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Pilze im Wald

Pilzsaison im Landkreis Karlsruhe startet - und auch für Anfänger gibt es eine sichere Sorte

Pilze haben Saison. Und obwohl die Saison im Kraichgau und in der Hardt vor einigen Wochen noch wenig ergiebig aussah, hat sich das Blatt inzwischen gewendet. Und auch Anfänger können sich zum Sammeln aufmachen - wenn sie wissen, worauf sie achten müssen.

Steinpilz im Hardtwald Foto: Franz Lechner

Pilze haben Saison. Auch in den Medien. Kaum ein anderes Thema ist ab dem Spätsommer so häufig auf den Ratgeber-Seiten der Zeitungen oder in den Ratgeber-Sendungen von Radio und Fernsehen zu finden wie Pilze. Wie kann ich Gift- von Speisepilzen unterscheiden? Wo finde ich Steinpilze? Und vor allem: Wie wird das Pilzjahr? So lauten die meist gestellten Fragen. Und merkwürdigerweise lautet die Antwort auf die letzte Frage fast immer: Das Pilzjahr wird super.

Und tatsächlich wird es das fast immer. Irgendwo. Aber wenn es wie dieses Jahr im Juli und August im Schwarzwald viele Pilze hat, heißt das noch lange nicht, dass man auch in der Hardt oder im Kraichgau viele Pilze findet.

Tatsächlich sah es in den vergangenen Wochen sowohl im Kraichgau als auch in den Hardtwäldern schlecht aus. Noch Anfang September berichtete die Pilzsammlerin Gabrielle Adler, die seit Jahren regelmäßig in den Hardtwäldern sammelt: „Derzeit gibt es hier so gut wie keine Pilze.“ Das bestätigte damals auch der von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) geprüfte und anerkannte Pilzfachberater aus Kraichtal, Ferdinand Messner. Aber die Regenfälle Mitte September haben die Situation verbessert.

„Vor allem Krause Glucken und Parasolpilze wachsen derzeit“, berichtet die Kirrlacher Pilzliebhaberin Silke Sand. Das sind immerhin zwei der beliebtesten Speisepilze. Nur Pfifferlinge oder Steinpilze sind noch gefragter. „Vor allem die Krause Glucke ist ein typischer Pilz der Hardt“, erklärt Ferdinand Messner. Und fügt erklärend hinzu: „Er wächst nämlich unter Kiefern.“

Ferdinand Messner im Hardtwald mit Maronenröhrling Foto: Franz Lechner

Der Vorteil der eigenartig aussehenden, aber wohlschmeckenden Krausen Glucke ist übrigens, dass sie mit keinem anderen Pilz verwechselt werden kann. „Den können auch Pilzanfänger sammeln“, bestätigt Ferdinand Messner. Der Pilzkenner hofft übrigens so wie viele andere Pilzsammler immer noch darauf, dass es in der Hardt und im Kraichgau ein gutes Pilzjahr gibt. „Die Hauptzeit für Pilze beginnt ja erst jetzt im Spätsommer und sie reicht dann je nach Wetterlage bis in den Oktober, in den vergangenen Jahren teilweise sogar bis weit in den November hinein“, erklärt Messner.

Die Wälder bei Stutensee, Graben-Neudorf, Linkenheim, aber auch bei Weingarten und Pfinztal gelten durchweg als gutes Pilzrevier. „In Mischwäldern mit vielen verschiedenen Baumarten und mit einem relativ alten Baumbestand sind viele verschiedene Pilzarten zu Hause“, erklärt Messner. Täublinge, Perlpilze, Rotfuß- und Maronenröhrlinge, Steinpilze, Champignons und ab und zu auch Pfifferlinge sind Speisepilze, die man in guten Jahren im Hardtwald sammeln kann.

Achtung vor Giftpilzen!

Aber man findet natürlich nicht nur leckere Speisepilze, sondern auch einige gefährliche Giftpilze: Panther- und Fliegenpilze, Gift-Häublinge und auch den berüchtigten Grünen Knollenblätterpilz. „Der wächst bei uns in manchen Jahren sehr häufig“, warnt Silke Sand.

Gemeinsam mit seinem engen Verwandten, dem Kegelhütigen Knollenblätterpilz, ist er in Deutschland nämlich für fast alle tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Weniger als 100 Gramm reichen, um einen kräftigen Mann ins Grab zu bringen. „Das Gefährliche an den beiden Arten ist, dass ihr Gift oft erst so spät zu wirken beginnt, dass es nichts mehr bringt, den Magen auszupumpen“, sagt Ferdinand Messner.

Aber die beiden Knollenblätterpilze sind eigentlich deutlich von ihren essbaren Doppelgängern zu unterscheiden. „Mit der Farbe der Lamellen, dem Geruch und der Knolle gibt es gleich mehrere Merkmale, die beispielsweise einen Champignon und einen Knollenblätterpilz deutlich unterscheiden“, sagt Messner und betont, dass man sich beim Bestimmen von Pilzen nie auf nur ein einziges Unterscheidungsmerkmal verlassen dürfe.

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