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Eremitage in Waghäusel

Im Lauf der Geschichte hatte das Jagdschloss in Waghäusel immer eine andere Bestimmung

In der 300-jährigen Geschichte hat das ehemalige Jagdschloss bereits einiges erlebt. Der bislang schönste Verwendungszweck für das Gemäuer ist der als Trauzimmer samt Hochzeitsgarten vor der Tür. Aber es gibt noch weitere Pläne.

Blumengeschmückt ist der von der Stadt Waghäusel angelegte neue Hochzeitsgarten bei der Eremitage. Foto: Kurt Klumpp

Die Eremitage in Waghäusel wurde von 1724 bis 1729 erbaut. Die Pläne lieferte Michael Ludwig Rohrer, Hofbaumeister der Markgräfin von Baden. Das Gebäude wurde später durch den Anbau von vier Flügeln erweitert. Nicht die einzige Veränderung: In den zurückliegenden fast 300 Jahren hat die Eremitage eine wechselvolle Geschichte erlebt. Vom fürstbischöflichen Jagdschloss wurde es ab 1837 nach dem Erwerb durch die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation zum profanen Bürogebäude gemacht und wird heute als Museum und für Eheschließungen genutzt.

Die Südzucker AG verkaufte das Schloss mit dem gesamten 42 Hektar großen Areal und allen Gebäuden 1997 für den symbolischen Preis von einer Deutschen Mark an die Stadt Waghäusel. In dem letzten Vierteljahrhundert wurden dank staatlicher Zuschüsse in den Abbruch, die Werterhaltung und in die Neuanlage des Eremitage-Gartens mehr als 20 Millionen Euro investiert.

Der besondere Reiz des Schlosses liegt in dem positiven Spannungsfeld von barocker Außenarchitektur und der im Art-Déco-Stil der 1920er Jahre umgestalteten Innenräume.

Eingerichtet wurde dort auch ein Trauzimmer, das an einigen Samstagen für Eheschließungen geöffnet ist. „In Waghäusel werden pro Jahr 100 bis 120 Trauungen vollzogen, davon etwa die Hälfte in der Eremitage“, bestätigt Standesbeamtin Claudia Sand. Auch Oberbürgermeister Walter Heiler (SPD), Bürgermeister Thomas Deuschle und Birgit Seiferling nehmen dort Trauungen vor.

Hochzeitsgarten für Trauungen

Das Exklusivrecht für den Sektempfang danach hat Rolf Heinzmann: Der Waghäuseler Galerist ist auch Betreiber des im Küchenbau eingerichteten „Humorparks Eremitage“. Seit einigen Wochen steht direkt neben einem weiteren Kavaliershaus, dem ehemaligen Fremdenbau, ein Hochzeitsgarten für Trauungen bereit.

Bei der Entrümpelung des Geländes wurde eine alte Lourdes-Grotte entdeckt, die mit Muscheln und Schneckenhäuschen geschmückt ist. Eingearbeitet ist auch schwarze Schlacke, ein Abfallprodukt der Zuckerproduktion. „Gebaut wurde diese Grotte von ehemaligen Bewohnern des Fremdenbaus“, bestätigt Josef Mörder, der früher bei der Südzucker AG arbeitete und bei der Renovierung der Eremitage Ratgeber war.

Neueste Pläne: Ein Struwwelpeter-Museum soll entstehen

Im Obergeschoss des Barockschlosses ist seit Januar 2020 ein Museum eingerichtet. Dort wird in den vier Seitenflügeln die Geschichte der Eremitage, der Zuckerfabrik Waghäusel, der Badischen Revolution von 1848/49 sowie des Naturschutzgebiets Wagbachniederung anschaulich präsentiert.

Geöffnet ist das Museum außer an Feiertagen an jedem letzten Sonntag im Monat von 14 Uhr bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung. Nach der Sanierung des Küchenbaus soll dort ein Struwwelpeter-Museum eingerichtet werden. Es wäre das einzige zwischen Frankfurt und Basel.

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