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Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen

Für die AfD-Kandidatin Ruth Rickersfeld aus Waghäusel ist „Deutschland schwer krank“

Ruth Rickersfeld ist seit drei Jahren Mitglied der AfD. Nun kandidiert die Waghäuslerin im Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen für den Bundestag.

AfD-Kandidatin Ruth Rickersfeld in ihrem Waghäusler Garten. Im Wahlkampf argumentiert sie: Unser Land ist schwer krank. Foto: Martin Heintzen

Seit zweieinhalb Jahren betätigt sich Ruth Rickersfeld politisch. Im März 2019 trat sie in die AfD ein, kurz darauf wurde sie Stadträtin in Waghäusel.

Ihr Engagement brachte der Betriebswirtin eine neue berufliche Tätigkeit, wenngleich sie im Umfeld des Karlsruher Rathauses blieb. Sie wurde Geschäftsführerin der AfD-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat.

Zuvor war sie Fachangestellte in Karlsruhes Stadtverwaltung und mit Planungsthemen beschäftigt. Begonnen hatte sie nach dem Realschulabschluss als Bürogehilfin. Rickersfeld geht also zielstrebig ihre Wege, einer hat nun zur Bundestagskandidatur für ihre Partei geführt.

„Obwohl ich keine bin, die sich um Ämter reißt, aber ich bin bereit zur Unterstützung, für das, was ich als richtig empfinde“, sagt die 55-Jährige.

Früher war die „alte CDU“ ihre Heimat als Wählerin

In der AfD sieht sie nun das vertreten, für was „die alte CDU“ gestanden habe. Die war politische Heimat der Wählerin Rickersfeld, bevor Angela Merkel 2015 die Grenzen für Flüchtlinge nicht schloss.

Innerhalb der AfD im Kreis Karlsruhe steht die Kandidatin hinter der Linie des Kreisvorsitzenden Rainer Balzer und hat gegen die Wahl des ihm kritisch gesonnenen Kreisvorstands geklagt.

Die politische Analyse der Waghäuslerin lässt sich kurz so zusammenfassen: „Alles ist schlecht momentan in Deutschland, es geht abwärts, viele Dinge zerstören unser Land“. Rentner würden verarmen, das Lohnniveau der Arbeiter sinken, Fachkräfte und Akademiker das Land scharenweise verlassen, und die Regierung verteile Geld großzügig in aller Welt.

Ist also alles negativ bei uns? Obwohl im Inland Corona-Hilfen flossen und beispielsweise die meisten in die Schweiz auswandern, weil sie dort einfach mehr verdienen? Die AfD-Kandidatin bleibt bei der Pauschal-Kritik. Dass das Land „schwer krank“ sei, zeige sich auch bei der Energiepolitik.

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist für sie ein Fehler, Windräder sieht sie als untauglich, sie zerstörten nur Landschaft. Der Blackout beim Strom drohe konkret. Die Alternative dazu: verschiedene Technologien und vielseitiger Energiemix, heißt es in Rickersfelds Flyer.

Die Kandidatin sagt, Corona sei anders

Und es gebe Corona, aber nicht als Pandemie, als die es dargestellt werde.

Warum wählen die Menschen bislang dennoch keine AfD-Bürgermeister oder Oberbürgermeister und wollen andere Parteien nicht koalieren? „Weil wir bekämpft werden, egal, was von uns kommt, und viele haben auch Angst deswegen.“

Rasenkraftsport mit Hammerwerfen

Sie möchte zurück zu der Zeit, „als in der Regel nur ein Haushaltsmitglied arbeiten musste und noch Geld für den Urlaub übrig blieb.“ Eine Zeit, vor etwa 20 Jahren, als man noch frei über sein Leben habe entscheiden können und seine Meinung sagen.

Ruth Rickersfeld wuchs in Karlsruhe auf und lebt mit ihrem Mann seit 2010 in Wiesental. Wenn sie nicht politisch aktiv ist, dann kümmert sie sich um einen großen Garten rund um ihr Haus, mit viel Gemüse sowie Zierpflanzen. Sportlich aktiv war sie lange im Rasenkraftsport: Mit Gewichtewerfen und Steinstoßen sowie, schnell erfolgreich, in ihrer Spezialdisziplin Hammerwerfen.

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