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Happy End nach langer Suche

1944 abgestürzt: Verschollener Pilot aus Waghäusel-Kirrlach endlich beerdigt

Peter Vogelbacher aus Kirrlach war 1944 Pilot im Zweiten Weltkrieg. Dann verschwand er spurlos und niemand wusste, was mit ihm geschehen war. Bis sich 2019 Angehörige und ein Hobbyhistoriker auf die Suche machten. Jetzt konnte Peter Vogelbacher endlich angemessen beerdigt werden.

Die Familie war tief bewegt aber auch erleichtert darüber, dass der Onkel nach so langer Zeit nicht mehr namenlos auf dem Friedhof in Ysselsteyn liegt. Ohne John Manrhos Engagement wäre das nicht möglich gewesen.- Foto: Gerd Futterer

Es ist ein ungeklärtes Schicksal weniger. Eine Familie mehr, die Gewissheit hat. Peter Vogelbacher aus Waghäusel-Kirrlach war Pilot, als er 1944 im Zweiten Weltkrieg verschwand. Lange galt er als vermisst. Der Hobbyhistoriker und Träger des Bundesverdienstkreuzes John Manrho identifizierte schließlich durch lange Recherchen seine sterblichen Überreste - sie waren 2019 die in den Niederlanden gefunden worden. Ein DNA-Test brachte den endgültigen Beweis. Die Erleichterung bei Familie Vogelbacher/Futterer in Kirrlach war groß. Inzwischen konnte der Onkel würdevoll bestattet werden.

Rolf Vogelbacher, der Neffe des 1944 Verstorbenen konnte durch eine in die Niederlande verschickte DNA-Probe eindeutig nachweisen, dass es sich bei den sterblichen Überresten des unbenannten Grabes um seinen verschollenen Onkel Peter Vogelbacher handelt. Erst im April 2021 erhielt Rolf Vogelbacher ein Schreiben des Standesamtes mit dem Hinweis, dass man jetzt eine amtliche Sterbeurkunde erhalten könne.

Einen enormen Aufwand betrieb John Manrho in den Niederlanden. Er organisierte nach der erfolgreichen Identifizierung eine Bestattung mit einem Priester sowie einem Vertreter des deutschen Militärs auf dem niederländischen Militärfriedhof Ysselsteyn.

Peter Vogelbachers sterbliche Überreste wurden nach der finalen Vergewisserung über seine Identität wieder in das selbe Grab auf dem Militärfriedhof gelegt - dieses Mal allerdings mit seinem Namen auf dem Grabstein und seinen Lebensdaten. Damit gibt es auf dem Friedhof mit 30.000 Gräbern ein ungeklärtes Schicksal weniger. Allerdings sind immer noch 5.000 Gräber namenlos.

Endlich Gewissheit: Ute Futterer zeigt ein Foto ihres Onkels Peter Vogelbacher. Foto: Rolf Vogelbacher

Für Ute Futterer und Rolf Vogelbacher war der Moment der Bestattung, zu der sie extra in die Niederlande gereist waren, bewegend. Keines der insgesamt fünf Geschwister der Familie konnte zu Lebzeiten erfahren, was mit dem ältesten Bruder geschehen war oder wo er sich befand.

Für den jüngeren Bruder des Piloten, den Vater von Rolf Vogelbacher und Ute Futterer, war es ein Lebenswunsch, endlich das Schicksal des älteren Bruders zu erfahren. „Hätte er es noch erlebt, wäre er jetzt 94 Jahre alt“, sagte Rolf Vogelbacher.

Über die schreckliche Situation des Krieges und das Schicksal des Onkels musste Ute Futterer noch lange nachdenken. „Direkt in der Reihe hinter seinem Grab waren zwei Gräber mit 17-jährigen Männern, die noch einen Tag vor Kriegsende zu Tode gekommen sind, das hat mich sehr berührt“.

Auch das Schicksal des damals jungen Piloten bewegte und welche Wendung sein Leben wohl ohne Krieg genommen hätte. „Unser Onkel hat gerne Bilder gemalt und konnte gut zeichnen“, erzählen die Verwandten. Dann jedoch kam der Krieg, Familien wurden auseinandergerissen und viele Fragen blieben offen. Am Ende bleibt von einem Menschenleben hauptsächlich das Andenken. Daher ist es wichtig über das Schicksal Bescheid zu wissen. - durch John Manrhos Hilfe konnte das hier gelingen.

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