Die historische Achertalbahn mit der Lok 20 | Foto: Roland Spether

Historische Dampflokomotive

Achertäler Eisenbahnverein kauft Lok 20

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Neue Wendung in einer unendlichen Geschichte: Der Achertäler Eisenbahnverein kauft die Lok 20. Das historische Schienenfahrzeug wird allerdings nicht in das Achertal zurückkehren, wo es bis 2014 für Unterhaltung von Touristen und Eisenbahnliebhabern aus der Region zugleich gesorgt hatte. Die Lok, die die Gemeinde Oberharmersbach für den symbolischen Preis von 1.000 Euro – der Schrottpreis läge bei 700 Euro – an den Verein verkauft, soll künftig auf der Kandertalbahn fahren.

Hintergrund nach Auskunft der Oberharmersbacher Hauptamtsleiterin Dominika Hättig: Dies sei die einzige Strecke weit und breit, die nicht mit dem neuen Zugleitsystem der Bahn versehen wurde. Dieses verhindere den Einsatz solch historischer Dampfrösser.

In Münsingen unterwegs

Die Lok 20 fuhr lange im Achertal, danach war sie laut Hättig in Münsingen im Einsatz – obwohl Gemeinde und Achertäler Eisenbahnverein zunächst Pläne verfolgt hatten, den historischen Zug im Harmersbachtal fahren zu lassen. Vorausgegangen waren erhebliche Querelen vor und hinter den Kulissen zwischen der Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft SWEG, dem Achertäler Eisenbahnverein und der Gemeinde Ottenhöfen um die Zukunft der historischen Lokomotiven, die in unterschiedlichen Konstellationen von Achern nach Ottenhöfen gefahren waren.

Unfreiwilliger Umzug ins Harmersbachtal

Das endete unschön: Die SWEG kündigte an, sich von ihrer betriebseigenen Lok Badenia, die mutmaßlich nie mehr fahren wird, auch aus technischen und betrieblichen Gründen zu trennen, der Achertäler Eisenbahnverein zog mit Sack und Pack ins Harmersbachtal, nachdem das Verkehrsunternehmen die Liegenschaften gekündigt hatte – auch den Lokschuppen in Schwarzach, wo die Lok 20 zuletzt untergebracht war. Vorausgegangen waren intensive Gespräche, die aber zu keiner auskömmlichen Lösung geführt hatten.

Verkauf wegen neuer Rechtslage

Dann wurde es still um die Lok 20, die sich zuletzt in gemeinsamen Eigentum der Gemeinde Oberharmersbach und des Eisenbahnvereins befunden hatte – aufgeteilt in Fahrgestell und Dampfkessel. Da aber eine solche Konstellation nach neuester Rechtslage nicht mehr möglich sei, habe man sich zum Verkauf der Lok an den Verein entschlossen, so Hättig.

Lok 20 stand jahrelang herum

2015 hatte man im Harmersbachtal noch davon geträumt, mit der Lok 20 eine neue Touristenattraktion zu schaffen. Danach hörte man kaum noch etwas von den Plänen, für die man eigentlich sogar Leader-Fördermittel hatte beantragen wollen. Ein entsprechender Antrag, so berichtete die Lokalzeitung „Schwarzwälder Post“ zuletzt im November 2018, sei in der Leader-Geschäftsstelle nie eingegangen, die Lok sei vielmehr jahrelang herumgestanden. Die Gemeinden hätten das Projekt nicht weiter verfolgt, wie das Blatt berichtet, das die vorherigen Ankündigungen als „Dampfgeplauder“ brandmarkte.
Letztlich wurde die Lok 20 demnach hergerichtet und nach Münsingen „ausgeliehen“.