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Von Puppen bis zu Schlangen: Kurioses aus dem Fundbüro Waghäusel

Ob den vollen Geldbeutel, den süßen Lieblingsteddybären oder die Lesebrille: „Verloren und gesucht wird fast alles“, sagt Mario Herberger von der Stadt Waghäusel. Umso größer ist dann die Wiedersehensfreude, wenn die vermissten Gegenstände auftauchen.

Kostbare Edelsteine: Vor vielen Jahren wurde in Bruchsal ein Armband mit Brillianten gefunden. Den Wert schätzte ein Juwelier seinerzeit auf 10.000 Mark. Brillianten sind Diamanten mit einem speziellen Schliff. Die Schmuckstücke sind äußert wertvoll. Foto: dpa/Martial Trezzini

Ob den vollen Geldbeutel, den süßen Lieblingsteddybären oder die Lesebrille: „Verloren und gesucht wird fast alles“, sagt Mario Herberger von der Stadt Waghäusel. Umso größer ist dann die Wiedersehensfreude, wenn die vermissten Gegenstände auftauchen. In Fundbüros werden Gegenstände aller Art aufbewahrt. „Von Schlüsseln über Handys bis zu Geldbörsen. Sowohl leere und als auch volle. Das sind die klassischen Funde“, sagt Herberger. Auch Bargeld bleibt liegen, beispielsweise beim Einkaufszentrum.

„In Bruchsal werden vor allem Schlüssel gefunden und abgegeben“, erzählt Christin Schöppe vom Bürgerbüro. Im Jahr 2019 waren es insgesamt 167 Stück. „Vor allem wenn der Autoschlüssel wieder abgeholt wird, freuen sich die Leute sehr“, sagt Anja Schall, die für Fundsachen in Bruchsal zuständig ist. Im vergangenen Jahr wurden 502 Gegenstände abgegeben, von Brillen über Spielzeug bis zu Hörgeräten. Lediglich 69 fanden bisher wieder ihren Besitzer. 100 Gegenstände wurden dagegen verkauft.

50 Räder wurden 2019 gefunden

Ein klassischer Fund seien auch Fahrräder. „Die Leute nehmen nach dem Dorffest nachts ein fremdes Rad mit und stellen es zwei Tage später wieder ab“, berichtet Herberger. „Wir hatten früher den ganzen Keller voller Fahrräder.“ Inzwischen gibt es in Waghäusel seltener Fahrradfunde. „Das ist eine Entwicklung, bei der wir nicht ganz wissen, wie wir das deuten müssen“, sagt er. „Es verschwinden nicht weniger Räder, aber es werden viel weniger gefunden.“ In der Garage des Bürgerbüros in Bruchsal sammeln sich nach wie vor viele Räder. Allein 2019 wurden knapp 50 gefunden.

Verloren und gesucht wird fast alles.
Mario Herberger , Fundbüro Waghäusel

An einen pikanten Fund vor einigen Jahren in Waghäusel erinnert sich Herberger. „Im Wald wurde mal eine Puppe gefunden, aber eine aufblasbare. Da hat wohl jemand die Beziehung beendet“, sagt er lachend. „Die haben wir dann aber gleich entsorgt.“ An einen wertvollen Fund in Bruchsal erinnert sich Schöppe. Vor vielen Jahren wurde ein Brillantarmband gefunden, dass laut eines Juweliers damals 10.000 Mark wert war. „Das wurde nicht mehr abgeholt und dann versteigert. Allerdings unter Wert“, sagt sie.

Volles Schlüsselbrett: Im Fundbüro Bruchsal wurden im letzten Jahr 167 Schlüssel gefunden und abgegeben. Foto: Schmith

Häufig werden auch Tiere gefunden, von Katzen über Hunde bis hin zu Kanarienvögel. Auch eine Schlange wurde in Waghäusel schon gefunden. „Das ist ein Problem, die können wir natürlich nicht bei uns im Bürgerbüro halten“, so Herberger. Fundtiere aus Waghäusel werden an die Tierschutzorganisation Terra Mater in Graben-Neudorf abgegeben, im Kreis Bruchsal ist dafür der Tierschutzverein Bruchsal zuständig. Dort werden die Tiere versorgt, bis sich ein Besitzer meldet – falls nicht, vermitteln die Organisationen die Tiere weiter.

Frist zur Aufbewahrung dauert ein halbes Jahr

Aufbewahrt werden Fundsachen nach einer gesetzlichen Frist für ein halbes Jahr. Danach können die nicht abgeholten Dinge versteigert werden. „Wenn aber ein rostiges Rad gefunden wird, dann kommt das nach der Frist direkt zum Schrotthändler“, sagt Herberger. Auch Schlüssel werden vernichtet.

Im Wald wurde mal eine Puppe gefunden, aber eine aufblasbare. Da hat wohl jemand die Beziehung beendet.
Mario Herberger, Fundbüro Waghäusel

In Bruchsal wird mittlerweile nichts mehr versteigert. „Inzwischen verkaufen wir die Sachen online. Das hat eine größere Reichweite“, erklärt Schöppe. „Brillen und Kleidung werden häufig zu karitativen Zwecken gespendet.“

Durch die Medien ging 2017 ein Fund in Eppelheim bei Mannheim. Nach über 25 Jahren wurde ein Fahrrad gefunden. Durch die Kodiernummer konnte der Besitzer ausfindig gemacht werden: ein inzwischen 43-jähriger Mann aus Graben-Neudorf. Er hatte als Jugendlicher sein Rad als vermisst gemeldet.

Fundsuche: https://fundsuche02.kivbf.de/

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