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Arbeiten dauern bis Januar

Waghäusel verliert Wahrzeichen: Abriss der Zuckersilos hat begonnen

Sie stehen seit 16 Jahren leer und ihr Abriss wurde bereits 2013 beschlossen. Doch erst jetzt geht es den Zuckersilos Waghäusel an den Kragen. Die Lagertürme der ehemaligen Zuckerfabrik werden im Laufe des Jahres abgerissen. Also nicht gesprengt wie in der Nachbarschaft die Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg. Die Silos bestehen aus Stahlbeton und haben eine Styroporschicht. Der Abriss und die Entsorgung des Materials kosten über eine Million Euro.

53 Meter hoch sind die leerstehenden Zuckersilos in Waghäusel. Seit 1970 dominieren sie über das Schlösschen Eremitage. Seit 16 Jahren stehen die Türme, in denen Südzucker gelagert war, leer. Nun geht es an die bis zu sieben Monate dauernden Abrissarbeiten. Foto: Heintzen

Im nordwestlichen Landkreis verschwinden die markanten Industrie-Landmarken. Die Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburgs sind diese Woche dran. Und die Vorarbeiten, nicht zur Sprengung, aber zum Abriss der ehemaligen Zuckersilos in Waghäusel haben im Mai begonnen. Nach jahrelangen Diskussionen, ob die Türme erhalten werden sollten oder nicht.

Im Januar wurden die Arbeiten fürs Plattmachen ausgeschrieben. Nach der Auftragsvergabe durch den Gemeinderat, geht es nun planmäßig ran an dieses Wahrzeichen der Gegend. Für rund 1,19 Millionen Euro will das beauftragte Unternehmen nicht nur die 53 Meter hohen Türme abbauen, sondern auch das Material entsorgen.

Das Waghäusler Stadtbauamt hat bewusst beide Schritte in eine Firmenhand gelegt. Die Unternehmen hätten dann den Anreiz, das Material aus dem Rückbau sorgfältig zu trennen und über Verwertung nachzudenken. Oft könnten diese Stoffe auch wiederverwertet werden, was sich in günstigeren Angebotspreisen niederschlagen kann, so Fachbereichsleiter Marco Haag.

Styrtopor wird abgeschält und Beton abgenagt

Seit 2018 sind im Haushaltsplan von Waghäusel zwei Millionen Euro für den Abriss der Industrietürme mit Baujahr 1970 eingeplant. Zu den Abbruchkosten kommen Ingenieurleistungen im Auftrag der Stadt. Die Türme sind aus Stahlbeton, der mit einer dünnen Außenschicht aus Styropor versehen ist.

„Um diese Schicht abzuschälen und den Putz zu entfernen, wird immer ein Silo teilweise eingerüstet. Dann arbeitet man sich von oben nach unten durch“, erklärt Catrin Ehrlich, Leiterin des Hochbauamts. Der Stahlbeton wiederum wird anschließend von Facharbeitern mittels riesigen Zangen nach und nach „abgenagt“ Ganz platt könnten die Gebäude im nächsten Jahr sein.

Arbeiten sollen bis Januar laufen

„Bis Januar sind die Arbeiten bislang geplant“, sagt Marco Haag. Er erwartet keine überdurchschnittliche Lärmbelästigung rund um die Eremitage. Die zwei über eine Brücke verbundenen Silos wurden bis 2004 als Lager für Zucker aus dem Süden genutzt.

Die Produktion des süßen Stoffs wurde von der Firma Südzucker 1995 in Waghäusel eingestellt. Während der jeweils herbstlichen Kampagne wurden Tag und Nacht Zuckerrüben verarbeitet. Über die Region legte sich ein erdiger Geruch aus den Resten der Rüben im austretenden Wasserdampf.

Bis  2004 drinnen Südzucker gelagert

Der Abriss Silos wurde bereits 2013 vom Gemeinderat beschlossen. Die Umsetzung verzögerte sich, weil die Türme längerfristig als Sendemasten für Mobilfunk genutzt wurden. Es gab damals außerdem Diskussionen, ob nicht eine andere Nutzung der für Waghäusel typischen Gebäude möglich sei.

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