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Strom erzeugen

Nach Baggersee in Achern: Auch in Waghäusel-Wiesental soll eine schwimmende Solaranlage entstehen

Auf einem Baggersee im Waghäuseler Stadtteil Wiesental plant die Firma Heidelberg Cement eine Photovoltaik-Anlage. Welche Vorteile die schwimmenden Solarpanels haben.

In Renchen im Ortenaukreis wurde 2019 auf dem Baggersee Maiwald die damals größte schwimmende Photovoltaik-Anlage Deutschlands errichtet.
In Renchen im Ortenaukreis wurde 2019 auf dem Baggersee Maiwald die damals größte schwimmende Photovoltaik-Anlage Deutschlands errichtet. Foto: Ludmilla Parsyak (Umweltministerium)

In Waghäusel soll eine schwimmende Photovoltaikanlage entstehen. Die Firma Heidelberg Cement will die Anlage auf dem Baggersee der ehemaligen Firma Wittmer und Klee in Wiesental bauen, bestätigte Elke Schöning, Sprecherin des Unternehmens.

Oberbürgermeister Thomas Deuschle (CDU) hatte diese Idee in Absprache mit der Firma ins Gespräch gebracht, um der Stromerzeugung einen Schub zu geben.

Die Pläne für die Anlage liegen laut Schönig in der Schublade. „Die Detailplanung für den Standort in Wiesental hat noch nicht begonnen“, teilte die Sprecherin mit und verwies auf 2023.

An weiteren Standorten gibt es laut Schönig ebenfalls schwimmende Photovoltaikanlagen: „Ein Beispiel hierfür hat die Heidelberger Sand und Kies GmbH bereits auf dem Baggersee des Kieswerks im bayerischen Dettelbach realisiert. Weitere Standorte plane die Firma bereits.

ENBW installiert Solaranlage auf Baggersee in Achern

Darunter auch der See in Wiesental. Die EnBW-Tochter Erdgas Südwest hat bereits 2019 auf dem 43 Hektar großen Baggersee in Renchen bei Achern die damals größte schwimmende Photovoltaikanlage in Deutschland gebaut.

Die 750 Kilowatt starke Anlage bedeckt mit ihren 2.300 auf der Wasseroberfläche schwimmenden und mit einer Uferverankerung fixierten Solarmodulen zwei Prozent der Wasserfläche.

Im ersten Jahr lieferte die Anlage im Ortenaukreis 860.000 Kilowattstunden grünen Strom. Drei Viertel des Stroms flossen in die Eigenversorgung des energieintensiven Kieswerks vor Ort. Der überschüssige Strom ging über das virtuelle Kraftwerk der EnBW in die Direktvermarktung.

Anlagen dürfen maximal 15 Prozent der Seefläche bedecken

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen auf dem Wasser sind nicht höher als die für Anlagen auf dem Land. Es geht aber keine Fläche für die Anlage verloren.

Außerdem lassen sich schwimmende Anlagen leichter dem Sonnenstand nachführen. Weil die Flächen abgedeckt sind, verdunstet das Wasser zudem weniger.

Bislang dürfen Photovoltaik-Anlagen auf künstlichen Gewässern wie Baggerseen maximal 15 Prozent der Wasseroberfläche bedecken. Diese Beschränkung sieht der Bund in einem Gesetzesentwurf vor.

Das dürfte sich bald ändern: Mit großer Mehrheit stimmten die Bundesländer, darunter auch Baden-Württemberg, einem Änderungsantrag zu, wie einer Pressemitteilung der Landesregierung von Mai zu entnehmen war.

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