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Abschaffung des Vierertickets

Mangelhafte Informationspolitik: Kreistag kritisiert KVV

Eigentlich sollte im Kreistag nur das erweiterte On-Demand-Angebot des KVV vorgestellt werden. Die CDU/Junge Liste nahm dies zum Anlass, die Informationspolitik des KVV zu kritisieren.

KVV schafft Entwerter ab: Der KVV will keine zu entwertenden Fahrscheine mehr verkaufen und in Folge alle Entwerter abbauen. Foto: Rake Hora /BNN

Die Abschaffung des Vierertickets und der unentwerteten Tickets für Busse und Bahnen haben bei vielen KVV-Nutzern Wellen der Empörung ausgelöst. Das Thema öffentlicher Nahverkehr stand auch im Kreistag am Donnerstag auf der Tagesordnung.

Die CDU/Junge Liste ergriff die Gelegenheit, um „die Geschäftsführung des KVV wegen mangelhafter Informationspolitik“ zu kritisieren.

„Beim Thema ÖPNV gibt es aktuell viele Veränderungen und deshalb muss die Bevölkerung aus unserer Sicht gut und frühzeitig über einschneidende Veränderungen informiert werden“, sagte André Jackwerth. Umstellungen sollten vorab einmal öffentlich und nicht hinter verschlossenen Türen diskutiert werden.

Kritik kommt nicht nur von der Jungen Union

Die Bevölkerung, aber auch die Mitglieder des Kreistags würden häufig erst spät, teilweise sogar erst nachdem die Entscheidung bereits getroffen wurde, informiert. Zwar säßen Mitglieder der Kreistagsfraktionen im KVV-Aufsichtsrat, aber eine Weitergabe von Informationen innerhalb ihrer Fraktionen sei eine Grauzone, an die Öffentlichkeit gar verboten. „Die Geschäftsführung könnte zumindest proaktiv den regelmäßigen Austausch mit den Kreistagsfraktionen suchen“, schlug Jackwerth vor.

Auch in der Region Ettlingen hat die Abschaffung der unentwerteten Fahrscheine Protest ausgelöst. Ortsvorsteher formieren sich, Elternbeiräte organisieren Protestschreiben, Parteien erheben schwere Vorwürfe – vom Abhängen der Senioren ohne Smartphone und einer Art „Zwangsdigitalisierung“ junger Schüler ist dort zwischenzeitlich die Rede.

KVV will On-Demand-Angebot ausbauen

Der KVV teilt derweil mit, dass das On-Demand-Angebot „MyShuttle“ zum großen Fahrplanwechsel am 12. Dezember erweitert wird. Beim Fahrplan „nach Bedarf“ überbrücken im Landkreis Karlsruhe Kleinbusse in den späten Abendstunden und an den Wochenenden die letzte Meile von der Stadtbahnhaltestelle zur Haustür. Angefordert werden können die Fahrten über die KVV-App.

Neues Bediengebiet ist die Gemeinde Karlsbad mit den Ortsteilen Langensteinbach, Mutschelbach, Auerbach und Spielberg sowie zusätzlich dem Bahnhof Kleinsteinbach als Verbindung zur Stadtbahnlinie S5. Dettenheim und Graben-Neudorf werden um die Ortsteile Huttenheim und Hochstetten erweitert, die dann zum neuen Gebiet „Hardt-West“ zählen. Als weitere Projekte für den übernächsten Fahrplanwechsel sind die Gemeinden Pfinztal, Waldbronn und Walzbachtal in Planung.

Optimiert wird, so kündigt es die Landkreis-Verwaltung an, auch der ÖPNV in Bretten. Das Angebot litt dort in der Vergangenheit unter anderem an Fahrtausfällen aufgrund der Probleme des Verkehrsunternehmens Abellio. Die Stadt arbeite bereits an einem Verbesserungskonzept, dessen Umsetzung aber noch Zeit benötige. Der Kreistag beschloss, für den Zeitraum bis zu einer Angebotsoptimierung Mitte September 2022 die Kosten für den Einsatz eines Busses zu übernehmen.

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