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Turniere am Bildschirm

Vereine rund um Bruchsal entdecken in der Corona-Pandemie eSport für sich

Fifa und andere virtuelle Spiele an Playstation und Co sind nicht erst seit Corona beliebt bei Jugendlichen. Durch die Pandemie sind virtuelle Games aber zunehmend interessanter für Vereine und Verbände geworden. Aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Nicht nur wegen der Corona-Pandemie boomt der eSport in Deutschland. Auch in den Vereinen der Region wird dieses Potenzial erkannt. Foto: Kevin Schuon

Seit Monaten pausiert der Amateursport, die Aussichten auf gemeinsames Training sind weiter schlecht. In dieser tristen Zeit versuchen die Vereine, andere Möglichkeiten zu finden, um den Spielern eine Bindung zu ermöglichen.

„Der eSport bietet dabei eine gute Alternative für den echten Sport, auch wenn er natürlich kein Ersatz dafür ist“, sagt Jugendtrainer Michael Seltsam von den FzG Münzesheim.

Der stellvertretende Jugendleiter des FC Untergrombach, Marius Neumann, pflichtet ihm bei: „Der eSport kommt dem echten Sport sehr nahe, kann ihn aber nicht ersetzen.“

Ist eSport richtiger Sport? Unterschiedliche Meinungen

Diese Aussagen von der Basis sind eindeutig, dennoch gehen die Meinungen über das Zocken an Playstation, Xbox und Co auseinander. Die Diskussion, ob eSport überhaupt als Sport bezeichnet werden kann oder nicht, wird bis in der höchsten Ebenen der Verbände geführt.

In der Theorie ist es eigentlich klar: Laut einer wissenschaftlichen Definition handelt es sich dann um Sport, wenn sich Personen freiwillig in eine Beziehung zu anderen Menschen begeben, um ihre jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Bewegungskunst zu vergleichen.

Neumann ist der Meinung: „Wenn das die Definition ist, dann werden alle Kriterien erfüllt und damit ist es Sport.“ Cedric Walther vom SV Philippsburg sieht es genauso: „eSport ist anerkannter denn je. Die Virtuelle Bundesliga (VBL) hat einen TV-Vertrag mit Sport1 und bekommt deswegen auch mehr Reichweite.“ Das machen sich auch Vereine und Verbände zunutze.

Walther selbst spielt ab und zu Turniere und hat an der Landesverbands-Trophy des Badischen Fußballverbandes Ende Januar teilgenommen, bei der sein Team erst im Viertelfinale scheiterte. Es war der erste offizielle Wettbewerb dieser Art, was zeigt, dass sich das Konsolenspiel erst so langsam institutionalisiert. Zahlreiche Clubs aus dem Fußballkreis nahmen mit einer eigenen Mannschaft teil.

Für Mannschaften aus der Region wird der eSport immer wichtiger.
Cedric Walther, Jugendspieler beim SV Philippsburg

„Für Mannschaften aus der Region wird der eSport immer wichtiger“, findet der 16-jährige Walther. Für den Verein sei es schwer, die Spieler in diesen Zeiten zu erreichen und die Team-Chemie zu fördern. „Mit eSport kann man den Verein zusammenhalten und den Austausch zwischen der Jugendabteilung und dem Erwachsenenbereich steigern“, meint Walther.

Vereine um Bruchsal haben das Potential von eSport erkannt

Vereinsinterne Turniere gibt es schon länger. Auch bei der FzG Münzesheim ist die Nachfrage nach einer solchen Veranstaltung groß. Seltsam berichtet von schon weit fortgeschrittenen Planungen eines Cups. Corona machte diesem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung, da man sich vor Ort treffen wollte. Seltsam erzählt: „Die Spieler zocken auch öfter untereinander, aber sie sehnen sich nach der Rückkehr auf den Platz und für sie ist es kein Vergleich mit dem echten Sport.“

Ein Turnier, das trotz Corona stattfinden kann, ist das des FC Untergrombach. Was während dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) von Marius Neumann als Jahresprojekt angefangen hat, kann jetzt umgesetzt werden. Der Verein veranstaltet an diesem Samstag ein Turnier mit 32 Teilnehmern. Die Nachfrage war so groß, dass das Teilnehmerfeld nochmals vergrößert werden musste.

Für den Cup konnte sich jeder anmelden, ob intern vom eigenen Verein oder extern von anderen Mannschaften. Eine regelmäßige Veranstaltung wird anvisiert, sobald man weiß wie gut das Turnier ankommt, berichtet der stellvertretende Jugendleiter.„Diese Videospiele können auch neue Möglichkeiten für Vereine sein, sich gegenseitig zu unterstützen“, ergänzt Neumann: „Die Vereine könne so ihre Spieler bei Laune zu halten und ihnen etwas anzubieten.“

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