Nicht eben einladend: Die Sammelunterkunft des Ortenaukreises in Achern. | Foto: Roland Spether

Weiteres Wohnheim geplant

Stadt Achern will Sammelunterkunft vom Kreis übernehmen

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Der Kreis hat die Sammelunterkunft für Asylbewerber in der Acherner Güterhallenstraße in aller Stille geräumt. Die Stadt wird sie, wenn auch unter einem anderen Namen, wieder eröffnen: In den Containern sollen rund 40 Menschen in der so genannten „Anschlussunterbringung“ unterkommen. Das sind jene Asylbewerber, die entweder zwei Jahre in den Wohnheimen des Kreises untergebracht waren oder deren Antrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beschieden wurde – je nachdem, was zuerst eintritt.
Derzeit drückt die kurz „Bamf“ genannte Behörde aufs Tempo, so dass immer mehr Menschen in den Kommunen angekommen. Bereits jetzt muss die Stadt Achern nach der aktuellen Quote von 2,09 Prozent rund 500 Flüchtlinge aufnehmen, Ende November wird das Landratsamt verkünden, wie hoch dieser Prozentsatz 2018 sein soll. Das setzt die Gemeinden unter Zugzwang.

Man ist sich handelseinig

„Stadt und Landratsamt sind sich dem Grunde nach handelseinig, die Gespräche sind abgeschlossen“, bestätigt Oberbürgermeister Klaus Muttach die Pläne für die Übernahme des Wohnheims durch die Stadt in Untermiete. Am Montag werde der Acherner Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung mit der Angelegenheit befasst.

Realisierung im ersten Quartal 2018

Sollte das Gremium zustimmen, so könnten die Pläne im ersten Quartal 2018 umgesetzt werden. Der OB rechnet damit, dass die Containersiedlung Platz für rund 40 Menschen bieten wird – das obere Stockwerk soll bekanntlich abgeräumt und anderweitig genutzt werden. Der Frage, ob eine Zusammenlegung der Flüchtlinge in einer solchen Anlage am Stadtrand nicht dem Gedanken der Integration im Zuge der Anschlussunterbringung zuwider laufe, begegnet der OB. Die Unterkunft liege günstig, mit dem Fahrrad und auch zu Fuß könne man die Kernstadt sehr schnell erreichen.

OB „vergleichsweise entspannt“

In Achern stehen derzeit laut Muttach für Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises 345 – bei weitem nicht ausgelastete Plätze – zur Verfügung, weitere 130 Betten gibt es in der Anschlussunterbringung, die von der Kommune zu leisten ist; dazu kommen, auch dies zählt in der Statistik, noch 16 Plätze für Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge (UMA) in der Friedrichstraße 1. Daher sehe die Stadt der Verkündung einer neuen Aufnahmequote durch den Kreis „vergleichsweise entspannt“ entgegen. Die Anschlussunterbringung sei auch mit den Plätzen, die dann in der Güterhallenstraße zur Verfügung stehen, kein Problem: „Wir bekommen das hin“.

Stadt pocht auf Belegung

Wichtig sei für die Stadt, dass der Kreis die Betten wie angekündigt belege, denn in der Anschlussunterbringung kann die Stadt nur dann einen Kostenersatz erwarten, wenn ein Zimmer oder eine Wohnung auch tatsächlich belegt ist. Das sei zuletzt nicht immer der Fall gewesen.
Dies und eine Kostenübernahme durch die Kommunale Arbeitsförderung seien auch Gegenstand der Verhandlungen mit dem Kreis über das Wohnheim Güterhallenstraße gewesen.