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Gas aus Norwegen

Wieso die Energiepreise in Bruchsal erst ab April sinken

Kein Aprilscherz. Die Stadtwerke Bruchsal senken zum 1. April die Strom- und Gaspreise. Andere haben das jetzt schon erledigt. Warum müssen die Bruchsaler länger warten?

Gute Nachrichten: Die Strom- und Gaspreise sinken. In Bruchsal dauert es jedoch noch bis April.
Gute Nachrichten: Die Strom- und Gaspreise sinken. In Bruchsal dauert es jedoch noch bis April. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Strom und Gas werden für die Kunden der Bruchsaler Stadtwerke zum 1. April günstiger. Warum dies nicht schon zu Jahresbeginn erfolgt und welchen Nutzen die Kunden haben, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Eberhard Oehler, der das städtische Unternehmen interimsmäßig leitet und Mitte Februar in den Ruhestand geht.

Stadtwerke-Geschäftsführer Eberhard Oehler
Stadtwerke-Geschäftsführer Eberhard Oehler Foto: Dietrich Hendel

Jährliche Ersparnis in Bruchsal von bis zu 700 Euro

Warum dauert es bis zum 1. April, bis die Stadtwerke-Kunden die günstigeren Tarife bekommen? Das klingt ja wie ein Aprilscherz.
Oehler
Es ist kein Scherz. Zum einen haben wir noch zu höheren Preisen eingekaufte Mengen kontrahiert, so dass wir jetzt in den Genuss der deutlich günstigeren Beschaffungspreise erst im zweiten Quartal 2024 kommen werden. Ein weiterer Punkt ist natürlich auch die für uns wirksam werdende Tariferhöhung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ab März mit 10,5 Prozent zu Buch schlägt. Ich schließe nicht aus, dass wir im Laufe des zweiten Halbjahrs 2024 eine erneute Preissenkung bekommen könnten. Gleiches trifft für die Stromkosten zu. Aber: Man muss bei der Preisdiskussion bedenken, dass die Stadtwerke Bruchsal den Betrieb für drei Schwimmbäder und das Defizit aus dem Stadtbusbetrieb zu tragen haben. Und: Aktuell diskutieren wir intern, ob wir unseren langjährigen Kunden für 2024 einen Bonus auf ihre Energiekosten anbieten können.
Was sparen die Bruchsaler Bürgerinnen und Bürger künftig in Euro und Cent mit den neuen Strom- und Gaspreisen?
Oehler
Die Einsparungen bei der Gasversorgung betragen beim mit 20.000 Kilowattstunden angesetzten Durchschnittskunden etwa 700 Euro im Jahr. Beim Stromverbrauch kalkulieren wir mit einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 Kilowattstunden und einer jährlichen Ersparnis von 180 Euro.
Vor zwei Monaten haben Sie gesagt, Deutschland sei nach Ihrer Beobachtung nicht mehr von russischem Gas abhängig. Woher kommt das Gas jetzt? Und schafft man sich damit nicht eine neue Abhängigkeit?
Oehler
Ich sehe mich darin bestätigt, was ich vor zwei Monaten schon gesagt habe: Die Speicher sind übervoll, und wir kommen ohne jegliches Gas aus Russland aus. Zum ganz großen Teil kommt das Gas heute aus Norwegen. Der skandinavische Anteil hat sich fast verdoppelt. Bei einem europäischen Partner müssen wir keine drohende Abhängigkeit befürchten.
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