Die Goethestraße in Sasbach war Schauplatz einer handfesten Auseinandersetzung, in deren Folge eine 43-Jährige getötet wurde. | Foto: Archiv Spether

Bluttat in Sasbach

Anklage wegen Mordes und versuchter Geiselnahme

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Der Fall hatte Ende April in Sasbach vielfach Bestürzung ausgelöst: Bei einem Beziehungsdrama in einem Mehrfamilienhaus war eine 43-jährige Frau getötet worden, Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Baden-Baden beim Schwurgericht gegen den Ex-Freund des Opfers Anklage wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter Geiselnahme erlassen.

Teilweise geständig

Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen 50-jährigen deutschen Staatsangehörigen. Der vielfach vorbestrafte Mann sei teilweise geständig.

Unter dem Bett versteckt

Hatte sich die Polizei seinerzeit bei Fragen zu den Hintergründen der Bluttat in der Sasbacher Goethestraße in Schweigen gehüllt, nannte die Staatsanwalt gestern erstmals Einzelheiten. Der Mann soll, ausgerüstet mit Klebeband und Kabelbinder, in die Wohnung seiner ehemaligen Freundin in Sasbach eingedrungen sein und sich zunächst unter dem Bett versteckt haben. Als die Frau, die später in ihrer Wohnung zurückkehrte, habe er nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die Frau überfallen, um sie nach Südfrankreich zu entführen und so lange dort festzuhalten, bis sie sich mit ihm versöhnt habe.

Opfer erwürgt

Der sich heftig wehrenden Frau sei es gelungen, die Klebebänder aus ihrem Gesicht zu reißen und in Richtung der Wohnungstür zu flüchten. Dort habe der Beschuldigte sie eingeholt und hier sowie bei dem sich im Treppenhaus fortsetzenden Kampf offenbar so lange gewürgt, bis der Tod eingetreten sei.
Anschließend sei der Beschuldigte mit dem Fahrzeug seines Opfers geflüchtet.

Der Polizei gestellt

Wie seinerzeit berichtet, hatten Nachbarn den ehemaligen Lebensgefährten der Frau unmittelbar nach dem Streit noch vor dem Anwesen in der Goethestraße gesehen. Nachdem die von der Polizei umgehend eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen zunächst offenbar nicht erfolgreich waren, stellte sich der Mann am folgenden Morgen: Gegen 5 Uhr klingelte er an der Tür des Offenburger Polizeipräsidiums.

Sicherungsverwahrung angestrebt

Der 50-Jährige wurde festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft sieht bei dem Tötungsdelikt sowohl das Mordmerkmal der Heimtücke als auch das der Verdeckungsabsicht als erfüllt an. Neben der vom Gesetz für ein Verbrechen des Mordes vorgesehenen lebenslangen Freiheitsstrafe strebt die Staatsanwaltschaft in diesem Verfahren auch die Anordnung der Sicherungsverwahrung an.