KEIN ALLTÄGLICHER GAST: Vor einer Freistetter Gaststätte parkte unlängst dieser Wagen mit einer Kamerakugel. | Foto: Volker Baust

Apple-Kamerafahrzeuge im Raum Achern unterwegs

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Kamerafahrzeuge der Firma Apple waren jüngst im Raum Rheinau und Achern unterwegs. So entdeckte Volker Baust in der Freistetter Hauptstraße, wie das weiße Auto mit dem Kameragestell auf dem Fahrzeugdach vor einer Gaststätte parkt. Auch in sozialen Netzwerken berichten mehrere Personen übereinstimmend, dass sie dieses nicht alltägliche Fahrzeug auf Rheinauer und Acherner Gemarkung sichteten.

So soll es unter anderem in Honau, Diersheim und Rheinbischofsheim unterwegs gewesen sein, ebenso zwischen dem Maiwaldkreisel und Wagshurst sowie in Gamshurst. Hintergrund: Der amerikanische Technologieriese erfasst und filmt Straßenzüge.

Derzeit  kein Panoramadienst

Sind künftig Aufnahmen der heimischen Hausfassade im Internet zu sehen? Nach Angaben von Apple plant das Unternehmen momentan nicht, die Kartenfunktion „Look around“ (Umsehen), analog des Panoramadienstes „Street View“ von Google in Deutschland anzubieten. Mit den Fahrten wolle Apple das Material seiner digitalen Karten verbessern und beispielsweise veränderte Verkehrsführungen und neue Straßenverläufe aufnehmen. Bei den Daten handelt es sich um Koordinaten, sogenannte GPS-Traces sowie zweidimensionale Standbilder.

Sensoren erfassen Verkehrszeichen

Über Sensoren werden außerdem Verkehrszeichen wie Stoppschilder und Abiegevorschriften sowie Zebrastreifen erfasst, um das Straßennetz in der digitalen Karten-Datenbank darzustellen. Sollte Apple irgendwann seinen Panoramadienst aufschalten, stünden diese Aufnahmen zur Verfügung. Die Bilder und Daten werden während der Fahrt auf Festplatten gespeichert und dann auf Apple-Servern in die USA übertragen. Ein Programm würde in 99,5 Prozent der Fälle Gesichter und Kennzeichen automatisch verpixeln, nicht allerdings Gebäude.

Anlieger können Verpixelung beantragen

Wie das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) mitteilt, können Anlieger eine Verpixelung, sprich Unkenntlichmachung, ihrer Anwesen mit einer E-Mail an MapsImageCollection@apple.com veranlassen. Seit Ende Juli setzt Apple nach eigenen Angaben bundesweit eine Flotte von 80 Fahrzeugen ein, um bis zum 30. September das öffentliche Straßennetz abzulichten und zu kartieren. Auf abgesperrten Strecken und Privatstraßen sei die Flotte nicht unterwegs. Da sich der Sitz der europäischen Hauptniederlassung in Irland befindet, ist die irische Aufsichtsbehörde federführend für die Datenverarbeitung durch Apple in Europa zuständig.

Behörde leitet Beschwerden weiter

Das BayLDA nimmt alle Beschwerden aus Deutschland entgegen und leitet sie an die irische Aufsichtsbehörde weiter.