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Erste Kunden schon am Samstag

Volle Waschanlagen am Montag nach dem Sahara-Staub in der Region?

Staub aus der Sahara hat den Himmel über Baden-Württemberg am Samstag in ein gelb-rötliches Licht getaucht. Nach leichten Regenfällen bedeckte der Sand Autos mit eine schmierige Substanz. Vermutlich werden viele Autofahrer diesen Schmutz am Montag wieder loswerden wollen.

Nächste Ausfahrt Waschstraße: Der Sahara-Staub, den der Wind aus Südwesten ins Land brachte, hat sich überall niedergeschlagen. Foto: Matthias Kuld

Ursache für den Sahara-Staub war ein Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa. Die entstandenen Winde transportierten Staub aus der Wüste direkt nach Deutschland. Betroffen war laut einem Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber nur Baden-Württemberg.

Dort allerdings sehr eindrücklich: Die Gelbfärbung des Himmels hielt über mehrere Stunden an. In Richtung Kraichgau ging das Gelb am Samstagnachmittag in einen leichten Rotton über.

Autofahrer müssen mit Wartezeiten rechnen

Mit dem Nieselregen setzte sich der Sandstaub auf den Autos fest – einzelne Fahrer steuerten am späten Nachmittag und frühen Abend vor der Ausgangssperre noch Waschanlagen an.

Auch am Sonntag früh wurden etwa in Karlsruhe verschiedene Autohalter dabei beobachtet, wie sie mit Schwamm und Wassereimer der gelben „Überraschung“ zu Leibe rückten. Andernorts wurden auch Gartenschlauch und Hochdruckreiniger bemüht, um die schmierige Substanz vom Autoblech zu bekommen. Am Montag müssen Autofahrer wohl mit Wartezeiten in den Waschanlagen der Region rechnen.

Ungewöhnlich große Staub-Mengen

Das Phänomen führte zu Anfragen beim Deutschen Wetterdienst (DWD). „Menschen von überall her riefen an. Manche wollten wissen, ob das der Weltuntergang ist“, wird ein DWD-Sprecher zitiert. Sahara-Staub ist kein allzu seltenes Phänomen. Immer wieder werden diese Partikel mit einer kräftigen Strömung bis nach Deutschland transportiert.

Wetterexperten verweisen aktuell aber auf außergewöhnlich große Mengen. „Über 2.000 Milligramm Wüstenstaub pro Quadratmeter treten nur alle paar Jahre auf“, sagte ein Fachmann des Bayerischen Rundfunks.

Vom Nordosten Spaniens, der Côte d’Azur und Lyon bis nach Baden-Württemberg war der Himmel am Samstag in trübes gelbes Licht getaucht. Staub und Sand aus der Sahara können bei entsprechender Wetterlage bis nach Deutschland vordringen, erklärte ein Sprecher des DWD. Dabei wird feiner Sand aus der Sahara-Wüste vom heißen Wind über das Meer weitergetragen. Durch diesen feinkörnigen Sand, der überall in der Luft liegt, ist die Sichtweite stark begrenzt.

„Blutschnee“ in Thüringen

Das Wetterphänomen Sahara-Staub ist allerdings nicht so selten. Ungewöhnlich ist aber im Fall des zurückliegenden Wochenendes die Menge. Michael Sachweh, Wetterexperte des Bayerischen Rundfunks, sagt, dass über 2.000 Milligramm Wüstensand pro Quadratmeter eine enorme Menge seien, wie sie „nur alle paar Jahre mal auftreten“. Für den Menschen ist der Sahara-Staub ungefährlich.

In Thüringen hat der Staub aus der Sahara für sogenannten „Blutschnee“ gesorgt. Der Staub führt zu einer meist gelblich-roten Verfärbung des Schnees, machte Torsten Lehne vom DWD deutlich.

Mit Material von dpa

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