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Gebäude aus dem 19. Jahrhundert

Was wurde aus eigentlich aus der Hammerschmiede in Ubstadt-Weiher?

Geschmiedet wird in der Hammerschmiede in Ubstadt-Weiher schon lange nicht mehr. Aber wofür wird sie heute genutzt? Wir haben nachgefragt.

Statt Schmiedekunst jetzt eine Besenwirtschaft: Lothar und Lena Blau und Kinder sind stolz auf das Anwesen. Foto: Arved Oestringer

Ruhig plätschert der Kraichbach neben der alten Hammerschmiede vorbei. Idyllisch, wie aus einem Bilderbuch steht die ehemalige Hammerschmiede am heutigen Kraichbach. Betrieben wird die ehemalige Schmiede von der Familie Blau. Schon seit einigen Generationen gehört das Anwesen der Familie. Über den Familienzweig der Eigentümerin Brigitte Fank-Blau sind die heutigen Bewohner mit den „Gründern“ der ehemaligen Schmiede verwandt, erklärt Lothar Blau, der mit seiner Familie heute dort lebt.

Ursprünglich errichtet wurde das stattliche Gebäude im 19. Jahrhundert von den Corrells, eine spanische Schmiedefamilie. Geschmiedet wurden in Ubstadt hauptsächlich Werkzeuge. Hammerschmiede wird das Gebäude allerdings nicht genannt, weil dort Hämmer geschmiedet wurden, sondern weil mit Hämmern geschmiedet wurde.

Diese großen, durch Wasserkraft betriebenen Hämmer sind heute zwar nicht mehr erhalten, allerdings kann man auf alten Fotos noch erkennen, wie der Bach unter der Schmiede durchfloss und entsprechende Mechanismen antrieb. Im Zweiten Weltkrieg fiel dann der letzte Schmied und der Betrieb wurde stillgelegt. Über verschiedene Nutzungen und die nähere Verwandtschaft ging das Gebäude letztlich an die heutige Familie Fank-Blau über.

Zwischenzeitliches Weingut in der Hammerschmiede

Zwischenzeitlich betrieb Familie Blau dort ein Weingut, das gibt es allerdings heute nicht mehr. Trotzdem steht die Hammerschmiede von Mai bis Juli und auf Nachfrage auch im Rest des Jahres für Gäste offen. Tochter Lena Blau betreibt dort eine Besenwirtschaft. Wunderbar lässt es sich dort unter alten und jungen Bäumen im Hof der Hammerschmiede sitzen und auch für Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz.

„Für dieses Jahr ist die Saison leider schon vorbei, doch im nächsten Jahr heißen wir Gäste gerne wieder willkommen“, erklärt Lothar Blau. In der Regel ist die Besenwirtschaft donnerstags und freitags geöffnet. Für Hochzeitsgesellschaften oder größere Gruppen in einer geschlossenen Gesellschaft bietet Familie Blau auf vorherige Nachfrage allerdings auch Bewirtung außerhalb der Saison an, erklärt Lothar Blau.

Die Besenwirtschaft gibt es mittlerweile schon seit den 90ern, das Weingut haben die Blaus dann im Jahr 2013 aufgegeben und 2016 hatte Lena Blau die Besenwirtschaft übernommen. Die kulinarischen Angebote beinhalten beispielsweise Flammkuchen und Bistro-Küche.

Zwar hat die Hammerschmiede dieses Jahr ihren Gastbetrieb schon geschlossen, trotzdem ist es für Spaziergänger oder Radfahrer ein schöner Anblick außen vorbei zu fahren. Betrachtet man das Gebäude vom Weg am Kraichbach aus, hört man den Bach, der dort über Steine fließt, rauschen. Auf der anderen Uferseite liegt das beeindruckende Anwesen aus dem 19. Jahrhundert. Es erinnert ein klein wenig an ein Wasserschlösschen. Es ist immer wieder beeindruckend, welche Geschichten in manchen Häusern stecken, die man nicht sieht. Hier etwa die der Familie Blau.

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