Barockes Kleinod: Das Rathaus in Schwarzach steht vor einer umfangreichen Sanierung. | Foto: kpm

Rathaussanierung in Schwarzach

Alte Klosterhofgaststätte wird zum Ratssaal

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Es ist das größte Bauvorhaben im Sanierungsgebiet „Historische Ortsmitte Schwarzach“ und – wie Bürgermeister Helmut Pautler ausführt – denkmalrechtlich sehr anspruchsvoll. Die Rede ist von der Sanierung und Neukonzeption des Rathauses in Schwarzach. Nachdem der Rheinmünsteraner Gemeinderat im Spätjahr 2017 grünes Licht für die Sanierung des markanten ortsbildprägenden Gebäudekomplexes in unmittelbarer Nähe des romanischen Münsters gegeben hat, stellt die Verwaltung nun die planerischen Weichen für die Realisierung des Bauprojekts. Dabei wird das Denkmalamt ein gewichtiges Wort mitreden, geht es doch um den Umbau und die Neunutzung der ehemaligen Wirtschaftsgebäude der barocken Klosteranlage aus dem 18. Jahrhundert.

Nächstes Jahr müssen wir spätestens loslegen

Die Baugenehmigung und die – fristgebundenen – Zuschussbescheide liegen laut Auskunft von Pautler vor. „Nächstes Jahr müssen wir spätestens loslegen.“ Die Gemeindeverwaltung bereitet deshalb derzeit die Vergabe der Architektenleistungen vor, die nach Empfehlung der Gemeindeprüfanstalt europaweit ausgeschrieben werden sollen.

Kostenschätzung liegt bei vier Millionen Euro

„Wir rechnen mit Gesamtaufwendungen in Höhe von rund vier Millionen Euro“, erläutert der Bürgermeister das ambitionierte Vorhaben im Sanierungsgebiet „Historischen Ortsmitte“, für das insgesamt rund zwei Million Euro an Landesfördermitteln zur Verfügung stehen. Geht es nach der Gemeinde, so soll die Rathaussanierung 2019 beginnen und bis 2020/21 realisiert werden. Eine große Rolle bei der Höhe der Kosten spiele die Frage, welche Ausbaustandards der Gemeinderat festlege, so Pautler. Außerdem hänge viel von der Konjunktur, spricht von der Auslastung der Unternehmen ab, die sich letztlich in den Ausschreibungsergebnissen spiegele.
Die Rathaussanierung steht in der Münstergemeinde seit geraumer Zeit auf der Agenda. Da die Kommune vor einigen Jahren den bis dahin privat genutzten barocken Eckpavillon nördlich des Klosterhoftores erworben hat, wurde dieser nunmehr in die Planung einbezogen. Damit wird ein künftiger Durchgang vom Rathaus-Hauptgebäude zum alten Ökonomietrakt beim Klosterhof möglich.

In der alten Klosterhofgaststätte soll künftig der Gemeinderat tagen. | Foto: kpm

Das neue Raumkonzept

„Das Raumprogramm steht grob“, erläutert Pautler im Gespräch mit dieser Zeitung. So wird der Gemeinderat künftig in der früheren Klosterhofgaststätte tagen, der neue Ratssaal soll gleichzeitig auch für Trauungen Verwendung finden. Im Obergeschoss findet das Technische Rathaus, sprich das Bauamt, seinen Platz. In den bisherigen Bürgersaal sollen das Hauptamt und die Personalverwaltung einziehen, deren räumliche Situation laut Pautler derzeit mehr als unbefriedigend sei.
Dringend mehr Platz benötigten zudem das Ordnungsamt, die Sozialverwaltung und das Standesamt, deren Räume im Erdgeschoss sich in Richtung Klosterhof verschieben. Möglichst barrierefrei sollen die Zugänge werden, will sich doch das Rathaus künftig noch bürgerfreundlicher präsentieren, unter anderem durch die Gestaltung eines Aufenthaltsbereichs im Erdgeschoss.

Zuschüsse auch an Private möglich

Das Sanierungsgebiet „Historische Ortsmitte Schwarzach“ wurde im Jahr 2013 in das Bundesdenkmalschutzprogramm aufgenommen und auf zehn Jahre ausgelegt. Zahlreiche Gebäude sind in Schwarzach denkmalgeschützt und prägen das Ortsbild. Zentrale Aufgabe ist es laut Auskunft der Verwaltung, die Bausubstanz der Gebäude zu modernisieren und in Stand zu halten, um die Wohnqualität zu verbessern und zukunftsfähige Ortsstrukturen zu schaffen.
Damit bieten sich auch Zuschussmöglichkeiten für private Eigentümer im Sanierungsgebiet. Zum Bedauern der Gemeindeverwaltung ist jedoch die Resonanz bislang zurückhaltend. „Wir haben wenig private Vorhaben, aber auch die sind wichtig“, erläutert Pautler. Gerne würde er es sehen, wenn ein größeres Vorhaben im Bereich der Gastronomie umgesetzt werden könnte – allerdings gebe es hier denkmalrechtliche Vorgaben, die „schwer vermittelbar sowie zeit- und kostenaufwendig sind.“
Pautler: „Alles was der Versorgung der Einwohner dient und Leben in die Ortsmitte bringt, will die Gemeinde gerne unterstützen.“