann seine Frau organisiere.

Ehefähigkeitszeugnis wird benötigt

Für diesen Fall - eine Hochzeit im Ausland - benötigt er dann ein sogenanntes Ehefähigkeitszeugnis. Dieses erhält er bei dem Standesamt, bei dem er gemeldet ist. Die Voraussetzungen zur Ehe müssen erfüllt sein - das bedeutet, dass der Heiratswillige beispielsweise geschäftsfähig ist und keine Doppelehe führt. Ein solches Zeugnis ist sechs Monate lang gültig.

„Freie Trauredner werden heute häufig als Alternative zur kirchlichen Trauung angefragt“, sagt Sandra Bodenseh, stellvertretende Standesamtsleiterin in Bruchsal. „Es ist eine Zeremonie, um sich die Liebe zu versprechen – ein Fest oder Versprechen der Liebe.“ Allerdings gelte man damit rechtlich nicht als verheiratet, weil die Trauungen häufig in Räumlichkeiten stattfinden, die nicht dazu zugelassen sind.

Seitdem es viele Trauungen im Fernsehen gebe, beobachte sie eine gestiegene Nachfrage an freien Trauungen. Auch in Bruchsal könne man standesamtlich an ausgefallen Orten wie dem Schloss oder dem Belvedere heiraten, wenn dies vermerkt und von der Oberbürgermeisterin bestellt ist. Das komme an einigen Terminen im Jahr vor.

„Wenn Yves seine Frau überraschen wollte und beide das offizielle Ja-Wort nachholen möchten, können sie gerne auf mich zukommen“, sagt Bodenseh. Sie könnten dann eine Eheanmeldung machen und in irgendeinem Standesamt in Deutschland heiraten. Tatsächlich bekommt Bodenseh noch während dem Gespräch mit den BNN eine Nachricht von Vanessa Unser.

Aus einem vorgetäuschten Hochzeitsshooting für einen Trauringhersteller wurde eine reale Hochzeit. Foto: Björn Komerell

Die Überraschungshochzeit von Yves und Vanessa Unser sei von vornherein als freie Trauung geplant gewesen. Dies bestätigte die freie Traurednern Susanne Gamber, die die Rede gehalten hat und die BNN im Österreich-Urlaub erreicht .

„Der Bräutigam wusste, dass die Trauung nicht rechtskräftig ist und man in Deutschland zum Standesamt muss“, sagt sie. Yves sei es nur darum gegangen, nach dem Antrage zu heiraten und ein schönes Fest mit Familie und Freunden zu feiern.

Oft halte Gamber auch gemeinsam mit Standesbeamten Trauungen ab. „Der Standesbeamte übernimmt dann den rechtlichen Akt und ich den Rest“, sagt die Traurednerin aus Neulingen.

So klappt’s mit dem Heiraten

Informationen zum Ehefähigkeitszeugnis oder der Eheschließung in Deutschland und im Ausland gibt es beispielsweise auf der Seite des Bruchsaler Standesamts .

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