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Hohe Impfquote

AWO-Seniorenzentrum Wiesental hat dank Corona-Managerin alles im Griff

Viele Bewohner im AWO-Altenheim in Wiesental sind hoch betagt und leiden unter Vorerkrankungen. Wie geht das Seniorenheim mit der Gefahr durch das Corona-Virus für seine Bewohnerinnen und Bewohner um?

Bewohner Gertrud Hallmaier (90) und Barbara Penzinger (88) lassen sich von der Coronabeauftragten Theresa Machauer (von links nach rechts) informieren. Foto: Werner Schmidhuber

„Ein Außenstehender kann sich nicht vorstellen, welche Herausforderungen zu Pandemiezeiten auf die Verantwortungsträgerinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich zukommen“, weiß Theresa Machauer. Die 27-Jährige ist routinierte Qualitätsmanagerin und Corona-Beauftragte im „Seniorenzentrum am Hag“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Wiesental. Zusätzlich ist sie rund um die Uhr Ansprechpartnerin für das Gesundheitsamt, dem alle Covid-19-Fälle zu melden sind und mit dem alle Maßnahmen abgestimmt werden müssen.

Als ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin bringt sie passende Erfahrungen mit. Sie kann den Bachelor-Abschluss und ein Master-Studium in „Führung und Management im Gesundheitswesen“ vorweisen. Und beides braucht sie vor Ort.

Oft sind Alten- und Pflegeheime die Hotspots der Pandemie. Die hoch betagten und oft vorerkrankten Menschen sind in besonderer Weise durch den Krankheitserreger gefährdet. „Die uns Anvertrauten bestmöglich zu schützen, sehe ich als unsere Pflicht. Dies gilt auch für unser Personal“, betont die Wiesentalerin, die zusammen mit ihrem Team versucht, mit sorgfältig abgestimmten Maßnahmen das Virus in Schach zu halten.

Corona-Ausbruch im Februar

Was auch lange Zeit geglückt ist: Von März 2020 bis Februar 2021 war kein einziger Bewohner des AWO-Heims positiv getestet worden. Doch dann kam es knüppeldick – und gleich zwei Mal. Im Februar 2021 gab es 66 Erkrankungen unter den 108 Bewohnerinnen und Bewohnern. Über 60 Sauerstoffgeräte kamen zum Einsatz.

Neun Monate später registrierte das Heim 23 Betroffene. Coronainfiziert starben beim ersten Auftreten zwölf Personen, zwei bei der zweiten Welle. Die inzwischen vorgenommenen Impfungen sorgten im November für einen milderen Verlauf der Krankheit.

Laut Machauer hat die Entwicklung das Personal vor gewaltige Herausforderungen gestellt. So mussten die Mitarbeitenden, die Coronaerkrankte versorgten, in den zwei kritischen Phasen mit einem Ganzkörperanzug, mit FFP2-Masken, Gesichts-Schildern und Handschuhen acht- bis zehnstündige Schichten leisten, oft bis zur Erschöpfung. Als dann auch noch Quarantäne für viele Pflegekräfte anstand, galt es händeringend, Ersatz zu bekommen. Nur mit Mühe konnte der Nachtdienst aufrechterhalten werden.

Hohe Corona-Impfquote unter Bewohnern und Mitarbeitern

Für die junge Pflege-Managerin stand ein Spagat an: „Wir wollen keine soziale Isolation unserer hilfsbedürftigen Senioren, die erheblich unter der Pandemie leiden. Aber auch nicht, dass sich Besucher anstecken.“ Alles Menschenmögliche sei veranlasst. „Wir setzen alle Schutzmaßnahmen und alle Corona-Auflagen um, wir haben ein überzeugendes Hygiene- und Besucherkonzept“, berichtet Machauer.

„Von den derzeit 106 Bewohnern sind alle bis auf sechs geimpft, die wegen ihres hohen Alters von über 90 jedwede Impfung scheuen. Und von unseren 90 Mitarbeitern haben sich alle einer Impfung unterzogen. Fünf sind noch nicht vollständig geimpft. Unser Personal hat von sich aus, also ganz freiwillig, gegen Corona vorgesorgt.“

Dank der fast 100-Prozent-Impfquote, der alltäglichen Schnelltests, der PCR-Tests und der Vielzahl weiterer Schutzmaßnahmen herrscht Optimismus, dass die schwierigen Zeiten vorbei gehen und alle gefährlichen Entwicklungen, ob Omikron oder andere Varianten, in Schach gehalten werden können. Auf den Zusammenhalt aller Verantwortungsträger und auf die Mitwirkung der Bewohner könne das „Haus am Hag“ sehr stolz sein. Von einem „unglaublichen Kraftakt“ und einem „tollen Erfolg“ spricht auch die Leiterin Anja Leier.

Gertrud Hallmaier (90) und Barbara Penzinger (88) verteilen ebenfalls reichlich Lob. Wie die beiden Seniorinnen versichern, fühlen sie sich bestens eingebunden und informiert. So sehen es auch die allermeisten Angehörigen, etwa Luzia Haag. „Die geltenden Besuchsmöglichkeiten sind durch Heimleitung, Qualitätsmanagement und Pflegedienstleitung großzügig und doch verantwortungsbewusst geregelt“, betont sie. Einsamkeit sei für manche der Älteren schlimmer als Corona.



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