Comeback auf Kinoleinwand: Die Rockband "Scaramouche" - im Bild Sänger Frank Vetter in den 1990er-Jahren. | Foto: pr

Gert Endres aus Bühl

Bandgeschichte im edlen Filmformat

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„Heart and Soul“ heißt der Film über die Lahrer Rockband Scaramouche, die von 1993 bis 2001 für Furore sorgte und auch im Bühler Raum zahlreiche Fans hatte.  Gert Endres, Sänger und Gitarrist aus Bühl, ist gespannt auf die filmische Hommage an seine frühere Formation.

Die Brüder Pirmin und Maik Styrnol aus Lahr suchen seit Herbst 2018 nach Video- und Bildmaterial über die Band Scaramouche. Wie weit ist mittlerweile das Filmprojekt des Punchline Studios?

Endres: Es wurde schon viel Material eingeschickt, die Styrnols haben auch schon einiges davon gesichtet und bearbeitet. Da ist spannendes Zeug dabei, von alten Briefen über Eintrittskarten bis hin zu Bildern und Filmmaterial, das ich auch noch nicht gesehen habe. Es soll natürlich auch weiteres Filmmaterial gedreht werden, die Dreharbeiten sollen aber erst Mitte/Ende 2019 beginnen.

Haben Sie damit gerechnet, dass so viel Material zusammenkommt?

Endres: Die Teilnahme und die Reaktionen der ehemaligen Fans ist beachtlich, die holen uns tatsächlich wieder in alte Sphären zurück mit dem ganzen Material, das sie uns zusenden. Damit hätte ich nicht gerechnet. Leider gab es damals ja noch keine Handy-Videos, deshalb gibt es nicht allzu viel Videomaterial.

 

Gert Endres, Sänger und Gitarrist aus Bühl. | Foto: kpm

Ein Konzert Ihrer jetzigen Band Oil haben die Filmemacher schon im Kasten als Teil der Doku-Produktion. Wie war der Auftritt vor laufenden Kameras?

Endres: Ehrlicherweise, muss ich sagen, haben wir uns vor dem Auftritt schon etwas in die Hosen gemacht. Auf der Bühne war aber alles erstaunlich entspannt, und wir haben vergessen, dass vier Kameras um uns kreisten. Vielleicht liegt das auch am Alter (hihi!).

Wie wird die Doku-Produktion „Heart and Soul“ finanziert und wie ist der weitere Zeitplan?

Endres: Das ist besonders spannend für uns: Die Finanzierung läuft über Crowdfunding, womit wir noch keine Erfahrung hatten. Das bedeutet: Jeder, der möchte, kann uns bei diesem verrückten Projekt unterstützen! Die erste Hürde, die wir nehmen müssen, sind 20 000 Euro, damit die Dreharbeiten überhaupt starten können. Heute (Anmerkung der Redaktion: 6. Juni) stehen wir bei 15 165 Euro, und es bleiben noch neun Tage. Also jeden Tag rund 537 Euro, das ist schon eine Herausforderung.

Was erwarten Sie von der Aufarbeitung der Bandgeschichte?

Endres: Ich erwarte zwei Dinge: Da ist einerseits eine Versöhnung mit unserer gefühlten Erfolglosigkeit. Wobei heute denke ich, dass wir ja doch einiges erreichen konnten. Andererseits archivieren zwei junge Filmemacher unsere musikalische Vergangenheit und bringen sie in ein edles Kinoformat, das ist eine Riesenehre und Freude!

„Was ist Erfolg?“ Diese Frage stellen sich die vier Bandmitglieder von „Scaramouche“ seit über 20 Jahren. 1995 hatten die Rocker aus der Kleinstadt Lahr in Süddeutschland ihr erstes Album veröffentlicht. Was folgte waren Fernsehshows, ein Plattenvertrag und Festivalauftritte auf Bühnen mit James Brown, Deep Purple oder den Scorpions. Der große Durchbruch schien zum Greifen nah – doch er blieb aus. 25 Jahre später erzählt der Film „Heart and Soul“ die Geschichte der Band. Und eine Geschichte über Erfolg.
Infos im Internet:
www.startnext.com/heart-and-soul
www.film-und-ton.de