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Pandemie befördert Freundschaften

Helferteam aus Waghäusel trifft sich zum Corona-Stammtisch

Erst testeten die Helfer aus Waghäusel Menschen auf das Coronavirus. Mittlerweile treffen sie sich zum Stammtisch. Und wollen wieder parat stehen, falls es eine vierte Welle gibt.

Steht auch weiterhin zusammen: Das Team des in Waghäusel eingerichteten Testzentrums traf sich im Rheintal-Schwimmbad zum ersten Corona-Stammtisch am Beckenrand. Foto: Dirk Zöller

Corona hat mehrere Gesichter. In der öffentlichen Wahrnehmung ist die Pandemie eine hässliche Fratze, die Tod und Krankheit verursachen kann, das gesellschaftliche Leben nicht nur einschränkt, sondern fast zum Stillstand bringt sowie die öffentlichen Haushalte über alle Maßen und für lange Zeit belastet.

Dass die Pandemie auch Freundschaften befördern kann, zeigt ein Beispiel aus der Großen Kreisstadt Waghäusel. Dort fand jetzt im Rheintal-Schwimmbad der vielleicht bundesweit erste Corona-Stammtisch statt.

Als einer der ersten Kommunen in der Region wurde in Waghäusel bereits vor Ostern eine eigene Corona-Teststation eingerichtet. Initiator war CDU-Stadtrat Jürgen Schlindwein. Der Geschäftsführer der ortsansässigen Notrufteam GmbH rannte mit seiner Idee bei Oberbürgermeister Walter Heiler (SPD) offene Türen ein.

Das Helferteam aus Waghäusel will seine monatlichen Treffen beibehalten. Foto: Dirk Zöller

Zusammen mit Ordnungsamtschef Mario Herberger wurden die organisatorischen Weichen gestellt und im Jugendzentrum WaWiKi eine geeignete Örtlichkeit gefunden.

In der Anästhesistin und Intensivmedizinerin Silke Schwaner stand eine Ärztin bereit und in den Angestellten des Rheintalbads ein Helferteam.

Am Ende hatten wir einen ganzen Kühlschrank voller Süßigkeiten.
Jürgen Schlindwein, Iniator der Teststation

Anfangs war die stark frequentierte Waghäuseler Teststation von montags bis freitags von 16 Uhr bis 20 Uhr sowie samstags von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Später nur noch an vier Wochentagen.

Waghäuseler testeten mehr als 5.000 Menschen auf Corona

Insgesamt wurden in den über drei Monaten mehr als 5.000 Menschen getestet, wobei nur acht Personen positive Symptome aufgewiesen haben, wie Testleiter Jürgen Schlindwein mitteilte.

Positiv und dankbar reagierten viele Getesteten auf das Angebot in Waghäusel. „Am Ende hatten wir einen ganzen Kühlschrank voller Süßigkeiten“, blickt der Chef des Notrufteams zurück.

Einzelne Personen hatten auch jede Woche einen Kuchen für das Helferteam gebracht. Oberbürgermeister Walter Heiler und Fachbereichsleiter Mario Herberger überzeugten sich durch persönliche Besuche regelmäßig von der effektiven Arbeit im Testzentrum.

Helfer aus Waghäusel führten auch am späten Abend Corona-Tests durch

„Ich bin Jürgen Schlindwein und dem gesamten Team für ihre Initiative zu großem Dank verpflichtet“, lobte das Stadtoberhaupt bei der jüngsten Sitzung des Waghäuseler Gemeinderats. Beim ersten Stammtisch-Treffen konnten Heiler und Herberger allerdings aus Termingründen nicht anwesend sein

„Wir wollen dieses monatliche Treffen beibehalten“, verrät Schlindwein und verspricht, bei einer möglichen vierten Corona-Welle erneut bereitzustehen. Er lobt vor allem die Teamarbeit und den selbstlosen Einsatz der Helferinnen und Helfer.

„Bei Bedarf haben wir auch mal am späten Abend getestet“, erinnert sich Schlindwein und nennt ein Beispiel: „Einmal wollte eine Familie ihre im Sterben liegende Mutter im Krankenhaus besuchen und benötigte dringend einen Corona-Test.“ Hier zu helfen war für das Team selbstverständlich.

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