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Zudem prämierter Vogelzüchter

70-Jähriger aus Ubstadt-Weiher ist bester Baumstammwerfer der Welt

Gerson Roth gewinnt viele Preise - für das Züchten exotischer Vögel, in Blumenschmuckwettbewerben und eben dafür, dass er Baumstämme durch die Gegend wirft

Gerson Roth aus Ubstadt-Weiher, Weltmeister im Baumstammwerfen, und sein Trainer Joachim Sickinger vom Topfit-Studio in Wiesental. Foto: Kurt Klumpp Foto: Kurt Klumpp

Von unserem Mitarbeiter Kurt Klumpp

Gerson Roth liebt keine halben Sachen. „Was ich mache, mache ich richtig oder gar nicht“, lautet das Credo des 70-Jährigen aus Ubstadt-Weiher. Seinen Hang zum Perfektionismus bezieht er gleichermaßen auf seine sportlichen Ambitionen wie auf seine weiteren Hobbys als Hunde-Ausbilder, Vogel-Züchter und Blumenfreund.

Beeindruckend ist seine Ansammlung von Pokalen und Auszeichnungen. Zuletzt sicherte sich der pensionierte Datentechniker, der in Liedolshem aufgewachsen ist, am 10. Juli in Regensburg den Weltmeister-Titel im Baumstammwerfen. Unter den 90 Teilnehmern aus Österreich, Italien, Deutschland und der Schweiz setzte sich der 1,78 Meter große und 80 Kilo schwere Athlet aus Ubstadt im offenen Wettkampf gegen den Titelverteidiger Herbert Rösch aus Tirol durch.

Der Baumstamm fliegt 9,40 Meter weit

Die Entscheidung ist erst beim letzten Wurf gefallen. Der fast zwei Meter große und 130 Kilo schwere Rösch, der zudem mit 38 Jahren nur etwa halb so alt wie Roth ist, warf im Endkampf den einen Meter langen und 45 kg schweren Baumstamm 8,30 Meter weit.

Angespornt durch seinen unbändigen Ehrgeiz schleuderte Gerson Roth danach das unhandliche Sportgerät auf 9,40 Meter und sicherte sich den von einem Mitglied der Adelsfamilie Thurn und Taxis überreichten Siegerkranz und WM-Pokal. Erster Gratulant war Titelverteidiger Rösch, der seinen Nachfolger mit Familie spontan zu einem einwöchigen Urlaub in seiner Tiroler Heimat einlud.

Mit der intensiven Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hatte Roth bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie begonnen. Später übte er vor allem im eigenen Garten zunächst mit einem 15-Kilo-Stamm die spezielle Technik des rückwärts über die Schulter zu werfenden Baumstamms.

Seit den Lockerungen geht der 70-Jährige auch wieder dreimal pro Woche in das Wiesentaler Topfit-Studio. Bei der WM in Regensburg waren keine Zuschauer zugelassen. Dennoch sind zwölf Mitglieder seines Heimatvereins Karate-Club Heidelberg mitgefahren und haben die Wettkämpfe auf Bäumen außerhalb des Stadions verfolgt.

Titel im Armdrücken und im Maßkrug-Halten

Seine sportlichen Wurzeln hat Gerson Roth beim KSV Graben-Neudorf. Dort begann er mit zehn Jahren als Schüler-Ringer. „Als Fünfzehnjähriger begeisterte mich ein Freund für den Karatesport, den ich zunächst in Bruchsal ausübte“, blickte der Athlet mit den stahlharten Muskeln zurück.

Im Vorjahr wurde der Ubstadter auch Badischer Meister im Armdrücken und hatte zwei Jahre zuvor beim Maßkrug-Halten in Pforzheim den ersten Platz belegt. „Schon beim Händeschütteln zu Beginn des Wettkampfes hatte damals der zweifache Box-Europameister René Weller meinen Sieg vorausgesagt“, erinnert sich Roth.

Den mit Bier gefüllten Maßkrug hatte er fünf Minuten gehalten. Neben Kraftsport hat Gerson Roth noch weitere Hobbys. „Früher habe ich Deutsche Schäferhunde ausgebildet und 1980 den ersten Hund für die amerikanische Polizei in die Vereinigten Staaten geliefert“, sagt er und ergänzt: „Danach habe ich mehrere Jahre Seminare in Florida durchgeführt“.

Blumenliebhaber und Vogelfreund

Heute züchtet der zweite Vorsitzende beim Verein der Vogelfreunde Weiher ganz seltene Vögel und hat hierfür auch schon nationale und internationale Preise gewonnen.

Gerson Roth ist auch ein Blumenliebhaber. In seinem gepflegten Garten in der Ubstadter Pfarrstraße wachsen nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch wunderschöne Blumen. Wie die Lilien, die der Hausbesitzer selbst gezüchtet hat.

Dafür wurde er schon mehrmals als Sieger im Blumenschmuckwettbewerb der Gemeinde Ubstadt-Weiher ausgezeichnet. Gerson Roth strebt eben immer den optimalen Erfolg an.

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