Günter Pilarsky, Vizepräsident und wichtiger Geldgeber des KSC, rechnet mit eklatanten Folgen für den Nachwuchs, wenn der Verein in der Dritten Liga bleibt.
Günter Pilarsky, Vizepräsident und wichtiger Geldgeber des KSC,. | Foto: GES

Interview mit Vize-Präsident

Pilarsky hält zum KSC

Der Unternehmer Günter Pilarsky spricht in seiner Eigenschaft als Vize-Präsident und Geldgeber des KSC selten in der Öffentlichkeit. Tut er es, dann redet der baden-württembergische Honorarkonsul der Republik Armenien Klartext, so auch im Interview mit den BNN.

Herr Pilarsky, Sie hatten im Winter angekündigt, dass sich der Verein von Ihnen als Geldgeber emanzipieren muss. Zeigt sich diese Haltung nun im Sparprogramm?

Pilarsky: Der Druck, unsere Kosten zu reduzieren, kam nicht nur von mir, sondern hauptsächlich von den Banken. Es war ja selbst in Liga zwei mit den dort hohen TV-Einnahmen so, dass wir noch ein dickes Minus gemacht haben. Herr Sandrock, unser Geschäftsführer, hat klar bestätigt, dass der KSC mit seinem Gesamtaufwand im oberen Drittel der Zweiten Liga angesiedelt ist, von der Dritten nicht zu sprechen. Aber es ist schon vieles im Gange. Durch den Verzicht auf die U23 haben wir eine der Maßnahmen schon umgesetzt.

Machte das so viel aus?

Pilarsky: Wir hatten 2016/2017 noch 850 000 Euro für die U23 ausgegeben. In der vergangenen Saison waren es 450 000 Euro. Das nebenbei. Perspektivisch ist es so, dass wir nach einem Aufstieg in die Zweite Liga Ende nächster Saison ohne größeres Minus durchkämen und dieses in der Dritten Liga überblickbar ist. Das Budget für die erste Mannschaft ist anzupassen. Wegen der Vertragsbestände ist das aber nicht von heute auf morgen möglich.

Als Lizenzspieleretat wurden für die neue Saison 4,7 Millionen Euro angesetzt…

Pilarsky: Das war geplant. Es ist aber anzunehmen, dass unser Sportdirektor nicht alle Spieler abgeben kann, die nicht mehr im Kader sind.

Wollen Sie sich als Geldgeber im bisherigen Maße zurückziehen?

Pilarsky: Es war vor zwei Jahren geplant, dass wir dieses Frühjahr mit dem Stadionneubau anfangen. Das hat sich wieder um ein Jahr verschoben. Wenn der Bau beginnt, haben wir Verträge laufen, aus denen wir Extraeinnahmen bekommen. Diese reichen für zwei, drei Jahre, um den größten Teil des Verlustes ohne mich abzudecken. Es geht darum, dieses eine Jahr zu überbrücken, bis im Frühjahr 2019 mit dem Bau begonnen wird. Wenn ein unplanmäßiger Verlust entsteht, werde ich weiter bereit sein, diesen abzudecken. Aber sicher: Alles hat seine Grenzen. Man ist bereit zu helfen, aber wenn das zu viel ist, dann müssen auch andere mithelfen. Das ist derzeit der Fall, was ich sehr erfreulich finde.

Die Befugnisse des Geschäftsführers sollen vergrößert werden…

Pilarsky: Bis jetzt unterschreiben wir aus dem Präsidium jeden Vertrag. Das ergibt keinen Sinn. Wenn ein Geschäftsführer da ist, der kompetent verantwortlich ist – und einen solchen haben wir jetzt –, muss er entsprechende Vollmachten haben. Wir lassen uns beraten. Danach werden wir entscheiden, ob wir einen Antrag zur Satzungsänderung in der nächsten Mitgliederversammlung einbringen oder ein Jahr später.

Bekräftigt hat man die Absicht, den Profispielbetrieb in eine GmbH, AG oder Kommanditgesellschaft auszugliedern. Wie schnell kann das gehen?

Pilarsky: Wir prüfen, welche Möglichkeiten es gibt und bereiten vor. Wenn das Stadion steht und die finanzielle Basis da ist – es vergehen vielleicht jetzt noch zwei Jahre –, dann könnte man die Ausgliederung jederzeit umsetzen. Aber es geht wirklich erst mal darum, das in Ruhe vorzubereiten.