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Stoß vor den Zug

Urteil gegen den Waghäuseler Gleis-Täter und seinen Bruder ist rechtskräftig

Nein, so wie es aussieht, wird es keine dritte Prozessauflage geben. Es bleibt dabei: Der verurteilte Haupttäter von Waghäusel muss zehn Jahre ins Gefängnis. Er hatte einen ihm unbekannten Mann vor den Zug gestoßen. Der überlebte nur knapp.

Rechtskräftig verurteilt: Die beiden Brüder mussten sich zum zweiten Mal vor dem Landgericht Karlrsuhe für ihre Tat am Waghäuseler Bahnhof verantworten. Hier ein Foto vom Prozessauftakt. Foto: Uli Deck/dpa

Bis Montag, 23.59 Uhr, hatten sie Zeit: Doch offenbar hat keiner der Beteiligten im Prozess um den fast tödlichen Stoß aufs Waghäuseler Gleis Rechtsmittel eingelegt. Damit ist das zweite Urteil gegen die beiden Brüder seit Dienstagnacht rechtskräftig. Sowohl der Verteidiger des Haupttäters als auch die Staatsanwaltschaft bestätigen: Wir haben keine weiteren Rechtsmittel eingelegt.

Der eine Täter hatte im Sommer 2020 einen ihm unbekannten Mann vor einen einfahrenden Güterzug gestoßen und muss dafür nun zehn Jahre Haft absitzen.

Sein Bruder kam wegen unterlassener Hilfeleistung mit einer Geldstrafe davon. In zweiter Instanz am Landgericht Karlsruhe ging es vor allem um die Frage, ob die beiden Brüder aufgrund psychischer Krankheiten überhaupt schuldfähig waren.

Bundesgerichtshof hatte der Revision stattgegeben

Ihre Verteidiger hatten nach dem ersten Urteil am Landgericht vor einem Jahr Revision beantragt. Der Bundesgerichtshof hatte dem in Teilen stattgegeben.

Auch bei der zweiten Auflage ging das Gericht von einem versuchten Mord aus. Der Haupttäter, der ältere der Brüder, galt dem Sachverständigen als voll schuldfähig. Das Opfer leidet bis heute unter den körperlichen und seelischen Folgen der brutalen Tat. Dass er bei der zweiten Auflage am Landgericht noch einmal aussagen musste, hatte den Karlsruher schon sehr stark belastet.

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