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Polizei und Ordnungsamt wollen einschreiten

Zuviel Autoverkehr auf Feldwegen im Kraichgau stört Spaziergänger

Es sind alles Anlieger, die mit ihrem Auto mitten ins Landschaftsschutzgebiet fahren: Sie haben das Anliegen, dort zu grillen oder mit dem Hund spazieren zu gehen. Dass sie lieber auf Parkplätzen ihre Autos abstellen sollten, dafür wollen jetzt Polizei und Ordnungsamt sorgen.

Beliebtes Naherholungsgebiet Bruchsaler Rotenberg: Doch im Naturschutzgebiet und auf vielen Feldwegen in der Nähe gebe es zu viel Schleichverkehr, beklagt ein Leser. Foto: Irmgard Duttenhofer

Von unserer Mitarbeiterin Irmgard Duttenhofer

Auf den Ruhebänken sitzen drei Männer. In einer Grillschale an ihrer Seite brutzeln Hähnchenschlegel. Nebenan lässt eine junge Familie auf einem Stoppelacker eine Drohne steigen. Mehrere Fahrzeuge parken auf Grünflächen. Handwerker mit Kastenwagen befahren die befestigten Wege. Es sind erstaunlich viele „Anlieger“-Autos unterwegs, dazwischen Fußgänger und Radfahrer. Eine Stunde vor Ort und man gewinnt den Eindruck: im Bruchsaler Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Rotenberg“ herrscht pulsierendes Leben.

Rundschau-Leser Hajo Kurzenberger mag die Natur- und Kulturlandschaft des Kraichgaus ganz besonders und wandert fast täglich durch diese 45 Hektar große Region Rotenberg. Seine Freude ist nicht ungetrübt. Denn auch er beobachtet den wachsenden PKW-Verkehr und parkende Autos in eigentlich autofreien Zonen.

„Es gibt illegale Schleichwege, zum Beispiel Hohlwege, die im Feierabendverkehr reichlich genutzt werden“, weiß er aus eigener Anschauung. Tagsüber sind es Hundehalter und Spaziergänger, die ihre Autos mitten im Gelände parken, ohne die ausgeschilderten Parkplätze zu nutzen.

„Selbstverständlich müssen die Wege für den landwirtschaftlichen Verkehr offen bleiben. Aber illegale Abkürzungen, zum Beispiel auf den Hohlwegen zwischen Unteröwisheim und Heidelsheim, im Rohrbachtal bis hinüber zur Autobahnzufahrt Bruchsal Nord, schaden ganz sicher den ökologisch wertvollen Natur- und Kulturlandschaften“, fürchtet unser Leser und hat sich mit diesem Anliegen an die Bruchsaler Rundschau gewandt.

Klare Regeln: Ein Schild am Naturschutzgebiet Rotenberg bei Bruchsal erklärt die Vorschriften. Foto: Irmgard Duttenhofer

Grillen und ungenehmigte Drohnenflüge sind Ordnungswidrigkeiten

Das Polizeirevier Bruchsal führt auf den gemeindeeigenen Sonderwegen in der Regel keine Kontrollen durch. Darum kümmert sich der Gemeindevollzugsdienst, so der Leiter des Polizeireviers Bruchsal, Wolfgang Ams. An diesem Tag sind die Beamten dennoch auf den „Schleichwegen“ unterwegs und sprechen auch mit den Männern am Grill.

Pressesprecherin Irene Feilhauer vom Regierungspräsidium Karlsruhe weiß, dass zum Beispiel die unberechtigte Nutzung der land- und forstwirtschaftlichen Wege in Naturschutzgebieten, das Grillen auf nicht ausgewiesenen Plätzen und Drohnenflüge ohne Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart Ordnungswidrigkeiten darstellen.

Schließlich sollen im „Rotenberg“ Streuobstwiesenbestände, Tier- und Pflanzenwelt, Hecken, Hohlwege und Weinberge geschützt werden. Sie alle sind als „Schutzzweck“ im Verzeichnis für dieses Naturschutzgebiet aufgelistet.

„Wir sind dankbar für solche Informationen und werden dem Missstand nachgehen“, meldet sich Pressesprecherin Ina Rau aus dem Büro der Oberbürgermeisterin zu Wort: „Gerade beim Thema Natur- und Umweltschutz geht es auch darum, ein Bewusstsein für den Schutz der Kulturlandschaften zu schaffen und die Menschen dafür zu sensibilisieren, autofreie Naherholungsgebiete nicht zu befahren.“

Viel Arbeit wurde investiert und Geld in die Hand genommen, um die Wander- und Radwege einschließlich der Naturdenkmäler umfassend und einheitlich auszuschildern, weiß unser Leser. Auch die Gebots- und Verbotsbeschilderungen, wie sie in der Schutzgebietsverordnung für das Areal Rotenberg festgelegt sind, ist eindeutig.

Die Ahndung der Ordnungswidrigkeiten obliegt der Polizei und dem Gemeindevollzugsdienst. Die Stadt Bruchsal wird die Kontrollen zum Natur- und Umweltschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt „durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit begleiten“, ergänzt die Pressesprecherin.



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