Vater und Sohn sind ein perfektes Team: Thomas und Yannik Dinger in der „Boxengasse“ in Lauf, wo das Rennauto für die MSC-Jugendförderung aufgebaut wurde. | Foto: esp

Vorstandsmitglied investiert

220 PS für den MSC Hornisgrinde Achern

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Thomas Dinger, Vorstandsmitglied des MSC Hornisgrinde Achern hat seinem Verein einen besonderen Dienst erwiesen. Um jungen Talenten den Karriereschritt von Kart- und Youngster-Cup zum Rundstrecken-Motorsport zu ermöglichen, hat er sich um die Anschaffung eines Rennwagens gekümmert.

Von unserem Mitarbeiter Roland Spether

„Mit sieben Jahren war ich mit meinem Vater am Nürburgring bei einem Autorennen – und seither bin ich regelrecht infiziert“. Mittlerweile ist Yannik Dinger 20 Jahre jung, fährt Autorennen und bildet mit seinem motorsportbegeisterten und selbst aktiven Vater Thomas Dinger aus Lauf ein perfektes Team, wenn es mit dem 220 PS starken BMW E36 325i STW auf die Rennstrecken geht.

Ein fünfstelliger Betrag steckt da schon drin

Zeit, Wissen und Geld investiert

In den Rennwagen hat Thomas Dinger, Vorstandsmitglied des MSC „Hornisgrinde“ Achern und Teamchef von Dinger Motorsport, viele Stunden Zeit, Begeisterung und Fachkenntnis investiert, nicht zuletzt eine ganze Stange Geld. „Ein fünfstelliger Betrag steckt da schon drin“, so Thomas Dinger, der das Auto durch seine Vorfinanzierung und die 2019 eigens gegründete Jugendförderung für die MSC-Talente ins Rollen brachte.

Einstieg in den Motorsport

Denn nicht nur sein Sohn Yannik soll in den Genuss der Förderung kommen, sondern auch weitere MSC-Talente, wenn sie 18 Jahre alt sind. Ziel ist es, den Jugendlichen nach einer sportlichen Karriere in der Kart- und Youngster-Cup-Serie den Einstieg in den Rundstrecken Motorsport zu ermöglichen.

Yannik Dinger auf der Strecke: Nächster Termin ist in Oschersleben das Rennen um den Großen Preis der Stadt Magdeburg. | Foto: privat

Projekt ohne Sponsoren gefährdet

Dazu braucht der Verein neben einem passenden Rennauto auch viel Geld und die finanzielle Unterstützung von Sponsoren, da die Einsatzkosten für die acht Rennen im Jahr sehr hoch sind. Deshalb soll gerade in diesem Punkt mächtig Gas gegeben werden, um Freunde für die Jugend und Sponsoren des Motorsports zu finden. Wenn dies nicht gelinge, werde das neue Jugendprojekt Ende des Jahres aus Kostengründen wieder eingestellt und das Fahrzeug verkauft, da Dinger Motorsport noch zwei weitere Projekte am Laufen hat, so Thomas Dinger.

Ohne mein Team wäre das niemals machbar gewesen

Erstes Rennen im März

Damit sich die derzeit 22 Jugendlichen der Sparten Kart und Corsa-Youngster-Cup sportlich weiter entwickeln und den Sprung auf die Rundstrecke schaffen, fehlte dem MSC bisher ein attraktives Angebot für die jungen Racer und diesen das nötige Kleingeld für ein Fahrzeug. Daraufhin entschloss sich Thomas Dinger in diesem Frühjahr in Absprache mit dem Vorstand, das Jugendprojekt zu starten und ein eigenes Rennauto für den MSC aufzubauen. „Da hängen einige Wochen harte Arbeit drin“, so Thomas Dinger. „Ohne die tatkräftige Unterstützung meines Teams wäre das in der kurzen Zeit niemals machbar gewesen, da wir bereits am 29. März zum ersten Rennen in Hockenheim antreten wollten“.

Unterstützung von Veteranen-Rennserie

Unterstützung erhält das Projekt aus der Kooperation mit dem Veteranen-Fahrzeug-Verband und dessen Rennserie VFV-GLPpro, in der das Auto mit MSC-Piloten startet. Diese Rennserie wird als Gleichmäßigkeitsprüfung gefahren, Sieger ist nicht der, der am schnellsten über die Piste brettert, sondern der, der innerhalb der Renndistanz von 25 Minuten die gleichmäßigsten Rundenzeiten fährt.

Unterstützung stand für uns von Anfang an außer Frage

Zwei Fahrer pro Saison

„Dass wir das Jugendprojekt des MSC unterstützen, stand für uns von Anfang an außer Frage“, erklärt Felix Vaillant, Verantwortlicher der VFV-GLPpro Serie. Die Serie bietet die Möglichkeit in der Tourenwagen und GT Klasse mit zwei Fahrern die Saison zu bestreiten, deshalb fährt dieses Jahr der Team Chef in der A Startgruppe um das Rennauto zu entwickeln und sein Sohn Yannik in der B Einsteigerklasse. Ab 2020 wird dann Yannik Dinger in die Gruppe A wechseln und ein weiteres MSC-Talent, das die Voraussetzungen erfüllt, die Chance auf den begehrten zweiten Fahrerplatz in der Gruppe B bekommen.

Nächster Start im Mai

„Wenn wir den nötigen Support von Partnern und Sponsoren erhalten, können wir für die nächsten Jahre das Ziel erreichen, pro Jahr zwei Fahrer einzusetzen und das Projekt für die Nachwuchs-Racer auf Touren halten“ so der MSC-Vorsitzende Rolf Köppel. Der nächste Start ist vom 17. bis 19. Mai in der Motorsport Arena Oschersleben beim Großen Preis der Stadt Magdeburg und alle hoffen auf ein erfolgreiches und pannenfreies Wochenende. Danach wird es sich zeigen, ob der Flitzer weiterhin auf der Pole Position steht und der MSC-Jugend die Möglichkeit gibt, einen Hauch von professioneller Rennatmosphäre zu schnuppern.

MSC Hornisgrinde
Der BMW E36 325i STW weckt Erinnerungen an die glorreichen Zeiten des MSC Hornisgrinde, der sieben Jahre nach seiner Gründung im Jahr 1953 das erste Rennen startete. Es war eine Geländefahrt „Rund um die Hornisgrinde“ , an der von Neusatz aus 31 Motorradfahrer auf die Strecke gingen und diese achtmal durchfahren mussten. Von 1969 bis 1983 richtete der MSC mit seinen legendären Bergrennen in Ottenhöfen eine Veranstaltung aus, die jährlich Tausende von Rennsportfans in Richtung Unterwasser lockte. Die Bergrennen in Ottenhöfen waren weithin bekannt – aus Umwelt- und Naturschutzgründen wurde 1983 mit 118 Startern das letzte Rennen ausgetragen, und der Club musste neue Aktivitäten entwickeln, um den Motorsport in Achern weiter am Rollen zu halten. Der Verein hat heute 22 Jugendliche zwischen sechs und 21 Jahren, die in den Sparten 6,5 PS Kart-Slalom, Neun-PS-Super-Kart-Slalom und Corsa Youngster Cup erfolgreich starten.