Noch rollt der Verkehr über die Gambsheimer Schleusen. Die dortigen Brücken sind dringend zu sanieren. | Foto: Keiper

Rheinübergang Gambsheim

Acherner Einzelhandel will Buslinie bis zur Grenze

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Die kommende unausweichliche Vollsperrung des Rheinübergangs Gambsheim vom 4. Juni bis voraussichtlich Ende August war an diesem Montag Thema einer Informationsveranstaltung der IHK Südlicher Oberrhein. In den Räumen von WeberHaus in Linx trieb die anwesenden Unternehmer und Händler insbesondere eine Frage um, ob etwaige Parkplätze vor der provisorischen Ersatz-Radwegbrücke auf französischer Seite ausreichen werden.

IHK erhebt Anzahl französischer Pendler

Deshalb wird die Kammer die Anzahl der französischen Pendler auf deutscher Seite ermitteln. „Ende der kommenden Woche werden die Ergebnisse vorliegen“, verspricht Andreas Truttenbach, Vizepräsident der IHK Südlicher Oberrhein.

Shuttleservice von Gambsheim bis zur Grenze?

Wie berichtet, sind auf französischer Seite vorerst 220 Stellplätze vorgesehen. Die Départementsverwaltung empfiehlt, Fahrgemeinschaften zu bilden. Wie Départementsrätin Christiane Wolfhugel während der Informationsveranstaltung äußerte, könne sie sich einen Shuttleservice von Gambsheim bis zur Grenze vorstellen, sollten die Parkplätze tatsächlich nicht ausreichen.

Mehr ÖPNV auf deutscher Seite gefordert

Eine Ausweitung des ÖPNV auf deutscher Seite in Hinblick auf die französische Kundschaft schlug Philipp Schäfer, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes „Achern aktiv“, vor: „Eine direkte Verbindung von der Grenze bis in unsere schöne Einkaufsstadt Achern wäre interessant.“ Er gehe davon aus, dass die Tarifgemeinschaft Ortenau eine Ersatzverbindung während der dreimonatigen Sperrung genehmigen würde.

Shuttleservice deutscher Betriebe ungewiss

Schäfer vertraut nach eigener Darstellung den französischen Behörden: „Ich gehe davon aus, dass Ende August die Sperrung wieder aufgehoben wird, sollten keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten.“
Ob Betriebe tatsächlich zusätzliche Shuttlebusse für ihre Mitarbeiter einsetzen werden, ist noch ungewiss. Einige Unternehmer äußerten sich skeptisch, dass genügend Shuttlebusse im Sommer zur Verfügung stehen.

Ferienwohnungen und Überstundenabbau

Truttenbach schlug weitere Optionen vor: So könnten Unternehmen für ihre französischen Beschäftigten Ferienwohnungen anmieten. Eine weitere Empfehlung der Kammer sind gesonderte Schichtmodelle außerhalb der Hauptverkehrszeit. Auch könnten Arbeitnehmer in der Zeit der Vollsperrung ihren Jahresurlaub nehmen oder mittels Arbeitszeitkonten Überstunden abbauen.

Rheinauer Händler vor ungewisser Zukunft

Einer ungewisse Zukunft sehen insbesondere Rheinauer Händler entgegen, deren Kundschaft zu 80 Prozent aus dem Elsass kommt: Andreas Kempff, Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein, empfiehlt den betroffenen Einzelhändlern, Mittel aus dem Kurzarbeiterfonds oder Überbrückungskredite zu beantragen.