Izabella Effenberg ist in vielen Stilen zuhause und spannte mit ihrem Quintett den musikalischen Boden von swingender Entspannungsmusik über gepflegten Bebop bis zum aufgekratzten Funk. | Foto: Maier

„Harp meets Jazz“ als Motto

1200 Musikfans beim Jazztival in Bühl

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Das elfte Jazztival ist Geschichte, und die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. „’Harp meets Jazz’ war sicher ein sehr ungewöhnliches Motto und durchaus ein Wagnis für uns. Aber wir wollten auch mal wieder etwas ganz Neues ausloten, das gehört zu einem Festival dazu“, betont Klaus Dürk, der städtische Fachbereichsleiter Bildung – Kultur – Generationen, gegenüber unserer Redaktion. Und das Wagnis hat sich seiner Auffassung zufolge ausgezahlt.

„Das elfte Bühler Jazztival lebte von seiner Vielseitigkeit“, betont Dürk mit Blick auf die „sehr gut gelungene“ Auflage des im Zweijahresturnus von der Stadt ausgerichteten Festivals.

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Organisatoren mit Resonanz zufrieden

Zufrieden ist Dürk mit den Besucherzahlen, auch wenn er sich gerade am Samstagabend im Bürgerhaus Neuer Markt etwas mehr Publikumsresonanz erhofft hatte. Insgesamt rund 1 200 Jazzfans kamen an den vier Veranstaltungstagen zu den Hauptkonzerten, Workshops, Jazz-Gottesdienst und Darbietungen in Kneipen und Geschäften nicht eingerechnet. Das Jazztival 2019 kam damit zwar nicht an die Zahlen von vor zwei Jahren heran, als mit 2 000 Besuchern die zehnte Auflage des Festivals gefeiert werden konnte, erreichte aber immerhin genauso viele Musikliebhaber wie vor vier Jahren.
Und die Konkurrenz war groß an diesem Wochenende: Der weltberühmte Bariton Thomas Quasthoff feierte am Freitagabend in der Nachbarstadt Baden-Baden eine exklusive Jazz-Session zum 60. Geburtstag, tags darauf gastierten Max Raabe und sein Palast Orchester ebenfalls im Festspielhaus an der Oos, während im Bühler Bürgerhaus der Jazz aufspielte.

Begeisternde Höhepunkte

Persönlich war Klaus Dürk vor allem vom Jazzchor Freiburg am Jazztival-Freitag und von Park Stickney angetan, der als Nummer eins an der Jazzharfe gilt und das Publikum am Samstagabend in seinen Bann zog. Und natürlich von der Bühler Big Band „Brass & Fun“, die beim Jazzbrunch am Sonntagmorgen einmal mehr ihr Können unter Beweis stellte. „Begeisternde Höhepunkte“, freut sich Dürk.
Dass der Jazz auch in Zukunft in Bühl erklingt und das Festival fortgesetzt wird, steht laut seinen Angaben außer Frage: „Das Jazztival hat sich etabliert und ist fester Bestandteil des Kulturkalenders der Stadt Bühl.“ Dürk lobt in seiner Bilanz das Engagement des künstlerischen Leiters Bernhard Löffler und des Kulturbüro-Teams um Martina Decker, bei der die organisatorischen Fäden zusammenliefen.

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Vom Swing bis zum Experimentellen

„Vom Swing bis zum Experimentellen, alles war dabei“, betont Bernhard Löffler und bekräftigt nochmals das gesteckte und auch erreichte Ziel, bei dem Festival die Vielfalt des Jazz mit Schwerpunkt Harfe aufzuzeigen. Spannend war seinen Ausführungen zufolge auch die Uraufführung der Auftragskomposition von Nils Klein – eine neue Tonsprache für Big Band, die von Brass & Fun begeistert und professionell aufgenommen worden sei. Erfolgreich war laut Löffler zudem das Bemühen, die Jazzmusik in die Stadt hineinzutragen: „Da ist viel in Bewegung geraten und kann sich noch entwickeln.“ Wie das Jazztival weiter positioniert werden soll, das will Löffler nun mit der Stadtverwaltung erörtern. Wichtig ist ihm dabei der dramaturgische Faden und das Hineinwirken des Festivals in den Sozialraum Stadt. Ob dann in zwei Jahren wieder – wie jetzt die Harfe – ein Instrument in den Fokus rückt oder anderes Motto gewählt wird, steht noch in den Sternen. Löffler: „Ideen gibt es genug.“